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Sport Fußball
10/10/2020

Kampf dem Kick and Rush: Wie Österreich in Nordirland besteht

Die Briten zwingen ihrem Gegner gern ihr Spiel auf. Das ÖFB-Team sollte dies am Sonntag in Belfast spielerisch verhindern.

von Andreas Heidenreich

Vor den Spielen der österreichischen Nationalmannschaft ist das große Rätselraten schon zur Tradition geworden. Wird Franco Foda die ÖFB-Elf mit einer Dreier- oder Viererkette auf den Rasen schicken? Welche Position wird David Alaba einnehmen? Warum also sollte es vor dem Gastspiel in der Nations League am Sonntag in Belfast gegen Nordirland anders sein? Ist es nicht.

Franco Foda hat gegen die Briten mehrere Möglichkeiten. Dass Martin Hinteregger beim Medientermin am Donnerstag – im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen – einen großen Bogen ums Phrasenschwein machte und dem Teamchef sogar öffentlich eine Rückkehr zur Vierer-Abwehrkette nahelegte, wird der Deutsche vernommen haben. Ob er dem Wunsch seines Abwehrchefs entspricht, wird man am Sonntag sehen.

Nordirlands Stärken

Es wäre keine Überraschung, würde Foda wie zuletzt gegen Griechenland eine 3-4-2-1-Formation aufbieten und David Alaba anstelle des abgereisten Marco Friedl die Position links im Vierer-Mittelfeld schmackhaft machen.

Mit drei (kopfballstarken) Innenverteidigern würde man auch auf die Stärken des Gegners eingehen. Denn die Nordiren werden versuchen, die Österreicher im Windsor Park in luftige Höhen zu locken. Ganz so, wie es ihren technischen Möglichkeiten entspricht und wie sie es auch am Donnerstag in Sarajevo getan haben. Mit Erfolg. Nordirland gewann keinen Schönheitspreis, aber das Spiel gegen Bosnien und Herzegowina schließlich im Elfmeterschießen und kann damit am 12. November mit einem Heimsieg im Play-off-Finale gegen die Slowakei ein Ticket für die EM im kommenden Jahr lösen.

In bewährter Kick-and-Rush-Manier wird Nordirland am Sonntag versuchen, sich mittels hoher und langer Bälle dem Pressing der Österreicher zu entziehen, umgekehrt aber im Spiel gegen den Ball selbst hoch attackieren, um Hinteregger und Co. ebenso zu hohen Bällen zu zwingen. Die Österreicher werden vermutlich alles daransetzen, sich dieses Spiel vom Gegner nicht aufzwingen zu lassen, sondern selbst spielerisch dominant zu sein. Dazu wird man Überzahlsituationen im Spielaufbau schaffen müssen, was durch clevere Positionierung unabhängig von Dreier- oder Viererkette gelingen sollte.

Mehr Bewegung

Vor allem aber wird man sich in Ballbesitz im Vergleich zum Spiel gegen Griechenland besser im Raum zwischen Abwehrkette und Mittelfeld des Gegners bewegen müssen. Mit der zu erwartenden Hereinnahme von Christoph Baumgartner anstelle des statischen Raphael Holzhauser könnte das gelingen. Quirlige und technisch starke Spieler wie der Hoffenheim-Legionär oder etwa Alessandro Schöpf könnten dann die eher behäbigen Nordiren vor Probleme stellen.

Dann sollte auch zum Tragen kommen, dass die Österreicher vor der Partie einen Tag mehr Pause und nicht wie der Gegner noch am Donnerstag ein Entscheidungsspiel über 120 Minuten zu bestreiten hatten. Agiert man indes zu passiv und mit dem Ball am Fuß mutlos, könnten die Nordiren drei Tage nach dem Sieg über Bosnien auch den Österreichern ihren geliebten Spielstil aufzwingen.

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