APA13122532 - 07062013 - WIEN - ÖSTERREICH: Marc Janko (AUT) jubelt über das tor zum 2:0 während des Fußball WM-Qualifikationsspieles zwischen Österreich und Schweden am Freitag, 07. Juni 2013, im Ernst Happel-Stadion in Wien. APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER

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WM-Qualifikation
08/27/2013

Keine Überraschungen im Teamkader

Teamchef Koller setzt gegen Deutschland und Irland auf bewährtes Personal. Janko und Kavlak kehren zurück.

von Alexander Strecha

Es gibt keine großen Veränderungen.“ Damit ist gleich alles gesagt: Teamchef Marcel Koller vertraut für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Deutschland (6. September in München) und gegen Irland (10. September in Wien) dem altbekannten Personal. Lediglich Burgstaller und Janko sind wieder mit von der Partie, Baumgartlinger ist für das Deutschland-Spiel gesperrt.

Koller, der Schweizer, bewies Kenntnis um die österreichisch-deutsche Fußball-Geschichte: „Seit 1931 hat Österreich in Deutschland nicht gewonnen. Deutschland ist eine Hausmarke.“ Nein, das ist jetzt nicht als großspurige Ansage zu werten, diese Negativserie zu beenden. „Wir gelten sicher nicht als Favorit. Aber wir müssen frech auftreten und etwas riskieren. Jeder muss bereit sein, mehr zu tun als zuletzt gegen Griechenland.“

Kopfarbeit

Die Vorbereitung auf Deutschland ist länger als jene danach auf Irland, daher fordert Koller von seinen Schützlingen eine mentale Trennung. „Nach dem Deutschland-Spiel werden wir in erster Linie regenerieren. Das Heimspiel gegen Irland wird von der Ausgangslage her ganz anders. Die Einstellung findet im Kopf statt.“

Eine neuerliche Chance erhält Stürmer Marc Janko, der bei Trabzonspor zwar keine Spielpraxis hat, aber immerhin unter dem neuen Trainer wieder mit der Mannschaft trainieren darf. Ein kleiner Fortschritt als Lichtblick für den Teamchef. „Wir werden uns Marc im Training anschauen und dann beurteilen, ob es reicht oder nicht. So wie wir das gegen Schweden gemacht haben.“ Damals hat es gereicht, Janko erzielte sogar ein Traumtor. Koller begründet auch, warum er an Janko festhält, obwohl er beim Verein schon rund ein halbes Jahr kein Pflichtspiel bestritten mehr hat: „Österreichische Stürmer, die im Ausland spielen und schon bewiesen haben, dass sie international treffen, sind dünn gesät.“

Für das Spiel in der Münchner Allianz-Arena sind noch Karten im Verkauf, Österreich dürfte bei den deutschen Fußballfans kein allzu großes Zugpferd sein. Die Karten für den Österreich-Sektor jedenfalls sind längst vergriffen.

Der Kader:

Tor: Robert Almer (Energie Cottbus/GER, 9 Länderspiele), Heinz Lindner (Austria Wien, 4), Ramazan Özcan (FC Ingolstadt/GER, 1)

Verteidigung: Aleksandar Dragovic (Dynamo Kiew/UKR, 22 Länderspiele/0 Tore), Christian Fuchs (Schalke 04/GER, 55/1), György Garics (Bologna/ITA, 34/2), Florian Klein (Red Bull Salzburg, 14/0), Emanuel Pogatetz (1. FC Nürnberg/GER, 57/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/GER, 41/3), Manuel Ortlechner (Austria Wien, 8/0), Markus Suttner (Austria Wien, 8/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/GER, 26/4), Marko Arnautovic (Werder Bremen/GER, 28/7), Julian Baumgartlinger (FSV Mainz/GER, 28/0), Guido Burgstaller (Rapid Wien, 5/0), Andreas Ivanschitz (Levante/ESP, 62/11), Zlatko Junuzovic (Werder Bremen/GER, 28/4), Veli Kavlak (Besiktas Istanbul/TUR, 25/1), Christoph Leitgeb (Red Bull Salzburg, 33/0)

Sturm: Martin Harnik (VfB Stuttgart/GER, 37/9), Philipp Hosiner (Austria Wien, 4/2), Marc Janko (Trabzonspor/TUR, 34/15), Andreas Weimann (Aston Villa/ENG, 7/0)

Auf Abruf: Thomas Gebauer (SV Ried, 0); Christopher Dibon (Rapid, 1/1), Martin Hinteregger (Salzburg, 0), Thomas Reifeltshammer (Ried, 0), Christopher Trimmel (Rapid, 3/0), Andreas Ulmer (Salzburg, 2/0); Alexander Grünwald (Austria, 0); Thomas Hinum (Ried, 0), Raphael Holzhauser (FC Augsburg/GER, 0), Jakob Jantscher (Salzburg, 16/1), Florian Mader (Austria, 0), Marco Meilinger (Salzburg, 0), Yasin Pehlivan (Bursaspor/TUR, 17/0), Daniel Royer (Austria, 6/0), Marcel Sabitzer (Rapid, 1/0); Rubin Okotie (Austria, 5/0), Robert Zulj (Ried, 0)

Treue Teamchefs

Der Schweizer Marcel Koller kann seinen Hang zur Treue nicht verhehlen. Er steht auch dazu. Er begründet sie damit, dass er nicht bei jedem Trainingslehrgang jedem Spieler seine Philosophie neu erklären muss. Er steht zu seinem Stamm und ist in den Qualifikationsspielen auch nicht enttäuscht worden.

