10.08.2013 Suedstadt; Niederoesterreich; Trenkwalder Arena; Fussball; Bundesliga; FC Admira Wacker - Sturm Graz Markus Katzer Copyright DIENER / Eva Manhart Marktgasse 3-7/4/5/21 A-1090 Wien Telefax +43 1 955 32 35 Mobil +43 676 629 98 51 BA CA Bank Nr. 12000 Account Nr. 00712 223 783 e-mail: agentur@diener.at Datenbank: www.diener.at

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Interview
08/18/2013

Katzers Wiedersehen mit Rapid

Nach neun Jahren bei Rapid trifft Markus Katzer mit der Admira auf seinen Ex-Klub.

von Alexander Huber

Markus Katzer, 33, im Interview ĂŒber das Duwort, das AMS und seine Erlebnisse bei den Rapid Amateuren.

KURIER: Wie war das GefĂŒhl, nach neun Jahren beim Derby im Hanappi-Stadion als Ex-Rapidler zuzuschauen?
Markus Katzer:
Meine Frau hat mir diese Frage auch gestellt. Sie hat mich in der „Streikphase“ kennengelernt und kennt diese gute Stimmung im Stadion ja kaum. Es war kein Problem. Ich habe so viel mit Rapid erlebt, dass ich jetzt gerne nur zuschaue.

WĂŒrden Sie heute ĂŒber ein Tor von Ihnen gegen Rapid jubeln?
(denkt lange nach) Ich habe Rapid im Fußballer-Herzen, so wie die Admira, wo ich groß geworden bin. Da gehört es sich einfach, die Emotionen zurĂŒckzuhalten.

Sie waren unter fĂŒnf Rapid-Trainern von Hickersberger ĂŒber Zellhofer, Pacult und Schöttel bis zu Barisic, der Sie auch noch halten wollte, stets gesetzt. Jetzt gibt es mit Schrammel, Palla und Denner gleich drei linke Verteidiger, von denen sich noch keiner durchgesetzt hat. Ihre EinschĂ€tzung?
Ich glaube, dass Luki Denner ein richtig Guter ist, der aber noch seine Spiele braucht. Wobei der Zoki eh schon gezeigt hat, dass er sich nichts scheißt und die Jungen spielen lĂ€sst.

Sie sagen „der Zoki“. Sind Sie mit Oliver Lederer per Du?
NatĂŒrlich, der Oli ist nur zwei Jahre Ă€lter als ich und hat mit mir bei den Admira-Amateuren gespielt. Wenn ein Co-Trainer zum Chef aufsteigt, ist man meistens schon per Du.

Kann das ein Problem mit dem nötigen Respekt ergeben?
Nein. Da geht es nur um die nötige soziale Intelligenz, Respekt zu zeigen, auch wenn man per Du ist. Oliver hat ja auch schon Trainings geleitet, als Toni Polster der Chef war. Da war zu erkennen, dass er sehr genau ist, ein Vollprofi und ein Gasgeber.

Haben Sie schon einmal einen Àhnlich rasanten Start wie bei der Admira erlebt?
Nein. Montagabend hat mich Herr Weiß angerufen, am Dienstag waren wir einig und am Nachmittag hab’ ich in der SĂŒdstadt mittrainiert. Drei Tage spĂ€ter war der Trainer weg. Ich hĂ€tte nicht gedacht, dass es so endet.

Rapid hat Ihnen erlaubt, nach dem Vertragsende mit den Amateuren zu trainieren. Wie haben Sie diese zwei Monate erlebt?
Das war das Beste, was mir jemals passiert ist. Das hat mir fĂŒr die Zeit nach der Karriere extrem geholfen. Ich weiß jetzt, wie junge Talente ticken. DafĂŒr möchte ich mich bei Amateure-Trainer Norbert Schweitzer bedanken. „Alles hat seinen Sinn“ ist mehr als eine depperte Phrase. Als Fußballer kann man schon einmal den Blick aufs Wesentliche verlieren.

Können die Jungen einschÀtzen, welche Chance sie hÀtten, wenn sie professionell leben?
Sie hören das immer nur vom Trainer. Das geht beim einen Ohr rein, beim anderen wieder raus. Wenn aber einer kommt, der Erfolge bei den Profis ohne diese perfekte Ausbildung hatte, glauben sie dir. Nicht alle, manchen ist alles wurscht. Aber ich habe schon bei einigen gemerkt, wie sie in den paar Wochen mehr ProfessionalitÀt und Ernst reingebracht haben.

Wie haben Sie sich als arbeitslos Gemeldeter gefĂŒhlt?
Emotional war es fĂŒr meine Frau schwierig. FĂŒr mich war es nur ein komisches GefĂŒhl, zum ersten Mal in meinem Leben beim AMS reinzugehen. Sonst wĂ€r’ ich ab Juni nicht mehr versichert gewesen. Aber jeder Kicker sollte wissen, dass das passieren kann. Der Markt wird mit Jungen ĂŒberflutet – und den Klubs wird das Geld knapp.

Sie haben ein Kind mit der Tochter von Hans Krankl, sind aber getrennt. Ist das noch ein Problem, wenn Sie den Ex-Schwiegervater im Stadion treffen?
Normal sollte Privates privat bleiben. Das war bei dieser Konstellation kaum möglich. Wenn ich den Hans heute alsSky-Experte sehe, grĂŒĂŸt man sich und fertig. Der Rest ist Vergangenheit.

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