Heimkehr nach Hernals: So schön ist das neue Sport-Club-Stadion
Traumkulisse für ein Regionalligaspiel.
Auf der Friedhofstribüne herrscht a Stimmung, wia seit Lebtag no net woa. Der Wiener Sport-Club kehrte zurück in sein Zuhause an die Dornbacher Alszeile. Das gewohnte Wohnzimmer erstrahlte in neuem, renovierten Gewand. Während andere Vereine zur Stadioneröffnung Chelsea, Bayern München oder den FC Barcelona einladen, zelebrierte der Sport-Club die Wiedereröffnung in einem echten Schmuckkästchen stilgerecht in der Regionalliga Ost gegen Horn.
Schon 90 Minuten vor Spielbeginn schlängelten sich die Fans durch die Alszeile, sie zählten den Countdown zur Öffnung der Tore runter, um als Erste auf der legendären Friedhofstribüne ihren Platz zu finden. Die zur Fußgängerzone umfunktionierten Kainzgasse lud unter anderen auch Gernot Zirngast zum gemütlichen Flanieren ein. Der frühere Profi war 1994 der letzte Sportklub-Spieler, dem in der 1. Bundesliga ein Tor gelungen war.
Christian Keglevits wurde etwas weiter am Eck zur Hernalser Hauptstraße gesichtet vor der „Annemarie“, dem Lokal beim Platz. Georg Weigl, Miteigentümer und Sport-Club-Vorstand, hatte die Parole des Abends auf seinem Shirt stehen: „Dornbach – coming home“.
Andrang: Vor dem Stadion bildeten sich lange Schlangen.
Geduld gefragt
Eile war an dem sonnigen Frühjahrsabend nicht geboten, man durfte sie auch nicht haben. Überall wurde angestanden, sei es beim Merchandising-Stand, bei den Gastronomie-Einrichtungen oder bei den Eingängen, wo genau kontrolliert wurde, allerdings von jeweils nur einer Person. Dafür kam man in den Genuss von Sanitäranlagen, die einem Fünfsternehotel alle Ehre machen würden. Noch. Rechtzeitig erschien auch die Wiener Stadtpolitik, die letztlich die Errichtung des Stadions ermöglicht hatte, allen voran Stadtrat Peter Hacker, rechtzeitig aus dem Urlaub zurück. Es wurde viel fotografiert, Videos wurden gedreht, Bänder zur Eröffnung durchschnitten und dann natürlich auch Reden geschwungen.
Handschlag: Krapf Günther (WSC) und Sportstadtrat Hacker.
Hacker richtete einige Worte an die 5.600 Fans: „Es ist mir eine Freude, nach all den Monaten und Jahren der Vorbereitungen hier zu stehen. Ich freue mich, dass der Wiener Sport-Club wieder zu Hause ist. Ich glaube, wir haben eine fantastische Sportstätte geschaffen. Ich wünsche dem Verein viel Erfolg hier drinnen. Die Energie ist schon da, das spürt man.“ Weil Hernois is bekanntlich ois. Im Gebäude gegenüber des Platzes saßen einige Menschen auf ihren Balkonen, blickten in die untergehende Sonne und schlürften Kaltgetränke.
Rechtzeitig zum Anpfiff wurde auch das Flutlicht aufgedreht. Die Horner Kicker erlebten den erhellenden Moment, an einem besonderen Abend für einen besonderen Verein die Gastrolle einnehmen zu dürfen. In der 15. Minute wurden, wie stets bei einem Eckball, die Schlüssel hervorgekramt und eifrig geklimpert. In der 60. Minute geschah, was nicht geschehen durfte, Horn erzielte das erste Tor im neuen Stadion. Welch Frevel, welch garstiger Spielverderber, dieser Drammeh. Der Sport-Club hob sich seine Jubelmomente für die kommenden Heimspiele auf. Dann gingen die Lichter aus, alle gingen nachhaus.
Irgendwann ...
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