Sport | Fußball
16.04.2012

Hoeneß wettert gegen Dortmund

Bayerns wortgewaltiger Präsident hat sein Schweigen gebrochen und schleudert Giftpfeile gegen Dortmund.

Verdächtig ruhig war Uli Hoeneß in letzter Zeit. Am Sonntagabend im TV-Sender Sky brach es aus dem Bayern-Präsidenten aber heraus: "Bei aller Liebe, was die Dortmunder im Moment haben, sie haben, glaube ich, etwas hungrigere Spieler, aber sie haben keine Weltklassespieler."

Die Bayern liegen im Titel-Zweikampf mit den Borussen drei Runden vor dem Ende mit acht Punkten fast aussichtslos zurück.

Hoeneß sprach zwar von einer "Supersaison", die die Borussen gespielt hätten. "Aber für mich kriegen sie erst dann den Ritterschlag, wenn sie eine Supersaison in der Bundesliga gespielt haben und im internationalen Wettbewerb spielen."

Hoeneß wies zwei Tage vor dem Halbfinalspiel in der Champions League gegen Real Madrid darauf hin, dass Dortmund in dieser Saison "in einer ganz leichten Gruppe" nicht Dritter, sondern Vierter geworden ist.

Hinter dem FC Arsenal, Bayerns Viertelfinalgegner Olympique Marseille und Olympiakos Piräus hatten die Dortmunder mit nur vier Punkten sogar den Trostpreis Europa League verpasst. "Erst wenn sie diese zwei Dinge in Einklang bringen, wenn sie zeigen, dass sie international mitspielen können, dann sage ich: Chapeau!", betonte Hoeneß.

Gegen Watzke

"Der braucht keine Märchen von 45 Millionen Euro Personalkosten zu erzählen", schimpfte Hoeneß und bezog sich damit auf Aussagen von Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der das Mannschaftsbudget der Dortmunder in der nächsten Saison auf 45 Millionen bezifferte. "Er muss aufpassen, dass er kein zweiter Willi Lemke wird", sagte Hoeneß. Mit Werder Bremens früherem Manager liegt Hoeneß im Dauerclinch.

"Mich wundert sehr, wie dünnhäutig Uli Hoeneß reagiert. Sollen wir künftig extra gegen Bayern verlieren, damit er nicht meckern muss? Ich erzähle keine Märchen, sondern Tatsachen", konterte Watzke in der Bild-Zeitung.

Watzke: "Unsere Zahlen sind 1 zu 1 nachlesbar, und die von Bayern sind nun mal rund dreimal höher." Zum Vergleich mit Lemke erklärte Watzke: "Da bin ich wirklich überrascht – man hat mich noch nie des Sozialismus verdächtigt."

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