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29.08.2018

Was Salzburg für einen Sieg gegen Roter Stern Belgrad braucht

Der Serienmeister kann sich heute mit einem Sieg gegen Roter Stern Belgrad erstmals für die Gruppenphase qualifizieren.

Keine Frage: Wer einen Gegner wie Roter Stern Belgrad in zwei Duellen nicht ausschalten kann, der hat sich die Gruppenphase der Champions League nicht verdient. Natürlich ist Serbiens Meister ein ernst zu nehmender Gegner, vor dem man Respekt haben sollte, der aber schon lange nicht zur Crème de la Crème des Klubfußball gehört. In der Champions-League-Gruppenphase war Roter Stern etwa noch nie dabei.

In dieser spielten Maccabi Haifa, Hapoel Tel Aviv, Malmö und Dinamo Zagreb keine Rolle. Das sind jene vier Gegner, gegen die Salzburg seit der Einführung des Meisterweges 2009 im Play-off gescheitert ist. Haifa und Zagreb verloren nach dem Aufstieg gegen Österreichs Serienmeister in der Gruppenphase alle sechs Partien, schossen nicht einmal ein Tor. Malmö feierte einen Sieg, verlor fünf Partien, Tel Aviv gewann ein Spiel und holte zwei Remis, schied aber ebenso als Gruppenletzter aus.

Salzburg hat vor dem heutigen Rückspiel gegen Roter Stern noch alle Chancen auf den Aufstieg (21 Uhr, live Sky Sport Austria). Doch einiges muss besser werden als im Hinspiel. Was braucht Salzburg, um elften Anlauf endlich in die Champions League einzuziehen?

Tore

Ein 1:0 würde den Salzburgern nach dem 0:0 in Belgrad schon reichen. Doch darauf zu spielen, kann extrem gefährlich sein. Wie, das erfuhr Salzburg 2014 im Europa-League-Achtelfinale gegen den FC Basel. Das bisher einzige Mal in der Ära Red Bull gingen die Salzburger nach einem torlosen Remis ins Rückspiel. Schnell gelang das 1:0, dazu wurde ein Basler Spieler ausgeschlossen. Doch trotz personeller Überzahl wurden zwei Treffer nach Standardsituationen kassiert, Salzburg schied aus. Gerade bei diesen war Roter Stern im Heimspiel am gefährlichsten. Trainer Rose will überhaupt kein Risiko eingehen und kündigte an: „Wir wollen auf zwei Tore losgehen.“

Geduld

Ein frühes Salzburger Tor würde sicher einiges erleichtern, weil dann Roter Stern wohl mehr für das Spiel machen muss als in Belgrad und Österreichs Meister Räume bekommen sollte. Aber selbst wenn dieses nicht fällt, ist noch nichts passiert. Gerade die Aufholjagden in der Europa League gegen Lazio und Marseille haben bewiesen, dass Salzburg auch gegen starke Gegner mehrere Tore innerhalb kürzester Zeit erzielen kann. Gegen den Serie-A-Spitzenklub stellte man in vier Minuten von 1:1 auf 4:1.

Effizienz

Salzburg ist in den letzten Jahren schon mehrmals im Europacup ausgeschieden, weil in den Heimspielen zu viele Großchancen ungenützt blieben – so auch im Play-off gegen Malmö und Zagreb. Gerade die Effizienz könnte heute entscheidend sein. Denn eines hat das Hinspiel bewiesen: „Roter Stern hat sehr gut verteidigt, uns die Räume sehr eng gemacht“, sagte Routinier Zlatko Junuzovic, der heute wegen einer Muskelverletzung fehlen wird, nach dem Hinspiel. Salzburg wird wahrscheinlich nicht viele Chancen vorfinden, diese sollten konsequent genützt werden.

Gelassenheit

Natürlich würde ein frühes Gegentor die Aufgabe erschweren. Aber verloren ist deshalb noch nichts. Wer gegen Lazio zu Hause vier und gegen Marseille zwei Tore erzielen kann, der kann das auch gegen einen Klub wie Roter Stern. Salzburg hat schon oft in Play-off-Spielen nach Rückschlägen die Nerven weggeschmissen. „Wir sind sicher nicht nervös, weil es 0:0 steht und wir jetzt daheim spielen“, betonte Kapitän Andreas Ulmer im Vorfeld der Partie: „Wir haben das vorige Saison in den K.-o.-Spielen sehr gut gemacht – egal ob jung oder alt. Wir waren sehr fokussiert, sehr klar.“ Wenn das heute auch so ist, dann sollte es mit dem Aufstieg erstmals klappen.

Unterstützung

Die gespenstische Stimmung beim Geisterspiel in Belgrad lähmte die Salzburger, die im Hinspiel ihre spielerisch schwächste Saisonleistung ablieferten. Die Red-Bull-Arena wird hingegen heute mehr als ordentlich gefüllt sein. So gut wie alle 26.500 aufgelegten Karten gingen im Vorverkauf weg. Dass die Stimmung im EM-Stadion prickelnd sein kann, haben die Europa-League-Heimspiele gezeigt, in denen die Salzburger überzeugten. Und dass mehr als jene 7200 Roter-Stern-Fans, die Karten für den Gästesektor ergattert haben, im Stadion sein werden, sollte kein Hemmschuh sein. Das war auch etwa gegen Borussia Dortmund so. Trotzdem boten die Salzburger eine starke Leistung.

Selbstvertrauen

Seit November 2016, seit einem 0:1 gegen die Admira, ist Salzburg in der Red-Bull-Arena ungeschlagen – mittlerweile 45 Heimspielen, von denen 37 gewonnen wurden. Unter Trainer Rose ist der Meister überhaupt noch ungeschlagen. Nur in drei der 33 Heimspiele gab es Unentschieden in einer Höhe, die heute ein Ausscheiden bedeuten würden. Salzburg ist extrem heimstark. Das weiß der Trainer, das weiß die Mannschaft. Also sollte gegen Roter Stern das nötige Selbstvertrauen da sein.