Sport | Fußball
05.09.2018

Irans Trainer Queiroz nur als "Zaungast" beim Teamtraining

Die Vertragsverlängerung mit dem Portugiesen ist noch immer nicht unterzeichnet - Grund dafür sind US-Sanktionen.

Die iranische Fußball-Nationalmannschaft ist seit einigen Tagen im Trainingslager - aber ohne Chefcoach. Nach Angaben des Sportdienstes "Varzesh3" vom Mittwoch ist Teamchef Carlos Queiroz zwar bei der Vorbereitung auf die Asienmeisterschaft anwesend, sitzt aber "in Jeans" in einer Ecke und schaut nur zu.

Queiroz' Vertrag mit dem iranischen Verband (FFI) ist demnach immer noch nicht unterzeichnet. Obwohl der Portugiese schon seit einigen Tagen wieder in Teheran ist, konnte er sich dem Bericht zufolge mit der FFI immer noch nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Der Kontrakt mit Queiroz war im vergangenen Monat ausgelaufen. Obwohl er und der Verband sich grundsätzlich einig sind, ist das Problem seine Bezahlung.

Der internationale Zahlungsverkehr im Iran ist seit Wochen wegen der neuen US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomstreit blockiert. Daher kann die FFI dem Portugiesen das Geld nicht überweisen. Außerdem steckt der Iran aus demselben Grund in einer akuten Wirtschaftskrise. Der Dollar- und Euro-Kurs sind in den vergangenen Wochen um das Vierfache gestiegen. Somit müsste die FFI, die in der Landeswährung Rial budgetiert, Queiroz de facto das Vierfache seines bisherigen Gehalts bezahlen.

Ein weiteres Problem ist laut FFI die Finanzierung der Vorbereitungsphase auf die Asienmeisterschaften Anfang 2019 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Queiroz fordert ein angemessenes Vorbereitungsprogramm und Trainingslager. Das würde nach FFI-Angaben mehr als 5 Millionen US-Dollar (4,32 Mio. Euro) kosten. Wegen der Wirtschaftskrise stehe aber dieser Betrag noch nicht zur Verfügung.