Sport | Fußball
05.12.2011

Letzte Prüfung für Sturms Meisterklasse

Nur noch eine Hürde trennt Sturm von der Champions League. Die Leistung gegen Zestafoni stimmt zuversichtlich.

Das Tor hat uns enorm befreit", sagt Roman Kienast. Der Stürmer im Dienste von Meister Sturm Graz schoss sein Team mit einem sehenswerten Goldtor gegen Zestafoni ins Play-off der Champions League. Nicht nur das. "Ich hoffe, das gibt uns Selbstvertrauen nach der öffentlichen Kritik. Jetzt schauen wir nur noch nach vorne", sagt der 27-Jährige nach einem der wichtigsten Treffer seiner Karriere.

Die öffentliche Kritik wird dieses Mal positiv ausfallen, wenngleich die Grazer am Mittwoch rund eine Stunde lang ähnlich verunsichert agierten wie in den Spielen und Wochen zuvor.

Dennoch: Bei einem Starter im Play-off der Champions League kann keiner von einer Krise sprechen. Mit viel Selbstvertrauen geht Sturm nun die Ausscheidungsrunde an (16./17. und 23./24. August), in der ein schwerer, aber kein unbezwingbarer Gegner wartet. Nicht der einzige Grund, warum Sturm als österreichischer Rekordteilnehmer in der Champions League auf die vierte Teilnahme hoffen darf:

Die Abwehr

"Es war ein großes Risiko, Milan Dudic schon zu bringen", sagt Trainer Franco Foda. Schließlich weise der Serbe, der aus Salzburg gekommen war, noch Trainingsrückstand auf. Die Abwehr präsentierte sich gegen den georgischen Meister nicht immer sattelfest, aber enorm verbessert. Dudic wird bald seinen Beruf mit vollster Frische ausführen, Verstärkung bekommt er auch demnächst. "Nächste Woche bin ich wieder dabei", sagt Ferdinand Feldhofer. Tormann Christian Gratzei ist ohnehin Europa-Klasse, Neuzugang Giorgi Popchadse (kam von Zestafoni) eine Verstärkung.

Der Angriff

Imre Szabics und Roman Kienast kamen aufgrund von Verletzungssorgen lange nicht auf Touren, das Tor, bei dem Szabics seinem Sturmpartner mustergültig serviert hatte, wird bei beiden einen Knoten gelöst haben.

Die Moral

Der oft strapazierte Standardsatz "Über den Kampf ins Spiel finden" war selten so treffend. Die Grazer nützten mit einer grandiosen läuferischen Leistung die Chance, acht weitere Spiele auf internationalem Niveau austragen zu können.

Die Finanzen

Sturms Budget war stark eingeschränkt, jetzt kommen für das Erreichen des Play-offs zumindest 2,1 Millionen Euro dazu - und bei einem Aufstieg in die Gruppenphase sind es voraussichtlich gar 7,2 Millionen Euro. Sturm wird nun doch in Verstärkungen investieren. Nachdem Dudic und Darko Bodul erst vor wenigen Tagen geholt wurden, wird nun auch ein defensiver Mittelfeldspieler nach Graz gelotst. Und er muss auch geholt werden, da Matthias Koch drei Monate ausfällt und auch Sandro Foda (Muskelverletzung) länger fehlen wird. Der Brasilianer Felipe Dias ist ebenso ein Thema wie die Rückkehr des Kameruners Patrick Mevoungou.

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