Handball: Der spanische Einfluss soll Blüten treiben
Die Europameisterschaft ist für Iker Romero und sein Nationalteam eine neue Erfahrung – und eine Zwischenstation. Nach der erfolgreichen Ära von Ales Pajovic sicherte sich der ÖHB nach wohlüberlegter Sondierung die Dienste des Spaniers, der als Spieler schon zur Legende wurde samt WM-Titel und Gewinn der Champions League. Aktuell ist der 45-Jährige noch zusätzlich als Coach beim deutschen Zweitligisten Bietigheim engagiert, nur noch bis zum Sommer.
Mit Romero hielt auch die spanische Komponente des Handballs Einzug in das Nationalteam. Vor allem in der Deckung agiert man nun etwas anders, zudem lässt Romero im Spiel personell viel mehr rotieren als Vorgänger Pajovic. So erhielten schon in den ersten zwei EM-Spielen junge Talente wie Nigg, Mahr oder Kofler viele Minuten und die Gelegenheit sich zu beweisen.
ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser: „Es braucht immer eine gute Mischung. Fünf, sechs Spieler, die den Kern ausmachen, und die anderen müssen wissen, was von ihnen gefordert ist.“ Fölser geht es nicht nur um dieses aktuelle Turnier, sondern um eine mittelfristig positive Zukunft, in der sich das Team entwickelt und vielleicht auf ein höheres Niveau gelangt.
Mehr Stabilität
„Da geht es um Kleinigkeiten. Wir befinden uns in Europa zwischen Platz 8 bis 10, da wird die Luft schon dünn.“ Vor allem die Stabilität ist bei den Österreichern eine Dauerthema. Aufgrund der fehlenden Qualität im Vergleich zu den Top-Nationen muss man mit einem perfekt funktionierenden Kollektiv den Nachteil kompensieren. Um große Mannschaften zu ärgern und zu besiegen benötigt man in Offensive wie Defensive ein nahe zu perfektes Spiel, 60 Minuten lang.
Gegen Deutschland und Spanien hatte das Romero-Team immer wieder Phasen, in denen zumindest ein Teil nicht klappte. Fazit: man konnte die Großen zwar herausfordern, aber nicht ultimativ in Bedrängnis bringen. Fölser: „Die Topnationen haben eine viel größere Auswahl an Spielern, jede Position ist doppelt besetzt.“ Ohne Verlust an Qualität, wohlgemerkt. Ab Sommer steht Iker Romero dem österreichischen Nationalteam Vollzeit zur Verfügung. „Das wird der nächste Schritt sein“, so Fölser, der trotz der Niederlagen bei der EM vom Weg überzeugt ist. „Iker hat von Beginn an eine klare Vision vorgegeben und gezeigt, was er sehen möchte von seiner Mannschaft.“
Locker & ernst
Ähnlich wie Pajovic ist er ein Typ Trainer, der genau weiß, wann er die Leine lockern kann und wann er von seinen Spielern den nötigen Ernst einfordern kann. Es sei, so Spieler wie Betreuer, ein guter Mix aus lockerer Stimmung und ernsthaftem Arbeiten.“ Den Willen kann man den rot-weiß-roten Profis ohnehin nie absprechen.
Mykola Bilyk: „Wir haben uns ein hohes Niveau in den letzten Jahren erarbeitet. Die nächsten Schritte sind schwer, weil es um Kleinigkeiten geht.“ Romero soll für den Feinschliff sorgen.
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