Spitzentänzer: Christoph Leitgeb wird seiner Klasse endlich gerecht.

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Interview
04/17/2014

Leitgeb: "Die Zeit ist jetzt endlich reif"

Christoph Leitgeb über Salzburg, die Champions League und seine New-York-Pläne.

von Alexander Strecha

Christoph Leitgeb ist mittlerweile ein Urgestein. Seit 2007 spielt der Steirer bei Red Bull Salzburg, so lange wie kein anderer Spieler im aktuellen Kader. Vergangenen Sommer hätte er den Klub beinahe verlassen müssen, heute ist er ein fixer Bestandteil. Auch im Nationalteam.

KURIER: Können Sie sich noch an Ende August 2013 erinnern?

Christoph Leitgeb: Ja. Im Nachhinein ist das für mich unbegreiflich. Ich war in der Vorbereitung verletzt. Eine Woche vor Ende der Transferzeit hat es danach ausgesehen, dass es mit dem Klub keine Zusammenarbeit mehr gibt. Ich habe mich nach einem neuen Verein umsehen sollen, was in der kurzen Zeit nicht geklappt hat. Dann hat sich das Blatt gewendet.

Und Sie wurden zum Stamm- und Teamspieler. Wie ist das alles zu erklären?

Nur schwer. Ich hatte es zu Beginn nicht leicht und auch kein Selbstvertrauen, weil ich nicht gespielt habe.

Hatten Sie nie eine Phase der Resignation?

Doch, ich hatte schon eine Phase, da hätte ich am liebsten den Hut draufgehaut oder wäre gerne nach New York gewechselt. Aber die Phase dauerte nur kurz. Ich habe eine Familie und somit Verantwortung.

Ihr Vertrag läuft bis 2015 mit einer Option auf ein weiteres Jahr. So lange werden Sie noch in Salzburg spielen?

Ich denke schon. Wir haben jetzt die Chance auf die Champions League, das ist eine große Herausforderung. Immerhin bin ich ja schon einige Male an diesem letzten Schritt gescheitert.

Das heißt, New York kann noch auf Sie warten?

Ja. Dieses Abenteuer würde mir aber sehr gefallen.

Spielen Sie derzeit so gut wie nie in Ihrer Karriere?

Es ist sicher eine meiner besten Saisonen. Das System, das wir spielen, kommt mir dabei auch entgegen.

Inwiefern?

Unsere Stürmer kann man anspielen, sie verteidigen die Bälle, sodass wir Mittelfeldspieler in der Offensive noch besser ins Spiel finden und Akzente setzen können. Dazu kommt auch meine Erfahrung, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe.

Was haben Sie denn gelernt?

Es war eine Zeit lang so, dass fast jedes Jahr der Trainer und einige Spieler getauscht worden sind. Da wird man flexibel.

Im Nationalteam haben Sie sich Ihren Platz neben David Alaba erkämpft.

Den will ich auch behalten. Aber wichtiger ist, dass wir uns für ein Turnier qualifizieren. Ich bin mit Freude dabei. Wie schon unter Teamchef Josef Hickersberger, bei dem es mir richtig getaugt hat. Das empfinde ich jetzt auch unter Marcel Koller so. Dazwischen hat es eine Periode gegeben, die war für mich eher nichts.

Die Ära Constantini?

Genau, aber da möchte ich nicht ins Detail gehen.

Man sagte eine Zeit lang, dass jeder österreichische Fußballer, der zu Salzburg wechselte, das Fußballspielen zu verlernen schien.

Ich weiß, dass so gesprochen worden ist. Ich war bei Sturm Graz eine Art Freigeist im Offensivspiel. Als ich nach Salzburg gekommen bin mit meinen 22 Jahren, war dort alles anders. Es war für mich eine Umstellung, ich habe zentral gespielt und mehr in die Defensive arbeiten müssen. Und ein Marc Janko ist definitiv besser geworden, zum Beispiel. Mit Zickler und Kovac hatten wir Routiniers in der Mannschaft, von denen ich sehr viel gelernt habe. Es war echt geil, mit denen zu spielen. Vor allem von Niko habe ich mir einiges abschauen können.

Zurück in die Zukunft. Ist Salzburg endlich reif für die Champions League?

Die Zeit ist jetzt endlich reif für die Champions League – wenn wir so auftreten wie in der Europa League. Es wäre Klasse, denn deswegen sind wir alle nach Salzburg gekommen.

Sie sind ein ruhiger, introvertierter Typ. Ist da Salzburg für einen Grazer genau richtig?

Ich fühle mich hier sehr wohl. Aber nach meiner Karriere – wann immer das sein wird – gehe ich nach Graz zurück. Das steht für mich fest. Dort leben meine Familie und meine Freunde.

Der Dauerbrenner läuft so richtig heiß

Christoph Leitgeb (geboren am 14. April 1985 in Graz) begann seine Karriere bei Sturm Graz, spielte von 2005–2007 in der Kampfmannschaft (54 Spiele, 5 Tore), seit 2007 bei Red Bull Salzburg (170 Spiele, 17 Tore).

Leitgeb spielte seit 2006 37-mal für das österreichische A-Nationalteam, erzielte dabei aber noch kein Teamtor.

Leitgeb nahm an der Heim-EURO 2008 teil.

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