Sport | Fußball
04.04.2017

Schwedische Ultras tricksen mit Niqabs Gesetz aus

Der harte Fan-Kern des schwedischen Erstligisten AIK Solna machte sich eine Gesetzeslücke zunutze.

Das ist vermutlich schon jetzt die ungewöhnlichste Fan-Aktion in diesem Jahr. Oder die Klügste - je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. In der höchsten schwedischen Liga gab es gleich zum Saisonauftakt (Anm.: die "Allsvenskan" ist eine Ganzjahres-Meisterschaft) einen Aufreger. Die Ultras des Stockholmer Traditionsklubs AIK Solna standen im Heimmatch gegen BK Häcken plötzlich völlig verschleiert auf den Rängen. Dabei waren sie nicht, wie es in den Ultras-Kreisen üblich ist, einfach nur vermummt, sondern hinter muslimischen Gesichtsschleiern, Niqabs, versteckt.

Am 1. März trat in Schweden ein Gesetz in Kraft, das jegliche Form von Vermummung bei Sportveranstaltungen untersagt. Vermummten drohen nun Strafen von bis zu einem halben Jahr Gefängnis. Damit will man die Gewalt (samt Pyrotechnik) in schwedischen Stadien bekämpfen. Doch das Gesetz hat ein Schlupfloch, denn im Gesetzestext heißt es: "Das Verbot gilt nicht für Personen, die ihr Gesicht aus religiösen Gründen verhüllen".

Die AIK-Ultras haben diese Gesetzeslücke bestens genützt, "konvertierten" für 90 Minuten zum Islam und schickten obendrein eine Botschaft. "AIK-Ultras meinen es gut, jetzt maskieren wir uns aus religiösen Gründen. Freiheit für Ultras ist das Ziel, danke Ygeman für das Schlupfloch", schrieben sie auf zwei, in ihrem Block bestens sichtbare Banner.

Der Adressat der Botschaft, der schwedische Innenminister Anders Ygeman, zeigte sich auf diese Aktion angesprochen, recht lässig: "Ehrlich gesagt fand ich den Banner ziemlich lustig. Das zeigt wohl, dass AIK-Fans ein bisschen Humor haben".