Rapid-Urgestein Dionys Schönecker

© KURIER/Gerhard Deutsch

Neues Heim

Rapid nahm letzte Hürde am Weg zu Stadionneubau

Bei der Bauverhandlung gab es keine Anrainer-Einsprüche. Die "Abriss-Party" steigt am 4. Oktober.

von Bernhard Ichner

09/26/2014, 04:58 PM

Direkt bei der Mittellinie, zweiter Rang, neunte Reihe, Sitz 99." Seit mehr als 20 Jahren hat Gerhard Niederhuber seinen Stammplatz auf der Nordtribüne des Hanappi-Stadions. Dessen Abriss bzw. dem Bau des neuen Allianz-Stadions blickt der Obmann des "Klubs der Freunde des S.C. Rapid" mit gemischten Gefühlen entgegen.

Neubau abgesegnet

Seit der Bauverhandlung am Freitag ist es fix: Ab 6. Oktober fahren die Bagger auf, dann ist das Gerhard-Hanappi-Stadion Geschichte – und die neue grünweiße Spielstätte kann ohne Umweltverträglichkeitsprüfung realisiert werden. Die Eröffnung des um 90 Grad gedrehten und 24.000 Sitze fassenden Allianz-Stadions ist für Sommer 2016 geplant.

"Hoffentlich erleb’ ich das noch", sagt Niederhuber (72). Das Hanappi-Stadion ist ihm zwar ans Herz gewachsen, aber was sein muss, muss sein. Und schließlich erlebt das Rapid-Urgestein das ja auch nicht zum ersten Mal. Bevor das Hanappi-Stadion am 10. Mai 1977 eröffnet wurde – mit einem von Paul Pawlek erzielten 1:0 gegen die Austria, wie sich Niederhuber gern erinnert – verbrachte er einen Großteil seiner Freizeit auf der legendären Pfarrwiese.

"Der alte Rapid-Platz hatte keinen Komfort, aber Kultcharakter. Das Holz-Pissoir ohne Wasserspülung lag genau unter den Stehplatztribünen und überdacht war’s auch nicht. Die Leute waren damals ja nicht aus Zucker wie heute." Die Umstellung auf die neue Heimstätte empfand Niederhuber "wie wenn man von seinem gemütlichen Beisl zum McDonald’s wechselt. Am Anfang fand ich es ziemlich steril."

Aber "weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist" und mit der Zeit immer mehr Zuschauer kamen, hat ihm das Weststadion dann irgendwann gefallen. "Überhaupt seit Beginn der Abo-Zeit: Da kennt man dann die Leute schon, neben denen man bei jedem Spiel sitzt. Außerdem ist es überdacht – und ein hygienischeres Häusl ist ja auch nicht das Schlechteste."

Erinnerungsstücke

Seit 1977 hat Niederhuber in jenem Stadion, das der ehemalige Cheftrainer Josef Hickersberger zu "St. Hanappi" erklärte, mehr als 1000 Pflicht- und Amateur-Spiele gesehen. Besonders am Herzen liegt dem Obmann des Klubs der Freunde des S.C. Rapid (der beharrlich am alten Namen des Vereins festhält – also S.C., statt SK) der Nachwuchs.

Diesem kam auch die Versteigerung des Stadion-Interieurs zugute, die Platzsprecher Andy Marek am vergangenen Dienstag moderierte (siehe unten). Vom Team signierte Möbel, Bilder, Transparente und Schilder kamen zugunsten der Jugend unter den Hammer; rund 35.000 Euro kamen dabei zusammen. Beim Match gegen Salzburg am Sonntag wird der symbolische Scheck im Happel-Stadion übergeben.

Herr Niederhuber hat die Auktion allerdings ausgelassen. Das einzige Souvenir, das ihn interessiert, gibt es nämlich erst bei der großen Abrissparty am 4. Oktober zu erstehen, wenn unter anderem Stücke von Rasen, Mauer und Tornetzen ersteigert werden können: Seinen Sitz 99 von der Nordtribüne.

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