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Sport | Fußball
03/18/2019

Katerstimmung bei Rapid: "Wir haben es nicht verdient"

Der Einzug in die Meistergruppe ist Rapid misslungen. In Hütteldorf gibt man sich selbstkritisch.

Statt sich auf den Kampf in der Meistergruppe vorzubereiten, ist bei Rapid am Sonntagabend erst einmal Katzenjammer angesagt. Die Hütteldorfer hatten angesichts der Leistungen der Konkurrenz ohnehin keine Chance mehr auf den Sprung über den Strich, das enttäuschende 2:2-Heimremis gegen Hartberg wäre jedoch selbst im günstigsten Fall zu wenig gewesen. Rapid verlor in der Tabelle sogar einen Platz an Mattersburg und ist Achter.

"Wir sind sehr enttäuscht, wobei ein Sieg eh nicht geholfen hätte", fasst Trainer Didi Kühbauer zusammen. "Wir haben sehr gut begonnen, sind ein unglaubliches Tempo gegangen und hätten 3:0 führen können, dann wäre Hartberg nicht mehr zurückgekommen." Stattdessen kostete eine Fehlentscheidung Rapid das zwischenzeitliche 2:0 durch Maximilian Hofmann, danach traf zwar Murg zur Zwei-Tore-Führung, aber Hartberg glich per Doppelschlag aus und hielt das 2:2 bis zum Schlusspfiff.

"Haben oben nichts verloren"

"Ein Sieg hätte uns auch nicht geholfen, aber das ist keine Ausrede", weiß auch Kapitän Stefan Schwab. Wir müssen jetzt alle unseren Mann stehen und in den letzten zehn Runden alles raushauen." Über die eigene Leistung vor allem im Herbst fällt er ein harsches Urteil. "Wir haben es nicht verdient, oben dabei zu sein. Wenn man nach 22 Runden Achter ist, pfeifen die Fans zurecht." Die Spieler hatten sich nach dem Schlusspfiff unter einem heftigen Pfeifkonzert in den Tunnel verzogen.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Thomas Murg. Der Torschütze zum 2:0 meint zu den Pfiffen: "Nach so einer zweiten Hälfte haben wir es nicht anders verdient. Wenn wir so spielen wie nach dem Seitenwechsel, haben wir oben nichts verloren." Er ortet auch Verbesserungspotenzial: "Vielleicht ist es in der zweiten Hälfte auch an der Fitness gelegen, in diesem Bereich muss jeder noch mehr machen."

Steiniger Weg

Liga-Duelle mit der Austria, Salzburg, Sturm oder dem LASK sind bis zur kommenden Saison passe. Nun gilt es, gegen kleine Klubs die Saison halbwegs zu retten. Um noch in den Europacup zu kommen, müssen die Qualifikationsgruppe, in der man nach der Punktehalbierung einen Punkt hinter Mattersburg liegt, und anschließend die Play-offs gewonnen werden. Ein weiterer Weg ins internationale Geschäft wäre der Cup-Titel, allerdings wartet im Semifinale auswärts der formstarke LASK - angesichts der aktuellen Verfassung von Rapid eine äußerst schwer überwindbare Hürde.

Für die kommenden zehn Spiele gibt Kühbauer ein klares Ziel vor: "Wir dürfen nicht glauben, dass die Saison vorbei ist, wir sind Profis. Platz sieben muss unser Ziel sein." Und für die kommende Saison wagt der Rapid-Coach eine mutige Prognose, was das untere Play-off angeht: "Ich garantiere, nächstes Jahr werden uns die Kleinen nicht sehen."