Sport | Fußball
16.05.2018

Kaderplanung und Weichenstellung bei der Austria

Der Trainer-Entscheidung mit Thomas Letsch folgen die Kaderplanung und die Philosophie-Ausrichtung.

Auf die wichtigste Frage hat die Austria am Montagabend eine Antwort gefunden. Thomas Letsch wird in den kommenden zwei Jahren versuchen, die Veilchen wieder zum Blühen zu bringen. Am Mittwoch Mittag setzt sich die Austria-Spitze zusammen, um die Planung für die kommende Saison zu intensivieren.

In erster Linie geht es dabei um mögliche Verpflichtungen oder auch Abgänge von Spielern. „Die Suche ist ohnehin schon seit einiger Zeit voll im Gange“, unterstreicht Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Gesucht werden nach den Verpflichtungen von Sax und Schoissengeyr noch ein Flankenspieler, ein zentraler Defensivmann, ein Offensivgeist statt Holzhauser sowie eventuell ein Stürmer. Gezielt wird man dabei auf das Geld schauen (müssen), grundsätzlich verfolgt man weiterhin die Strategie, so viele ablösefreie Spieler wie möglich zu verpflichten. „Wir sind ja auch dazu angehalten, Transfersummen zu erzielen“, schließt Wohlfahrt umgekehrt nicht aus, dass noch  aktuelle Kaderspieler den Verein verlassen werden.

Ausrichtung

Nach einer schwachen Liga-Saison stellt sich der Austria-Fan aktuell die Frage, wofür die Veilchen in den nächsten Jahren stehen, welchen Fußball sie pflegen sollen.  Mit starren Systemen möchte man sich nicht selbst einsperren. „Wichtig ist, dass wir mehrere Möglichkeiten beherrschen“, so Wohlfahrt, der schon bei seinem Amtsantritt gemeint hatte, dass seine Philosophie wäre, keine fixe Philosophie zu verfolgen. „Wenn wir flexibel und variabel sind, kann man uns auch nicht so leicht ausrechnen.“  Nicht vorgesehen ist es, den Nachwuchsteams in der Akademie das System der Kampfmannschaft zwangsweise überzustülpen.

Akademie-Leiter Ralf Muhr: „Es geht darum, dass die Spieler den Anforderungen des Cheftrainers entsprechen, und nicht in erster Linie um das System. Wir wollen Kicker ausbilden, die unter großem Druck technische Lösungen parat haben. Wichtig ist das Anwenden von dynamischer Technik.“  Talente wie Prokop, Borkovic oder Demaku hätten schon bewiesen, dass sie in das Konzept von Thomas Letsch passen. Muhr ist zudem in ständigem Austausch mit dem Trainer. Die Jung-Veilchen sollen während ihrer Ausbildung sämtliche  Systeme kennen lernen, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein und flexibel reagieren zu können.

„Ich bin nicht dafür, dass man in der Akademie einen Stil durchspielt. Die Ausbildung soll vielfältig sein“, sieht es Wohlfahrt ähnlich und weiß, dass man sich damit vom erfolgreichen Konzept von Red Bull Salzburg unterscheidet. „Die Spieler sollen mehrere Arten von Fußball kennen lernen, damit sie jederzeit gerüstet sind.“

Sichtung

Die Saison-Analyse ist bei den Violetten fast vollständig abgeschlossen, in den verbleibenden Partien in St. Pölten und auch in Wr. Neustadt gegen Meister Salzburg setzt man  vor allem jene Spieler ein, auf die man auch künftig setzen möchte. Einen guten Charakter mögen sie haben. In den kommenden Wochen steht die Kaderplanung im Vordergrund, ehe am 13. Juli das neue Stadion, die Generali Arena, gegen Borussia Dortmund eingeweiht wird. Thomas Letsch ist dies eine besondere Freude. „Wir wollen so rasch wie möglich etwas Neues für die neue Saison im neuen Stadion aufbauen.“