Sport | Fußball
05.12.2011

Letzte WM-Chance für die U20

Gegen die Ägypter muss im letzten Gruppenspiel ein Sieg her. Deren Teamchef ist gelassen: "Weiß nichts über Österreicher".

Siegen oder nach Hause fliegen heißt es für Österreichs U20-Nationalmannschaft in der Nacht auf Freitag (3.00 Uhr MESZ/live ORF eins) bei der WM in Kolumbien.

Die ÖFB-Auswahl muss in Cartagena ihr abschließendes Spiel in Gruppe E gegen Ägypten unbedingt gewinnen, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen. Nach einem Punkt aus zwei Partien wäre wohl schon ein Remis gleichbedeutend mit der Heimreise aus Südamerika.

"Keine Frage, es muss ein Sieg her", sagte Teamchef Andreas Heraf. Die Möglichkeit, mit zwei Zählern unter die vier besten Gruppendritten zu kommen und so die K.o-Phase zu erreichen, hält der Wiener für unrealistisch. Bei einem vollen Erfolg und damit vier Punkten wäre den Österreichern hingegen selbst bei Platz drei der Aufstieg wohl nicht mehr zu nehmen, außerdem besteht in diesem Fall noch die Möglichkeit, den Pool als Zweiter abzuschließen.

Dafür benötigen Michael Schimpelsberger und Co. einen Sieg mit zwei Treffern Differenz. "Aber zuerst einmal müssen wir gewinnen. Wenn wir dann mit zwei Toren Unterschied gewinnen, nehmen wir es auch gern", erklärte Heraf.

Problem Chancenauswertung

Besondere Nervosität verspürt der Ex-Rapidler nicht. "Das Kribbeln ist nicht größer als vor dem ersten Spiel. Da war es vielleicht noch spannender, weil das Turnier losgegangen ist." Der 43-Jährige glaubt fest an ein Weiterkommen seiner Mannschaft. "Weil ich bisher nicht unzufrieden mit den Leistungen war, auch wenn die Resultate nicht gepasst haben. Aber bis auf die Chancenauswertung war es in Ordnung. Wenn wir nur 50 Prozent unserer Möglichkeiten verwertet hätten, hätten wir gegen Panama gewonnen. Und gegen Brasilien wäre es auch interessant geworden", vermutete der Nationaltrainer.

Ein Hoffnungsschimmer ist die Tatsache, dass die Ägypter mit vier Punkten aus zwei Spielen so gut wie aufgestiegen sind und daher den einen oder anderen ihrer fünf mit einer Gelben Karte vorbelasteten Kicker schonen könnten. "Aber diese Spekulationen bringen ohnehin nichts. Man kann nicht erwarten, dass die Spieler schlechter sind, die neu in die Mannschaft kommen würden. Es wäre vielleicht sogar besser für uns, die Gefährdeten würden spielen und dann in entscheidenden Momenten zurückziehen", erklärte Heraf.

"Weiß nichts über Österreicher"

Mit vier Punkten aus zwei WM-Spielen in der Tasche trägt Ägyptens Teamchef Diaa El Sayed sein Selbstvertrauen offen zur Schau. Der erst Anfang 2011 zum Chefcoach aufgestiegene El Sayed kann schon vor dem abschließenden Gruppenspiel so gut wie fix mit dem Achtelfinale planen und gab sich deshalb vor dem Duell mit der ÖFB-Auswahl demonstrativ gelassen. "Ich weiß nichts über die Österreicher, außer, dass sie unser nächster Gegner sind", erklärte El Sayed nach dem 1:0 über Panama.

Während der Sieg über die Mittelamerikaner glanzlos ausfiel, brachten die Afrikaner in ihrem Auftaktmatch Brasilien beim 1:1 an den Rand einer Niederlage. Der Punktgewinn gegen den Titel-Mitfavoriten, der Österreich danach mit 3:0 abservierte, kam für El Sayed nicht überraschend, schließlich hatte er schon vor Turnierbeginn große Stücke auf seine Mannschaft gehalten. "Unser Team ist voller Stars. Außerdem bilden wir eine geschlossene Einheit", behauptete der Coach.