© REUTERS/BERNADETT SZABO

Kommentar
09/22/2020

"Pilotprojekt" oder "Fußball-Ischgl"?

Am Supercup-Spiel zwischen dem FC Sevilla und Bayern München scheiden sich die Geister.

von Günther Pavlovics

Die UEFA nennt es "Pilotprojekt", es soll der Startschuss für die Rückkehr der Zuschauer sein – das Supercup-Spiel zwischen dem FC Sevilla und Bayern München. Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder fürchtet ein "Fußball-Ischgl", wenn so viele Menschen nach Budapest fliegen und Fußballparty feiern. In Sevilla wollten aber nur 500 Fans eine der 3.000 angebotenen Karten. In München waren es hingegen immerhin 2.100.

Bayern-Trainer Hansi Flick schmeckt die Rolle des Versuchskaninchens nicht. Diese haben die Salzburger schon eingenommen: Sie dürfen in einem Land spielen, das im Lockdown ist. In der neuen Saison wurden bislang alle Europacup-Duelle in einem Spiel entschieden. Nur ein Spiel zwischen Tel Aviv und Salzburg an einem normalen, halbwegs coronafreien Ort hätte vernünftig geklungen. Aber nur verkauft der europäische Verband nun auch schon die Rechte für die letzte Ausscheidung vor dem Beginn der Gruppenphase. Also wird zwei Mal gespielt, darunter einmal in einem Land im Lockdown, weil die Corona-Fälle in Israel explodierten.

Ungarn ist in Deutschland als Hochrisikogebiet eingestuft. Nicht aber in Österreich, wo es nicht einmal für Israel eine Reisewarnung gibt.

Das ist aber hohe Politik. Dennoch ist sie um nichts besser als niedere monetäre Motive der UEFA.

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