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Sport Fußball
08/21/2019

Elfer-Ärger beim LASK: "Wozu gibt's einen Video-Schiedsrichter?"

Während die Spieler die Schiedsrichter-Leistung nicht verdaut haben, bemängelt der Trainer die Chancenverwertung im ersten Duell mit Brügge.

Nach der Heimniederlage gegen Club Brügge im ersten Play-off-Spiel zur Champions League war LASK-Trainer Valerien Ismael einer der wenigen, die das Hauptaugenmerk nicht auf die Leistung des Schiedsrichters legen wollten. "Die erste Szene von Brügge ist natürlich ärgerlich mit der Abseitsposition, doch noch mehr ärgert mich unsere Chancenverwertung. Wir hatten vor allem am Anfang eine sehr starke Phase, müssen da aber einfach konsequenter sein vor dem Tor", sagte der Franzose nach der 0:1-Heimniederlage gegen den belgischen Vizemeister.

Nicht so nüchtern sah es sein Spieler Peter Michorl. "Bei der Szene zum Elfmeter habe ich den Schiedsrichter gefragt, was er gesehen hat. Er meinte ein Foul wäre es sicher gewesen und Abseits wird überprüft. Jetzt frage ich mich wozu gibt es einen Video-Schiedsrichter", konnte der Linzer Mittelfeldmann die Entscheidung des polnischen Unparteiischen Szymon Marciniak auch nach dem Abpfiff nicht nachvollziehen.

Szene des Spiels

Die spielentscheidende Szene im ausverkauften Linzer Stadion gab es am Dienstagabend bereits in der Anfangsphase. Gernot Trauner traf Lois Openda im Strafraum leicht, der ging theatralisch zu Boden. Strittig war der von Hans Vanaken (10.) souverän verwandelte Elfmeter aber auch aus einem anderen Grund: Schiedsrichter Marciniak ahndete eine wohl leichte Abseitsstellung des Brügge-Angreifers noch vor dem Foulpfiff nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten (VAR) nicht - sehr zum Ärger der Linzer.

"Auf so einem Niveau entscheiden Details, es ist dann ärgerlich, wenn das entscheidende Tor durch eine Fehlentscheidung fällt. Für was haben wir dann den VAR?", fragte LASK-Trainer Valerien Ismael.
 

Mangelnde Chancenverwertung

Michorl sah aber ebenso wie sein Coach, wo die Mängel im Spiel seiner Mannschaft lagen. "Doch andererseits haben wir vorher auch drei hundertprozentige Torchancen gehabt. In der zweiten Hälfte hat uns Schlager gerettet, doch wir haben noch alle Chancen im Rückspiel", hob der Standard-Spezialist die Leistung seines Schlussmannes Alexander Schlager hervor. Das tat auch sein Trainer: "In der zweiten Hälfte hat Alex Schlager eine Topleistung geboten."

Abgesehen von der mangelnden Effizienz konnte man den Linzern im ersten Duell mit dem sechsfachen Champions-League-Teilnehmer kaum einen Vorwurf machen. "Es ist klar, dass die Jungs enttäuscht sind, dass sie es nicht geschafft haben, sich zu belohnen. Morgen werden sie aber aufstehen und wissen, dass sie eine super Leistung geboten haben", verlautete Ismael.
 

 

Optimismus

Aufgeben will der ehemalige Top-Innenvertediger trotz der Ausgangslage nicht. "Wir müssen das jetzt schnell verdauen, doch wenn Brügge weiterkommen will, müssen sie besser spielen. Ich bin schon lange im Geschäft, weiß daher, dass es noch eine Chance gibt", zeigte sich Ismael zuversichtlich für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in Belgien.

Ans Aufgeben denken auch seine Spieler nicht. "Der Traum und unsere Chance lebt noch immer, die Ausgangsposition mit dem Auswärtstor für Brügge ist jetzt natürlich schwierig, doch wir können auf unsere Leistung aufbauen. Sie war in Ordnung, wir hatten genügend Chancen, müssen nur noch effizienter auftreten", erläuterte Abwehr-Routinier Emanuel Pogatetz.

Laut Michorl habe man gesehen, dass man dem 15-fachen belgischen Meister Paroli bieten könne. ""Brügge war keinen Deut besser. Wir haben noch die Chance, den Spieß umzudrehen, und ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen", blieb der "Mister Standard" optimistisch. 

Brügge-Trainer Philippe Clement war froh über den knappen Auswärtssieg. "Es war ein schwieriges Spiel, am Anfang war die Leistung nicht gut von uns. In der zweiten Hälfte hatten wir die größeren Chancen. Ich habe gewusst, dass der LASK physisch sehr stark ist und viel Tempo im Spiel hat. Es ist schwierig hier zu gewinnen, ich bin froh, dass wir es geschafft haben", sagte Clement und warnte sein Team. "Doch es war erst der erste Teil in einem schwierigen Duell. In acht Tagen wird es wieder ein schwieriges Spiel."