Auf einem anderen Level: Lionel Messi war am Mittwochabend wie so oft der gefeierte Mann. 

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Sport | Fußball
05/02/2019

"Aus Liebe zu Fußball: Vergleicht Messi nie wieder mit Juves Nr. 7"

Lionel Messis Auftritt im CL-Halbfinale gegen Liverpool brachte die gesamte Fußballwelt ins Schwärmen.

"Er ist heute noch nicht derjenige, der den Unterschied ausmacht", sagte der DAZN-Kommentator irgendwann zur Hälfte des Champions-League-Hinspiels zwischen dem FC Barcelona und dem FC Liverpool. Seine Betonung lag dabei gar nicht mal auf dem Wort "noch", was bei Aussagen über Spieler dieser Klasse eigentlich zum Standard gehört. 

Kurze Zeit später war der Argentinier, der bis dato wie seine gesamte Mannschaft eine mäßige Leistung abgeliefert hatte, erstmals zur Stelle. Messi verwertete einen Abpraller, sein Sturmkollege Luis Suarez hatte den Ball zuvor an die Latte befördert. Das Einschieben des Balles in das leere Tor löste keine Jubelstürme in der Welt des Fußballs aus, der perfekt ausgeführte Freistoß in der 82. Minute umso mehr. 

Lionel Messi avancierte wie so oft zum Matchwinner - auch wenn die Gäste über große Strecken des Spiels das bessere Team waren, ihre Chancen allerdings nicht in Tore ummünzen konnten. Im Gegensatz zu Messi. Sogar die "Konkurrenz" verneigte sich vor dem 170 cm großen Ausnahmefußballer. "Messi sollte den Ballon d'or gleich morgen bekommen", schrieb unmittelbar nach dem Match das dem Erzrivalen Real Madrid geneigte Sportblatt Marca auf seiner Homepage. 

"Man sollte es ihm verbieten"

Einen viel beachteten Kommentar gab der ehemalige niederländische Profi und nunmehrige TV-Experte Rene van der Gijp ab. "Man sollte es ihm verbieten, auf diese Art und Weise Tore zu schießen. Eigentlich sollte er dafür Gelbe Karten bekommen", appellierte er ironisch an die Verantwortlichen im Fußball. Es gehe darum, die Würde der Gegner zu wahren. 

Selbstverständlich glühten die Social-Media-Kanäle, zu Wort meldeten sich zahlreiche Fußballer. "Der Typ ist einfach ein anderes Level", twitterte etwa der Bayern-Verteidiger Mats Hummels. "Aus Liebe zu Fußball: Vergleicht Messi bitte nie wieder mit der Nummer sieben von Juventus Turin", schrieb der charismatische Italiener Mario Balotelli in einer Instagram-Story. 

Und was machte Messi selbst nach seinem Gala-Auftritt? Er schrieb auf Instagram, dass er froh über das Ergebnis sei und dass seinem Team dennoch ein schweres Gastspiel an der Anfield Road wartet. "Schließlich möchte ich die Gelegenheit nutzen und Iker Casillas meine Unterstützung sowie die Wünsche zur alsbaldigen Genesung senden", zeigte der fünfmalige Weltfußballer Größe, indem er an seinen ehemaligen Rivalen im Dress von Real Madrid dachte.  

Vorsicht

Barcelona will sich aber trotz des 3:0-Heimsieges nicht in Sicherheit wiegen. Zu frisch sind die Erinnerungen an das vergangene Jahr, als im Viertelfinale nach einem 4:1 zu Hause mit einer 0:3-Pleite bei der AS Roma das Aus gekommen war.

"Wir werden nicht übervorsichtig nach Liverpool fahren, aber die Erfahrung muss etwas wert sein", meinte Barcelona-Trainer Ernesto Valverde. "Wir haben gesehen, wie Liverpool Spiele anlegt, und mit welcher Geschwindigkeit sie spielen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es uns nicht leisten können, zu selbstsicher zu sein. Das Duell ist noch immer offen, wir sind noch nicht durch."

Klopp ist "ein großer Bewunderer"

Tatsächlich war Liverpool selbst in Barcelona über weite Strecken die tonangebende Mannschaft, belohnte sich für eine couragierte Leistung aber nicht einmal mit dem einen so wichtigen Auswärtstor. "Das macht es um einiges schwieriger", weiß Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. "Wir haben noch eine Chance, es ist Fußball - aber vor diesem Abend war die Chance um einiges größer."

An der Leistung hatte Klopp nichts auszusetzen. "Ich war komplett zufrieden, wie wir gespielt haben. Wir haben Chancen gehabt und ihnen Probleme bereitet." Am Ende musste Liverpool aber anerkennen, keinen Messi in den eigenen Reihen zu haben. Klopp: "Er ist ein Weltklassespieler, außergewöhnlich. Ich bin ein großer Bewunderer von ihm." Mittelfeldmann James Milner ergänzte: "Du kannst ihn nicht 90 Minuten ausschalten, dafür hat er zu viel Qualität."