Sport | Fußball 05.12.2011

Maierhofers umstrittene Liga-Rückkehr

Sein Debüt könnte der Neo-Salzburger Maierhofer am Wochenende just im brisanten Duell gegen seinen Ex-Klub Rapid feiern.

Eigentlich wollte Salzburg ja nur den einen oder anderen neuen Spieler holen. Mittlerweile sind es wieder sieben Neuzugänge geworden. Und just der letzte Transfer ist mit einer Ablösesumme von knapp mehr als einer Million Euro nicht nur der teuerste in der Bundesliga in diesem Sommer, sondern auch der größte Aufreger in einer sonst recht langweiligen Übertrittszeit.

"Hier entsteht etwas"

In Salzburg sieht Maierhofer gute Perspektiven für sich.

Stefan Maierhofer ist von den Wolverhampton Wanderers zu Salzburg gewechselt. Am Dienstag, kurz vor 14 Uhr, unterzeichnete der 29-Jährige einen Zweijahresvertrag beim Tabellenführer. Mittwochmittag wurde Maierhofer offiziell präsentiert.

"Es freut mich, dass es geklappt hat. Ich bin herzlich empfangen worden. Die Perspektiven in Salzburg sind besser als in Wolverhampton. Hier entsteht etwas", sagte Maierhofer bei seiner Präsentation.

Aufregung

In Salzburg sieht Maierhofer gute Perspektiven für sich.

Eigentlich ist so ein Wechsel im Fußball-Geschäft nichts Ungewöhnliches: Ein Legionär konnte sich bei einem Verein in einer europäischen Topliga nicht durchsetzen, suchte ein neues Betätigungsfeld und bekommt eine neue Chance bei einem Topklub in seiner Heimat.

Und trotzdem: Maierhofers Rückkehr sorgt für Aufregung. Besonders einigen Rapid-Fans stößt der Transfer des ehemaligen Rapid-Fanlieblings zum Klassenfeind sauer auf. Seit Tagen werden sowohl das Gästebuch auf dessen Homepage als auch dessen Facebook-Fanseite mit Statements weit unter der Gürtellinie zugemüllt.

Maierhofer sieht dies ziemlich gelassen: "Mir kann bei Rapid niemand etwas vorwerfen. Ich habe in den eineinhalb Jahren alles gegeben." Mehr ärgert sich Salzburg-Chef Heinz Hochhauser über die Reaktion einiger Rapid-Fanatiker. "Das ist eine Unkultur in Österreich. So ein Wechsel ist normal im Fußball-Business. Die Aufregung ist lächerlich, Stefan ist ja nicht einmal direkt von Rapid zu uns gekommen."

Skepsis auch in Salzburg

Aber auch unter den Salzburger Fans sind nicht alle begeistert. Einige sind durchaus skeptisch - aber nicht, weil Maierhofer 2008 mit Rapid den Salzburgern den Meistertitel weggeschnappt hat, sondern aus sportlichen Gesichtspunkten. Viele hätten sich einen arrivierten internationalen Stürmer gewünscht und nicht Maierhofer.

Auch mit dieser Kritik kann Hochhauser wenig anfangen. "Stefan ist ein Fußballer mit Herz. Er kann Spieler und Publikum mitreißen. Das wird uns guttun", sagt der Salzburg Sportchef. Und auch Maierhofers neuer Trainer spart nicht mit Lob: "Er ist ein Perfektionist und Arbeitsmensch", sagt Ricardo Moniz nach dem ersten gemeinsamen Training.

Debüt gegen Rapid

Im Europa-League-Rückspiel gegen Omonia Nikosia am Donnerstag wird Maierhofer ("Schade, dass ich nicht dabei sein kann.") noch fehlen, weil er nicht rechtzeitig bei der UEFA angemeldet werden konnte. Also kann er erst am Sonntag debütieren - just gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Rapid. Eine delikate Angelegenheit, allerdings nicht für Maierhofer selbst. "Emotionen sind in jedem Spiel da, in diesem vielleicht noch mehr. Aber letztlich geht es nur um drei Punkte", sagt der 29-Jährige.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011