Leipzig erfreut das Red-Bull-Imperium

Die Sensation: Frahn durfte sich gegen Wolfsburg drei Mal als Torschütze feiern lassen.
Foto: apa

Im ersten Pflichtspiel als Trainer von RB Leipzig gelingt Peter Pacult die Cup-Sensation gegen Wolfsburg.

Felix Magath wird von Grödig geträumt haben, vielleicht auch von Kurt Garger. Da hatte doch Peter Pacult nach der Sensation seiner Viertliga-Kicker von RB Leipzig gegen die Wolfsburger Bundesliga-Stars von Magath in der ersten Runde des DFB-Pokals (3:2) nichts besseres zu tun, als nach den Ergebnissen in Österreichs zweiter Liga zu fragen.

Mit stoischer Miene saß Magath, der Startrainer, bei der Pressekonferenz und ertrug das bizarre Schauspiel. Und Pacult genoss jeden Augenblick seines Debüts an der Seitenlinie des Millionenprojekts von Red Bull.

Seit Freitagabend besteht kein Zweifel mehr: Die Zukunft des österreichischen Getränke-Imperiums im Welt-Fußball liegt nicht in New York und schon gar nicht in Salzburg, sondern in Leipzig, im Osten Deutschlands. Seit etwas mehr als zwei Jahren hinterlässt die Fußball-Abteilung des Salzburger Weltkonzerns ihre Spuren in Leipzig.

Strategie

Die Wahl der Stadt hatte strategische und pragmatische Gründe. In Leipzig stand mit dem Zentralstadion eine Arena, die dank der WM 2006 auf dem neuesten Stand der Technik war und deren Nutzung sich kein bestehender Verein leisten konnte. Gegen Wolfsburg wurde in dem Stadion, das mittlerweile Red-Bull-Arena heißt, mit 31.212 Zuschauern ein neuer Besucherrekord für eine Leipziger Vereinsmannschaft aufgestellt.

Neben der WM-Arena gab es mit dem SSV Markranstädt zudem einen Verein, der Red Bull die Lizenz zur Verfügung stellte. Das Projekt nahm seinen Lauf und stieß zunächst auf heftigen Widerstand durch die Traditionsklubs FC Sachsen Leipzig und Lok Leipzig. Bei den Matches wurde die Mannschaft von RB Leipzig beschimpft und mit Gegenständen beworfen, der Vereinsbus demoliert.

Die Zeit arbeitet für Red Bull. "Die Leipziger werden sich dem Erfolg nicht verschließen", ist die ostdeutsche Ikone Matthias Sammer überzeugt. Zudem löste sich Sachsen Leipzig vor einem Monat auf, auch bei Lok ist die Zukunft ungewiss.

Vision

Ganz anders bei RB. In zwei Wochen wird das neue Trainingszentrum eröffnet, 30 Millionen Euro soll es gekostet haben. Für sein Ziel Deutsche Bundesliga will Mateschitz bis zu 100 Millionen investieren.

Die Zukunft glänzt bereits, doch die Gegenwart ist noch trist und heißt Regionalliga. "Wolfsburg war ein Einstand nach Übermaß, aber unsere Kaliber kommen erst", sagt Pacult. Beim SV Meppen beginnt am Sonntag die Saison. Welch Glück für Pacult, dass Österreichs zweite Liga an dem Wochenende pausiert.

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(kurier / Philipp Albrechtsberger, Leipzig) Erstellt am
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