Premier League - Liverpool v Manchester United

© REUTERS / PHIL NOBLE

Sport Fußball
12/18/2018

Manchester United trennt sich von Star-Trainer Mourinho

"The Special One" hat beim englischen Rekordmeister, der hinter seinen Ansprüchen hinterher hinkt, ausgedient.

Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat sich von Trainer José Mourinho getrennt. Das gab der Klub am Dienstag auf seiner Website bekannt. Am Sonntag nach dem 1:3 gegen den Erzrivalen FC Liverpool hatte Mourinho im Sky-Interview gesagt, er könne „die Saison nicht mehr reparieren“. Das sahen die Klub-Bosse offenbar genauso.

Nach Informationen des Senders Sky soll der ehemalige Man-United-Profi Michael Carrick das Training leiten, bis ein Interimstrainer für den Rest der Saison gefunden wird. Zur nächsten Spielzeit will United dann einen neuen Coach verpflichten.

Mourinhos Karriere:

Der am 26. Jänner 1963 in Setubal geborene Jose Mario dos Santos Mourinho Felix, so sein voller Name, übernahm 1992 die Rolle des Dolmetschers für den englischen Trainer von Sporting Lissabon, Bobby Robson. Zwei Jahre später wurde er dessen Assistenztrainer. 1996 wechselten sie gemeinsam zum FC Barcelona, wo sie in vier Jahrenden Europapokal der Pokalsieger 1998, des Supercup und den spanischen Cup gewannen.

Seinen ersten Job als Cheftrainer bekam er bei Benfica Lissabon, wo er zum Nachfolger von Jupp Heynckes ernannt wurde. Nach Querelen mit dem Präsidium trat Mourinho zurück. Wenige Monate später heuerte er bei União Leiria an, wo er nicht mal ein Jahr blieb.

Am 23. Jänner 2002 trat er sein Amt beim FC Porto an. Ein Jahr später führte er den Top-Klub zum Uefa-Cup-Triumph. Zudem gewann Porto in dieser Saison auch den heimischen Cup. 

2004 krönte sich Mourinho erstmals zum Champions-League-Sieger. In einem Endspiel mit zwei Sensationsfinalisten bezwang sein FC Porto den AS Monaco.

Noch im selben Jahr ging der Portugiese auf die Insel, wo er den FC Chelsea übernahm und diesen prompt zur ersten Meisterschaft seit 50 Jahren führte. Einen Cup-Sieg gab es obendrauf. 

2006 verteidigten die Blues ihren Meistertitel, 2007 wurden sie hinter ManUnited Vizemeister. Als "Entschädigung" gab es den Gewinn des FA- sowie den Liga-Cups

Am 20. September 2007 gab Chelsea die Trennung von Mourinho "in beiderseitigem Einvernehmen" bekannt.

Anfang Juni 2008 wechselte Mourinho nach Italien, wo er Inter Mailand übernahm. 

In der Saison 2008/09 wurde Inter auf Anhieb Meister - mit zehn Punkten Vorsprung auf die ersten Verfolger. 2010 gelang es dem Portugiesen auch mit den "Nerazzurri" die Champions League zu gewinnen.

Im Endspiel besiegte er ausgerechnet seinen früheren "Lehrer" Louis van Gaal, der damals die Münchner Bayern coachte.

2010 holte Inter auch die Meisterschaft und den Cup und machte somit das Triple perfekt. Ach ja, ein gewisser Marko Arnautovic durfte mitjubeln, wenn auch nur als Nebendarsteller. 

Kurz nach dem Ende der glorreichen Saison wurde bekannt, dass der Mourinho zum großen Real Madrid wechseln wird.

Mit den Königlichen konnte er nicht ganz an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen. "Nur" ein Meistertitel sowie der Gewinn der Copa del Rey standen nach drei Jahren zu Buche. 

Zu wenig für die Ansprüche von Real. Vor der vorletzten Runde verkündete Klub-Präsident Florentino Pérez die einvernehmliche Auflösung des Vertrages mit dem Coach zum Saisonende.

Zur Saison 2013/'14 kehrte "The Special One" zu Chelsea zurück. 

Chelsea's head coach Jose Mourinho, right, arrives…

Als Nachfolger von Rafael Benítez unterschrieb er einen Vierjahresvertrag. Auf Anhieb kamen die Blues mit dem alten, neuen Coach bis ins Champions-League-Semifinale, wo sie an Atletico scheiterten. Mit dem souveränen Meisterschaftsgewinn ging die Saison aber versöhnlich zu Ende. 

In der Spielzeit 2015/'16 blieb Chelsea aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nach neun Niederlagen in 16 Spielen, auf dem 16. Tabellenplatz liegend, trennten sich Mourinho und der Klub am 17. Dezember 2015 einvernehmlich.

Zur Saison 2016/17 übernahm Mourinho Manchester United, wo er mit Louis van Gaal einen alten Bekannten ablöste. In der ersten Saison holte man den nationalen Supercup, den Ligapokal und die Europa League. In dieser Saison lief es nicht mehr so glatt. 

„Kreativer Bankrott“

Die Mitteilung des Vereins fiel kurz und knapp aus. „Der Klub bedankt sich bei José für seine Arbeit in der Zeit bei Manchester United und wünscht ihm Erfolg für die Zukunft.“ Dass Mourinho mit den Red Devils den Ligapokal und die Europa League - aus Sicht vieler United-Fans nur Trostpreise - gewonnen hatte, wurde angesichts der desaströsen Bilanz in dieser Saison gar nicht mehr erwähnt. Man United liegt als Tabellensechster 19 Punkte hinter Spitzenreiter Liverpool und hat elf Punkte Rückstand auf einen wichtigen Champions-League-Platz.

Der Klub hat die schlechteste Punkteausbeute nach 17 Runden seit der Saison 1991/92. Nur sieben Mal ging der Rekordmeister als Sieger vom Platz - bei fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Die Abwehr ist anfällig. Man United kassierte mehr Gegentore (29) als der Tabellenvorletzte Huddersfield Town (28). Nach dem 1:3 gegen Liverpool attestierte der Sender BBC einen „kreativen Bankrott“.

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Ewiges Thema Pogba

Und Mourinho? „Mit der Intensität und Körperlichkeit von Liverpool können wir nicht mithalten“, räumte der Portugiese am Sonntag kleinlaut ein und betonte, seine Spieler hätten ihr Bestes gegeben. Von einem millionenschweren Kader mit Stars wie dem französischen Weltmeister Paul Pogba, dem belgischen Topstürmer Romelu Lukaku und mehreren englischen Teamspielern erwarten Klub-Bosse und Fans mehr. Pogba saß gegen Liverpool allerdings erneut nur auf der Bank.

Britische Medien spekulierten immer wieder über ein angespanntes Verhältnis zwischen Pogba und dem exzentrischen Trainer und über einen vorzeitigen Abschied des Franzosen. Nun bekommt Pogba die Chance, sich unter einem Interimstrainer neu zu beweisen.

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