Handball-Nationalteam: Warum der Weg trotz einer negativen Bilanz stimmt

Die Entwicklung unter Teamchef Iker Romero schreitet voran. Im Mai möchte man sich für die WM 2026 qualifizieren.
HANDBALL - OEHB, AUT vs MKD, test match

Acht Spiele, ein Sieg, ein Remis und sechs Niederlagen. Zahlen sprechen zeitweise eine klare Sprache, drücken aber doch nicht alles absolut aus. Die Bilanz von Handball-Teamchef Iker Romero nach knapp fünf Monaten fällt in Resultaten negativ aus, relativierend muss man einwerfen, dass dem Team eine neue Ausrichtung verpasst wird und dass eine EM-Endrunde gegen Top-Nationen gespielt wurde.

Routinier Lukas Hutecek gibt zu: „Die Zahlen zeigen nicht, dass der Weg der richtige ist. Aber von Lehrgang zu Lehrgang wird es besser.“ Romero hat mittlerweile seine Leute gefunden, auf die er künftig setzt. Vor allem gibt er den Talenten vermehrt eine Chance. „Wir drehen an diversen Schrauben, alle glauben an das Konzept. es wird auch fruchten.“

Und in Resultaten abzulesen sein, ist der Legionär von Lemgo Lippe überzeugt. Gegen Nordmazedonien reichte es nur zu einem 30:30. Romero zeigte sich stolz ob des Kampfgeistes und der Moral seiner Mannschaft, die diese Truppe seit jeher ausgezeichnet hat.

Viele kleine Fehler

Es sind viele kleine Dinge, oft auch individueller Natur, die dazu führen, dass sich die Österreicher mit schwachen Phasen gleich ganze Matches trüben. „das war schon bei der EURO so und auch in der Vorbereitung auf das Turnier“, erinnert sich Hutecek. 

Im Mai geht es in den WM-Play-offs zwei Mal gegen die Polen, auch kein Selbstläufer, vielmehr ein Duell auf Augenhöhe. Österreich will sich mit Romero unbedingt für die WM 2026 in Deutschland qualifizieren. Bis dahin gilt es wieder Sicherheit und Selbstverständlichkeit zurück zu gewinnen. Laut Hutecek braucht es auch mehr Abgezocktheit.

Lukas Herburger meinte nach seinem Heimspiel in Bregenz: „Wir hatten eine super Woche, haben in jedem Training 120 Prozent gegeben. Im Spiel auch. Wir hatten Rückstände, in denen wir uns zurück gekämpft haben. Die Moral war da. Und man hat gesehen, dass wir mehr Varianten haben, speziell auch in der Deckung.“

Neue Stilmittel

Die Spieler sind überzeugt, dass die neuen Stilmittel im Spiel ihnen auf Dauer helfen werden. Romero, der ursprünglich die Variante 7 gegen 6 ins Abseits stellen wollte, ließ sich davon überzeugen, dass dieses Element in schwierigen Situation seinem, Team immer wieder hilft. Romero: „Mit der Deckung bin ich zufrieden. Das haben die Jungs gut gemacht. Hätten wir das Spiel heute gewonnen, hätte ich gesagt, die Woche war unglaublich gut.“

Der Kader ist auch qualitativ breiter geworden, ein Damböck, Nigg, Mahr und Kofler spielen nun ganz andere, wichtigere Rollen als noch vor einiger Zeit. Am 13. Mai geht es in Graz gegen Polen. „Die WM wäre cool für uns und wichtig für den Handball“, so Hutecek.

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