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Katar bei der WM: Viel Geld, aber Trainer Lopetegui hat kaum Spieler

Krieg und Legionäre machen es Katar schwer. Dennoch wünscht sich Erfolgscoach Julen Lopetegui ein erfolgreiches Auftreten. Am Samstag geht es gegen die Schweiz los.
Der Spanier Lopetegui ist seit Mai 2025 Katar-Coach.

Würde die laufende WM nicht die halbe Welt umfassen, wäre Katar wohl nicht qualifiziert. Aber nach einem Gruppensieg in der 4. Runde der Qualifikation darf das Emirat im Persischen Golf als eines von acht asiatischen Länder und neun aus der „Asian Football Confederation“ (Australian ist mittlerweile dabei) die Trikots vor einem Weltpublikum anziehen. Das passierte bereits 2022, und damals hätte man am liebsten die Köpfe unter den Leiberln versteckt, punktelos und mit einer Tordifferenz von 1:7 verabschiedete man sich als schlechtester Gastgeber der WM-Geschichte aus dem Turnier.

Obwohl die Voraussetzungen zuletzt nicht die feinsten waren, hat man viel dafür getan, die Schmach aus den Köpfen zu löschen. Bei der WM dabei zu sein, sei schon „ein Erfolg in Großbuchstaben“, wie Julen Lopetegui der Süddeutschen erzählt. Der Spanier ist seit Mai des Vorjahres Trainer der Katarer und für die erstmalige Qualifikation für eine Endrunde verantwortlich. Wenn schon nicht am Samstag im Spiel gegen die Schweiz in Santa Clara nahe San Francisco (21 Uhr, Servus TV), sollen die ersten WM-Punkte gegen Kanada oder Bosnien-Herzegovina ins Land geholt werden.

Lopetegui hat es aber nicht leicht. Zwar schwimmt Katar im Geld, das vielfach auch in den Sport fließt, aber es fehlt das eigentliche Material, um erfolgreich zu sein: die Spieler. Lopetegui spricht von einer brillanten Generation von Kickern, die heute um die 40 sind, „die aber keine klare Nachfolge hat“. Woher sollte sie auch kommen? Von 300.000 Katarern rennen lediglich 10.000 dem Ball nach. Dass man internationale Stars in die heimische Liga holt, ist gut für das Interesse, hat aber auch einen Haken: „Manche kommen in der Liga nur vier oder fünf Mal zum Einsatz“, sagt der 59-Jährige.

Der Krieg zerstörte viel

Die Euphorie über die geschaffte Qualifikation war dennoch da – bis der Krieg ausbrach. Dazu mussten Testspiele gegen Argentinien und Serbien abgesagt werden. Und gab es einmal eines der seltenen Trainings, mussten sich die Spieler jedes Mal in Sicherheit bringen, wenn das Handy Alarm schlug. „Es war eine sehr unangenehme Erfahrung“, gesteht Lopetegui ein.

Er selbst blieb. „Nicht, weil ich den Helden spielen wollte“, erzählt er. „Aber ich hatte das Gefühl, dass ich der Mannschaft und dem Land gegenüber Verantwortung zu tragen hatte.“

Skandal 2018

Für Lopetegui ist es die erste WM. Aber nicht die erste Vorbereitung: 2018 wurde er bei der Endrunde in Russland als Coach der Spanier wenige Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen Portugal entlassen. Weil er bekanntgegeben hatte, dass er unmittelbar nach der WM zu Real Madrid wechselt.

„Die Verhandlungen haben ohne Kenntnis des spanischen Verbandes stattgefunden. Es gibt Verhaltensformen, die man einhalten muss“, argumentierte der damalige spanische Verbandsboss Luis Rubiales, der einige Jahre später in der Kuss-Affäre im Frauenfußball traurige Berühmtheit erlangen sollte.

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