Auch wenn Spieler wie Klein oder Leitgeb bei Salzburg kein Leiberl haben. Koller lässt sie nicht fallen, weil er überzeugt ist, dass sie ihm bei der Umsetzung seiner Philosophie hilfreich sein können. Er hat Tormann Almer als Reservist bei Düsseldorf die Treue gehalten – und wurde nicht enttäuscht. Er stand und steht auf Mark Janko in der schweren Zeit bei Trabzonspor. Janko erzielte gegen die Schweden ein wichtiges Tor.

In dieser Einstellung ähnelt Koller seinem nächsten Gegenüber Jogi Löw. Auch der hält Spielern, die ihn nicht enttäuscht haben, die Treue. Lukas Podolski etwa war im Klub nicht gesetzt, im Team brachte er seine Leistung. Trotzdem muss sich Löw Kritik gefallen lassen, wenn er jemanden für den Kader auslässt. Warum er denn auf Stefan Kießling verzichte, der zuletzt sein 100. Tor für Leverkusen geschossen hat?

Und wenn Löw denn einmal rotiert und es funktioniert nicht, dann wird ihm das als Fehler vorgehalten. Bei der EM sei dies mit ein Grund gewesen, dass Deutschland wieder keinen großen Titel geholt habe, hieß es dann.

Ein Vorwurf den Koller nicht fürchten muss.

Luxusprobleme mit Brisanz

Österreich? Nein, Österreich hat in den aktuellen Debatten rund um die deutsche Nationalmannschaft kein Leiberl. Neun Tage vor dem WM-Qualifikationsspiel in München gibt es weit wichtigere und spannendere Themen als das Duell mit dem kleinen Nachbarn, das hierzulande ohnehin weit mehr Brisanz zu besitzen scheint als in Deutschland.

Schon jetzt dreht sich fast alles nur um das Turnier in Brasilien, für das der DFB die Quartiere längst ausgespäht hat. Dass den Deutschen noch irgendwer den Gruppensieg streitig machen könnte, damit rechnet ohnehin niemand. Wie auch den jüngsten Personal-Diskussionen zu entnehmen ist. Dabei dreht sich alles nur um eine Frage: Wird Stefan Kießling von Joachim Löw doch mit nach Brasilien genommen? Dieses brisante Thema verfolgt den Bundestrainer nun schon seit mehreren Jahren. Eigentlich, seit Kießling für Leverkusen Tore wie am Fließband produziert, und das macht der 29-jährige Goalgetter nun doch schon über einige Jahre. Doch von Löw wird Kießling, der am Wochenende beim 4:2 gegen Mönchengladbach sein 100. Bundesligator erzielt hat, fast schon beharrlich ignoriert.

Bei der EM im Vorjahr stand er nicht im Aufgebot, und auch dem Kader für das Österreich-Match, den Löw am Donnerstag bekanntgeben wird, dürfte der amtierende Torschützenkönig nicht aufscheinen. Miroslav Klose und Mario Gomez seien weiterhin erste Stürmer-Wahl, betont Löw nach jedem Treffer von Kießling. Der verschmähte Stürmer selbst will sich mit dem Thema vorerst gar nicht mehr beschäftigen: „Im Moment interessiert mich die Weltmeisterschaft einen feuchten Käse“, erklärte Kießling am Samstag.

Gündogan und Podolski nicht dabei

Die deutsche Nationalmannschaft wird ohne Ilkay Gündogan und Lukas Podolski in die Partie gegen Österreich gehen. Wie Gündogans Klub Borussia Dortmund am Dienstag bekanntgab, muss der Bundesligist voraussichtlich einen Monat auf den Mittelfeldmann verzichten. Laut Mannschaftsarzt Markus Braun benötigt Gündogan aufgrund einer Überlastungsreaktion im Lendenwirbel-Bereich eine weitere Rehabilitationszeit.

Podolski zog sich beim 2:0-Sieg von Arsenal gegen Fenerbahce Istanbul eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu. Der 28-Jährige war in der 50. Minute ausgewechselt und auf einer Trage vom Platz gebracht worden. Der Stürmer werde wegen der Verletzung für drei Wochen fehlen, sagte Arsenals Teammanager Arsene Wenger nach dem Spiel.

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