WM-Play-offs: Italien zittert vor der Katastrophe
Italiens Moise Kean
Wissen Sie noch, was am 24. Juni 2014 war? Italien verlor bei der WM in Brasilien das letzte Gruppenspiel gegen Uruguay 0:1 und schied aus. Doch es war mehr als nur der Abschied von diesem Turnier, es sollte der Abschied von der WM-Bühne für eine sehr lange Zeit sein. Die Endrunden 2018 und 2022 hat der vierfache Weltmeister verpasst, ein drittes Scheitern in Folge wäre schlichtweg eine Katastrophe im fußballverrückten Italien.
Dementsprechend groß ist der Druck, der vor dem Play-off-Finale in Bosnien auf der Squadra Azzurra lastet. „Wir werden alles tun, um es zu schaffen“, verspricht Federico Dimarco. Ein Video, das den Inter-Star nach Bosniens Finaleinzug jubelnd zeigte, hatte im Vorfeld für Wirbel gesorgt. „Man hat mich arrogant genannt – aber wie könnte ich das sein? Mit welchem Recht, wo wir seit zwölf Jahren nicht bei einer Weltmeisterschaft dabei waren?“, ruderte der Italiener zurück.
Der Routinier hat Hunger
Doch leicht wird die Aufgabe in Zenica keinesfalls für die Gäste. Das weiß auch Flanken-Spezialist Dimarco, der ein heißes Pflaster erwartet: „Die Bosnier haben den selben Willen wie wir, zur WM zu fahren.“ Da liegt er goldrichtig, Bosnien wittert die Chance, sich zum zweiten Mal in der Verbandsgeschichte für eine WM zu qualifizieren. 2014 feierten sie ihre Premiere. Ihre WM-Pause ist übrigens um einen Tag kürzer als jene der Italiener. Bosnien schied 2014 am 25. Juni trotz eines 3:1-Sieges gegen den Iran aus.
Dienstag, 20.45:
Bosnien-H. - Italien
Schweden - Polen
Kosovo - Türkei
Tschechien - Dänemark
Damals natürlich auch schon mit von der Partie (und auch Torschütze) war Edin Dzeko. Der Stürmer ist mittlerweile 40 – und noch immer der beste Torschütze in seinem Team. „Die Italiener kommen als haushohe Favoriten. Aber wir haben 90 Minuten Zeit, um zu zeigen, was wir können. Wir werden definitiv alles geben“, sagte der Routinier.
Salzburger Jungstar
Neben ihm glänzte zuletzt auch schon sein Kronprinz im bosnischen Team: Salzburg-Legionär Kerim Alajbegovic. Das 18-jährige Ausnahmetalent verwandelte im Halbfinale gegen Wales den entscheidenden Elfmeter, ist schon so etwas wie ein Volksheld. Im Sommer kehrt er aus Salzburg nach Leverkusen zurück, wo er einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat. Aber: Mehrere Top-Klubs aus den besten Ligen haben bereits Interesse bekundet.
Aktuell zählt aber auch für den Jungstar nur das Spiel gegen Italien und das WM-Ticket. Auf den Sieger des Showdowns warten bei der WM-Endrunde dann übrigens Co-Gastgeber Kanada, Katar und die Schweiz als Gegner in der Gruppe B.
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