Sport | Fußball
05.12.2011

Grazer Sieg mit Fragezeichen

Sturm darf nach dem 2:0 gegen Videoton von der Champions League träumen. Aber es muss sich einiges ändern.

Freilich, ein bisserl Glück war schon dabei: Sturm war zum Auftakt der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation gewiss nicht um zwei Tore besser als Videoton.

Aber zumindest die zweite Hälfte zeigte, dass die Grazer nichts von der Stärke eingebüßt haben, die sie zum Meister machte. Nach dem 2:0-Sieg in Klagenfurt dürfen die Grazer vom Aufstieg und damit von zwei weiteren Heimspielen träumen. Denn der Verlierer der dritten Qualifikationsrunde (Sturm erfährt am Freitag den möglichen Gegner) spielt zumindest im Play-off der Europa League weiter.

Und dann gibt es Geld. Hat die Mannschaft tatsächlich das Zeug, um den großen Traum vom Einzug in die Gruppenphase der Champions League zu realisieren? Sollte Sturm Videoton ausschalten, darf geträumt werden. Vorzüge sind vorhanden, Verbesserungen aber notwendig.

Plus

Der Sturm
Roman Kienast war während der Vorbereitungszeit eher damit beschäftigt, seine Verletzungen auszukurieren. Jetzt ist der Stürmer langsam wieder topfit. Wie wertvoll er ist, bewies sein Treffer in Minute 91, der die Tür zur dritten Quali-Runde weit öffnete. Und Imre Szabics ist dank enormer Laufarbeit ein ständiger Unruheherd. Das Duo war hauptverantwortlich, dass Sturm jetzt in der Qualifikation zur Champions League spielt.

Der Tormann
Dass Christian Gratzei internationales Top-Niveau besitzt, ist nicht erst seit Mittwoch bekannt. Er könnte ein Garant für Sturm-Erfolge auf internationaler Ebene werden. Positiv: Der 29-Jährige hat einen Vertrag bei Sturm bis zum Saisonende 2014/'15.

Die Fans
Der (äußerst disziplinierte) Sturm-Anhang machte auch die Reise nach Klagenfurt mit und trieb das Team auch in der schwachen ersten Hälfte beherzt an. Auch in Székesfehérvár werden nächsten Mittwoch viele Fans für großen Wirbel im Sturm-Sektor sorgen. 1600 Karten gibt es für den österreichischen Meister, Fanbusse werden bereitgestellt.

Minus

Die Innenverteidigung
Ferdinand Feldhofer und vor allem Thomas Burgstaller hatten in der ersten Hälfte massive Probleme im Stellungsspiel, steigerten sich aber nach der Pause. Dennoch: Gordon Schildenfeld fehlte als Ruhepol an allen Ecken und Enden. Aber: Wenn Sturm aufsteigt, wandert wieder Geld ins Haus für einen Ersatzmann für Schildenfeld, der in der vergangenen Woche um eine Million Euro zu Eintracht Frankfurt gewechselt ist.

Das zentrale Mittelfeld
Auch hier hat Franco Foda, derzeit Sportdirektor und Trainer in Personalunion, Handlungsbedarf. Manuel Weber ist gesetzt, doch daneben hat keiner internationales Format. Altach-Zugang Matthias Koch braucht wie Sandro Foda noch Zeit. Nach den Abgängen von Mario Kienzl und Patrick Mevoungou muss der Meister auch hier aktiv werden.

Der Spielmacher
Sturm fehlt der Ideengeber. Der 35-jährige Samir Muratovic hätte dieser sein können, er hing aber gegen Videoton in seiner Rolle als zurückhängende Spitze in der Luft. Zur Entschuldigung: Videoton machte Sturm mit drei defensiven, zentralen Mittelfeldleuten das Leben auch nicht leicht.

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