Sport | Fußball
20.09.2017

Augsburgs Baier entschuldigt sich für obszöne Geste

Die Niederlage von RB Leipzig gegen den FC Augsburg erhitzt die Gemüter - wegen einer Geste von Augsburgs Daniel Baier.

Der Abend hätte für Augsburg so schön sein können, wenn sich Daniel Baier zusammengerissen hätte. Der Kapitän des deutschen Fußball-Bundesligisten machte während der Partie am Dienstag gegen Leipzig eine obszöne Handbewegung, wie auf TV-Bildern zu sehen war. Die Geste galt offenbar Trainer Ralph Hasenhüttl, der nach dem Schlusspfiff zu Baier stürmte und ihm wütend den Handschlag verweigerte.

In der 74. Minute der Partie, die Augsburg dank des frühen Treffers von ÖFB-Teamspieler Michael Gregoritsch 1:0 gewann, lag Baier nach einem Zweikampf am Boden. Beim Aufstehen spuckte der Mittelfeldspieler in Richtung der Leipziger Bank aus und deutete eine Selbstbefriedigung an. Baier hatte sich laut eigener Aussage über Hasenhüttl geärgert.

Vierter Offizieller stimmt Hasenhüttl zu

"Ich habe ihm gesagt, dass er nicht jede Situation kommentieren muss. Ich habe da eine Geste gemacht, was soll ich dazu sagen", spielte Baier die Sache herunter. "Mein Gott, es ist ein Fußballspiel. Da gehören Emotionen dazu."

Bei Hasenhüttl waren die Emotionen beim Gespräch mit Medienvertretern nach dem Spiel wieder einigermaßen abgekühlt. "Ich brauche die Aktion nicht zu kommentieren oder bewerten, das sollen andere tun", sagte der Coach. "Schade, dass es nicht während des Spiels gesehen wurde." Hasenhüttl berichtete von einem Gespräch mit dem vierten Offiziellen der Partie. "Hätte er es gesehen, hätte er ihn sofort vom Platz gestellt. Das hat er mir gesagt", erzählte der Steirer. Zu einer möglichen Sperre für Baier sagte der RB-Coach: "Davon haben wir nicht viel."

Baier entschuldigt sich, DFB ermittelt

Daniel Baier hat mittlerweile um Entschuldigung für seine Handbewegung gebeten. Er habe in der Nacht nach der Partie "kein Auge zugetan", schrieb der 33-Jährige bei Instagram. Er sei "in einer Szene meiner Vorbildfunktion als Kapitän des FCA nicht gerecht geworden", führte er weiter aus. "Aus der Emotion heraus habe ich mich zu einer Geste hinreißen lassen, von der ich selbst nicht weiß, wie ich dazu komme."

Baier habe bereits am Vorabend versucht, sich in der Kabine von Leipzig zu entschuldigen und "das Missverständnis aus der Welt zu räumen". Am Mittwoch habe er sich auch bei den eigenen Teamkollegen entschuldigt, "weil nun meine sinnlose Geste die tolle Leistung der Mannschaft in den Hintergrund rücken lässt", wie er schrieb.

Das DFB-Sportgericht wertete die Aktion als "krass sportwidriges Verhalten". Baier wurde für ein Spiel gesperrt und mit einer Strafe von 20.000 Euro belegt. Der Kapitän der Schwaben hat dem Urteil bereits zugestimmt; es ist rechtskräftig.