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Nach Irans 2:2 gegen Neuseeland: Starke Worte in der Nachspielzeit

Nach dem 2:2 gegen Neuseeland standen die iranischen Stars Rede und Antwort - und hielten sich keineswegs zurück. Vor allem die FIFA bekam ihr Fett ab.
Zuerst Jubel, dann starke Worte: Mohammad Mohebi (rechts)

Vor der versammelten Weltpresse wollten Irans Kapitän Mehdi Taremi und Torschütze Mohammad Mohebi nicht so schnell wieder verschwinden. Minutenlang beantworteten die beiden Nationalspieler nach dem hochpolitischen 2:2 gegen Neuseeland bei der WM Fragen, obwohl ein FIFA-Mitarbeiter schon früh ein Ende der Runde verlangt hatte.

„Wisst ihr, das ist alles ein Desaster für uns.“ Was Taremi damit meinte, sind die schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen das Team diese Fußball-Weltmeisterschaft spielen muss. Noch am Spieltag musste die Mannschaft zurück nach Mexiko reisen, die Anreise am Vortag war erst kurzfristig möglich geworden - womöglich wegen des geplanten Abkommens zum Ende des Iran-Krieges, das Stunden zuvor publik wurde.

„Ich denke die FIFA muss uns mehr helfen“, sagte Taremi und berichtete von einem Kabinen-Besuch von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der habe seine Hilfe versprochen.

Trainer Amir Ghalenoei berichtete von seinem Frust darüber, nicht wie erhofft am Tag nach dem Spiel eine Regenerationseinheit in Los Angeles abhalten zu können. „Sie haben gesagt, wir müssen sofort gehen“, sagte er laut offizieller Übersetzung. „Wir sind sehr verstört darüber. Wir wissen nicht, warum sie uns zurückschicken, ehrlich gesagt. Es wirkt komisch. Es wirkt, als machen andere die Pläne für uns“, sagte der Trainer und meinte dann: „Wir sind das am meisten unterdrückte Team der Welt.“

Alles rund um Irans Teilnahme bei dieser WM ist brisant und politisch, auch die knappen Zeitfenster für Medien sind eine Folge dessen. Die Spieler wissen das, ihre Antworten wirken oft vorbereitet. Im Zweifel geht es immer darum, Fußball zu spielen und die Menschen verbinden zu wollen. „Wir spielen für die Iraner in allen Ecken der Welt“, sagte Taremi beispielsweise, als er gefragt worden war, ob es innerhalb der Mannschaft Überlegungen gab, wie bei der WM in Katar auf das Singen der Nationalhymne zu verzichten. Gegen Neuseeland sangen alle.

Torschütze Ramin Rezaeian wich der Frage nach den Pfiffen während der Hymne aus. Zur Realität gehört auch, dass offene Wortbeiträge und Meinungen von den Spielern kaum zu verlangen waren. Im sprichwörtlichen Pulverfass des Krieges kann trotz der nahenden Rahmenvereinbarung über ein Ende des Konfliktes jeder Satz anders ausgelegt werden, als er gemeint war.

Fragwürdige Geste?

Der zweite Torschütze Mohebi bejubelte etwa seinen Ausgleichstreffer mit den Fingern und Armen so, dass seine Geste als angedeutete Pistolenschüsse in die Luft verstanden werden konnte. Das Bild würde zu Krieg und Waffen passen - aber war es wirklich so gemeint?
Oder wird eine Übersprungshandlung aus purer Freude der Umstände wegen überinterpretiert und ist es tatsächlich einfach nur eine Geste, wie sie etwa die Basketballer der Los Angeles Lakers oft nach getroffenen Würfen zeigen? Mohebi sagte, sein Jubel sei ihm einfach so in den Sinn gekommen. „Und ich wollte das für alle Fans machen, einfach als Jubel“, sagte er, ohne einen besonderen Zusammenhang zu erwähnen.

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