In Action: Wird Kayode (rechts) auch am Sonntag im Schlager gegen Salzburg sein

© APA/GEORG HOCHMUTH

Fussball
02/28/2016

Larry Kayode: Der ständige Unruheherd

Der Austria-Stürmer möchte im Sonntag-Schlager bei Red Bull Salzburg zuschlagen.

von Alexander Strecha

Red Bull ist der Grund, dass er als Fußballer Karriere macht. Das behauptet ausgerechnet einer, der heute gegen Red Bull in Salzburg einläuft. Tobi Olarenwaju Ayobami Kayode, Stürmer der Wiener Austria, der mittlerweile Gemüter erhitzen kann und Experten wie Fans dazu bringt, dass sich die Geister an ihm scheiden.

Der 22-Jährige erlernte das Spiel mit dem Fußball in der Red-Bull-Akademie in Ghana. Dafür verließ er seine Heimat Nigeria und seine Stadt Ibadan , verabschiedete sich von den zwei Schwestern und den drei Brüdern. Sein Vater war gestorben, als er 12 Jahre alt war. Ihn vermisst er heute noch dermaßen, dass er ihm jeden Torjubel widmet. Durch ihn hat er sich seine größte Stärke im Spiel angeeignet: die Schnelligkeit. Weil der Vater den Ball im Spiel mit dem Buben stets wegschoss, und Larry, wie er genannt wird, ihn so schnell wie möglich holen musste. Heute läuft Kayode den Bällen hinterher, die ihm die Teamkollegen in den Lauf spielen – und den Gegnern sehr oft auf und davon.

Bei der Austria hat er auf Anhieb eingeschlagen, im Herbst war er einer der auffälligsten Spieler der Liga. Das Leichtgewicht (64 Kilo) wirbelte mit seiner Schnelligkeit durch die gegnerischen Abwehrreihen und wurde zum permanenten Unruheherd vor des Gegners Tor. „Larry ist für uns eine echte Waffe“, meint Trainer Thorsten Fink mit Wertschätzung.

Zwei Gesichter

Doch er hat unterschiedliche Phasen. Sagt Fink. „Einmal ist er extrem lustig.“ Da grinst er über das ganze Gesicht, bewegt sich gerne grazil zu Hip-Hop-Musik. „Dann wiederum ist er die nächsten zwei, drei Tage extrem ruhig.“ Da zieht er sich zurück, mimt den Einzelgänger, sitzt oftmals allein in einer Ecke. Da braucht er die nötige Ruhe, weil ihn etwas beschäftigt.

Zum Beispiel die Kritik an seinem Spielstil, der zeitweise durch viele Gesten für Gegner und Zuschauer provokant wirkt. Oder wenn er ein Foul reklamiert, obwohl sein geringes Gewicht dem Zweikampf einfach nicht standgehalten hat. Ein Schelm, der schmunzeln muss bei der Information, dass Kayode von 2010 bis 2014 bei dem Klub ASEC Mimosas gespielt hat. Dennoch wird kein Spieler in der Liga so oft regelwidrig gestoppt wie Kayode. Weil er eben aufgrund seiner Schnelligkeit oft nicht anders aufzuhalten ist. „Derzeit ist er voll konzentriert. Larry ist ein sensibler Mensch. Das benötigt Fingerspitzengefühl“, sagt Fink. Der Verein riet dem Stürmer, sich derzeit öffentlich nicht zu äußern, Kayode hält sich daran. Vorangegangen war dem ein Gespräch von Sportdirektor Franz Wohlfahrt mit dem Nigerianer, weil sich dieser vermehrt in Diskussionen auf dem Platz verzettelte und sich so seiner Stärken beraubte.

Der Staubsauger

Seine Stärken soll er heute wieder ausspielen und dem Gegner aus Salzburg auf die Nerven gehen. Fink wagt einen witzigen Vergleich: „Christoph Daum hat einmal vom Staubsauger-Vertreter-Prinzip gesprochen. Wenn du zehn Mal an die Tür klopfst, dann wirst du auch etwas verkaufen. Das gilt für einen Stürmer irgendwie auch.“
Daher fordert der Coach Kayode keineswegs auf, sein Spiel zu ändern. Auch wenn seine Technik und besonders der linke Fuß durchaus einer Verbesserung würdig wären.

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