FUSSBALL ÖFB-CUP 2. RUNDE: SKN ST. PÖLTEN - FC RED BULL SALZBURG

Salzburg-Trainer Jesse Marsch war nur mit einer Hälfte zufrieden.

© APA/HERBERT NEUBAUER / HERBERT NEUBAUER

Sport Fußball
10/18/2020

Luft nach oben für Salzburg, Rapid und LASK bei Europacup-Tests

Salzburg-Coach Marsch sah sein Team bei Cup-Sieg in St. Pölten "zu locker". Bei LASK und Rapid standen Neuzugänge im Mittelpunkt.

Die ÖFB-Cup-Testläufe von drei der vier österreichischen Europacup-Starter haben noch Luft nach oben offenbart. Bei Titelverteidiger Salzburg verfinsterte sich die Miene von Trainer Jesse Marsch beim 3:0 in St. Pölten in der ersten Hälfte mehrmals. Drei Tage vor dem Champions-League-Duell mit Lok Moskau vermisste der Amerikaner mitunter die richtige Konzentration. Auch Torschütze Albert Vallci wirkte in St. Pölten nicht wie ein strahlender Sieger. "Wir sind weiter, das war das Ziel. Natürlich gibt es Sachen, die wir noch bereden müssen", sagte der Steirer nach dem Erfolg beim Bundesliga-Rivalen. Dieser bereitete dem Favoriten bis zur Pause (0:1) und auch kurz danach mehr Probleme als den Salzburgern lieb war. Durch individuelle Patzer in der Defensivabteilung lud der Titelverteidiger die Niederösterreicher das eine oder andere Mal gefährlich bis vor den eigenen Strafraum ein.

Vallci, der bei seinem Tor von einem Patzer von SKN-Keeper Armin Gremsl profitierte, bezeichnete die Vorstellung in der ersten Spielhälfte als "naiv". Marsch sah sein Team "zu locker" agieren. Die Ansprache in der Pause dürfte gefruchtet haben. Nach Seitenwechsel zeigte Salzburg gegen nach hohem Laufpensum von Minute zu Minute nachlassende St. Pöltner die gewünschte Dominanz. Die Null bei den Gegentoren freute wiederum Verteidiger Andre Ramalho. "Wir haben zuletzt immer Tore bekommen, das Zu-Null-Spielen war vor dem Moskau-Spiel extrem wichtig", sagte der Torschütze zum Endstand. Dass es zum Aufwärmen vor dem Mittwoch-Duell mit dem russischen Vizemeister gegen einen unangenehmen Kontrahenten ging, kam den Salzburgern im Nachhinein gar nicht ungelegen. "Nach der Länderspielpause war es wichtig, dass Gegenwehr da war", meinte Marsch. Einen Vergleich zu Russlands Vizemeister zog er freilich nicht. Die Partien seien "völlig anders", hielt Marsch fest.

Der LASK, der am Donnerstag im ersten Gruppenspiel der Europa League bei Tottenham antreten darf, hatte beim 3:0-Heimsieg gegen Wörgl zunächst leichtes Spiel. Dass der Tiroler Regionalligist bis ins Finish - die Tore Nummer zwei und drei der Linzer fielen erst in der Nachspielzeit - hoffen durfte, lag an einer passiver werdenden Linzer Elf. "Man muss Wörgl ein Lob aussprechen, die haben ihre Aufgaben sehr gut erledigt. Trotzdem ist klar, dass wir jetzt vor allem die zweite Halbzeit analysieren und uns ansehen müssen, was wir noch besser machen können", betonte Johannes Eggestein. Die Leihgabe von Werder Bremen traf gleich im ersten Pflichtspiel für den LASK. Als Assistgeber durfte sich Thomas Goiginger bei seinem Comeback freuen.

Doppel-Torschütze

Noch besser als für Eggestein verlief das Debüt von Marcel Ritzmaier im Dress von Rapid. Nach nicht einmal zwei gemeinsamen Trainingswochen wirkte der 27-jährige Mittelfeldspieler beim letztlich doch klaren 5:1 beim Ostligisten Wiener Neustadt keineswegs als Fremdkörper und krönte eine starke Vorstellung mit einem sehenswerten Doppelpack. Zuerst stellte er unter Beweis, dass Rapid mit ihm nun einen extrem gefährlichen Freistoßschützen in den Reihen hat, dann versenkte er einen weiteren Schuss nach schöner Aktion aus dem Spiel heraus ebenfalls im Kreuzeck.

Dietmar Kühbauer konnte abgesehen vom zwischenzeitlichen 1:1 und einer Unachtsamkeit beim Stand von 3:1, die beinahe zum Anschlusstreffer geführt hätte, positiv bilanzieren. Den Schwung von drei Pflichtspielsiegen in Folge gilt es nun in das Europa-League-Duell mit den Arsena London mitzunehmen. Personell wird sich bei den Hütteldorfern nicht allzu viel ändern, hatte der Burgenländer doch größtenteils seine beste Formation aufgeboten. Prominentester Abwesender war Top-Torschütze Taxiarchis Fountas, der erst verspätet am Freitag vom griechischen Nationalteam nach Wien zurückgekehrt war. Yusuf Demir fehlte krankheitsbedingt.

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