Wolfgang Winheim

© Stephan Boroviczeny

Sport Fußball
08/04/2012

Lohn ohne Protektion

Tagebuch: Mit Söhnen ehemaliger Profis à la Sabitzer lässt schon bald eine Gen(ial)e-Auswahl bilden.

von Wolfgang Winheim

Unter-21-Teamchef Werner Gregoritsch wird demnächst seinen Sohn einberufen.

Michael Gregoritsch , 18, hat beim Bundesligaklub Hoffenheim als einer von nur vier Mann jedes Training durchgehalten, in Testspielen getroffen und einen Kaderplatz erkämpft.

Beim FC Bayern durfte der Spross des steirischen Angriffsrambos Bruno Friesenbichler soeben erstmals in der "Ersten" stürmen. Bei Bayerns Zweier-Team setzt Mehmet Scholl auf Toni Vastic. Und beim FC Köln schaffte es mit Verteidiger Kevin Wimmer der Sohn eines LASK-Torhüters zum Liga-Start in die Startelf, während sich Philipp Prosenik beim AC Milan in der Schnupperphase befindet.

Ob’s klüger ist, schon im Schüleralter ins Ausland zu wechseln oder – so wie Marcel Sabitzer – in der heimischen Bundesliga als 18-jähriges Bürscherl seinen Mann zu stellen – darüber wird gestritten. Tatsache ist, dass sich mit Söhnen ehemaliger Profis à la Sabitzer schon bald eine Gen(ial)e-Auswahl bilden lässt,

dass der gleich junge Thomas Weber (Papa Franz war Rapidler) bei Admira verteidigen darf,

dass Rene Gartler (Vater Harald hielt Ostliga-Torrekorde) für Ried trifft und trifft;

dass der Ex-Austrianer Fritz Drazan (wegen seines Christopher) heute im Derby für Rapid und der Ex-Rapidler Wolfgang Kienast (wegen seines Roman) für Austria die Daumen drückt;

und dass auch der polnische Ex-Profi und spätere FIFA-Assistent Wojciech Gorgon konträr zur seiner Schiedsrichter-Vergangenheit heute nicht neutral sein kann, zumal Sprössling Alexander für Austria stürmt.

"Ein sportliches familiäres Umfeld wird immer wichtiger", sagt der einstige GAK-Stürmer Gregoritsch. Früher hingegen seien Söhne erfolgreicher Väter an der zu hohen Erwartungshaltung zerbrochen.

Nur Andreas Herzog (103 Länderspiele) vermochte Anton Herzog (immerhin Meister mit Admira) zu übertreffen. Der heutige Rapid-Co-Trainer Thomas Hickersberger brachte es indes trotz seines Ausnahme-Talents nur auf einen einzigen Länderspieleinsatz. Und den verdankte er nicht seinem (Ex-)Teamchef-Vater Josef, sondern Hans Krankl, der Hickersberger junior heute noch den "lieberen Hicke" nennt.

wolfgang.winheim@kurier.at

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