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Sport Fußball
01/19/2021

Kein Medizincheck, kein Vollzug: Alaba noch nicht bei Real

KURIER-Informationen zufolge ist der Deal noch nicht fixiert. Real Madrid ist aber weiterhin Favorit.

von Andreas Heidenreich

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Bayern-Coach Hansi Flick am Mittwoch, angesprochen auf den bevorstehenden Verlust seines Abwehrchefs David Alaba. Allerdings: Man kann davon ausgehen, dass der Wiener den Klub im Sommer verlassen wird. Und damit zum wertvollsten Spieler mutiert, der jemals ablösefrei seinen Klub gewechselt hat.

Alabas Marktwert liegt aktuell bei 65 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.at), Robert Lewandowski war  50 Millionen wert, als er nach Vertragsende in Dortmund 2014 nach MĂŒnchen ĂŒbersiedelt ist und seinen Wert dort noch steigern konnte.

Klar, dass in Bezug auf die Zukunft von David Alaba viel spekuliert wird. Am spĂ€ten Montagabend berichtete die Madrider Sporttageszeitung Marca von einem Vollzug. Unter dem Titel „Alaba und Real Madrid – der Deal ist abgeschlossen“, schrieb die Zeitung von einem Vierjahresvertrag, der dem Wiener jĂ€hrlich elf Millionen Euro netto aufs Konto spĂŒlen soll.

Falschmeldung

Dem Bericht zufolge sei Alaba bereits in Madrid gewesen, um den Medizincheck zu absolvieren. Von Alaba selbst gibt es freilich keinen Kommentar zum Tauziehen um seine Person. Der KURIER hat allerdings seine FĂŒhler bis ins Vorzimmer des Bayern-Stars ausgestreckt und erfahren: Es stimmt weder das eine, noch das andere.

Die Königlichen sind durchaus weiterhin der Favorit im Rennen um den ablösefreien Bayern-Star, doch vollzogen ist noch nichts. Und der 28-JÀhrige war auch nicht bei irgendeinem Check. Zumindest im Laufe der letzten Woche hÀtte er dies gar nicht sein können.

Letzten Mittwoch erst schieden die Bayern im Cup bei Zweitligist Holstein Kiel aus. Am Donnerstag flog Alaba mit der Mannschaft zurĂŒck nach MĂŒnchen, wo am Freitag und Samstag trainiert wurde. Am Sonntag spielte Österreichs Teamspieler beim 2:1-Sieg gegen Freiburg ĂŒber 90 Minuten und musste daher auch am Montag das Regenerationstraining mit der Mannschaft bestreiten.

VĂ€terlicher Rat

Es dauerte nicht lange, da dementierte auch Alabas Vater George am Dienstag die Nachricht aus der spanischen Hauptstadt: „Die Meldungen aus Spanien kann ich nicht bestĂ€tigen. Es ist noch nichts fix oder unterschrieben. Es gibt viele Interessenten“, sagte George Alaba der Bild-Zeitung. Der 61-JĂ€hrige berĂ€t seinen Sohn schon seit dessen Wechsel von der Wiener Austria zu den Bayern im Sommer 2008. FĂŒr die bevorstehende, wohl grĂ¶ĂŸte Entscheidung im Laufe seiner Karriere, hat die Familie den ebenso profilierten wie berĂŒchtigten Pini Zahavi hinzugezogen.

Der 77-jĂ€hrige Israeli, der bereits in den 1990er-Jahren Stars wie Rio Ferdinand vertrat und als besonders hartnĂ€ckig und gefinkelt gilt, wurde im Laufe der Alaba-Verhandlungen von Bayern-EhrenprĂ€sident Uli Hoeneß bereits als „geldgieriger Piranha“ beschimpft.

Vermittler Zahavi jedenfalls hat auch den aktuellen Weltfußballer Robert Lewandowski bei dessen jĂŒngster VertragsverlĂ€ngerung im Sommer 2019 vertreten und dabei eine Traumgage von 19,5 Millionen Euro brutto ausgehandelt. Man kann davon ausgehen, dass der Pole seinen Berater innerhalb der Bayern-Kabine weiterempfohlen hat.

Ob sich das Engagement Zahavis auch fĂŒr Alaba auszahlen wird? Zumindest sein persönlicher Stellenwert hat eher nicht darunter gelitten, wie auch die Tatsache zeigt, dass der Wiener bereits zum dritten Mal im Laufe der letzten Wochen das Cover der grĂ¶ĂŸten Sporttageszeitung Spaniens ziert. Alaba bewegt sich in SphĂ€ren, die andere österreichische Fußballer nicht kennen.

Dass er sich völlig verpokert, kann man getrost ausschließen. Denn neben Real zeigen weiterhin Paris Saint-Germain, Manchester City und der FC Liverpool reges Interesse. Und dann gibt es noch den FC Barcelona, dem am Sonntag eine PrĂ€sidentschaftswahl bevorsteht, deren Ausgang Einfluss auf die kommenden TransferaktivitĂ€ten haben wird. Eine Anfrage des FC Chelsea wurde indes von Alaba-Seite dankend und wertschĂ€tzend abgelehnt.

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