Sport | Fußball
12.09.2018

Foda nach Arnautovic-Nachtausflug: "Er ist alt genug"

Auf Instagram veröffentlichte der bosnische Stürmer zu später Stunde ein Foto mit dem Kapitän des ÖFB-Teams.

Nichtsahnend ging Teamchef Franco Foda vom Flughafen ins Hotel zur Pressekonferenz am Tag nach dem 0:1 in der Nations League gegen Bosnien. Dann wurde er plötzlich von Mitarbeitern des ÖFB abgefangen und über ein Bild informiert, auf dem Marko Arnautovic mit Edin Dzeko in einem Restaurant in Sarajevo zu sehen ist. Gepostet vom bosnischen Topstürmer auf Instagram um 3 Uhr in der Früh.

In seiner ersten Reaktion war Foda um viel Diplomatie bemüht, wenngleich man ihm ansah, dass ihm auch diese dritte Halbzeit ganz und gar nicht schmeckte. „Er ist alt genug und erwachsen. Das liegt nicht in meiner Verantwortung.“

Unmittelbar nach dem Spiel wurde wie immer aus Versicherungsgründen bei allen ein Medizincheck durchgeführt, um sicherzustellen, dass der ÖFB seine Kicker gesund und fit zu den jeweiligen Vereinen zurückschickt. Danach fuhr der halbe Teamkader von Zenica gleich nach Sarajevo, da von dort  ein Flug um 7 Uhr in der Früh nach Deutschland ging.

Es mutet somit nicht unwahrscheinlich an, dass nicht nur Arnautovic die nächtlichen Stunden hellwach überbrückte, sondern auch der eine oder andere Kollege anwesend war, allerdings klug genug, sich nicht fotografieren zu lassen. Schon unter Marcel Koller war Ähnliches nach dem 2:3 in der WM-Qualifikation gegen Serbien passiert, als Alaba und Arnautovic gemeinsam mit einem serbischen Kicker ihren Flüssigkeitsverlust vom Spiel in einer Luxus-Disco in Belgrad auszugleichen versuchten. Auch damals hob Koller die Hände abwehrend in die Höhe und meinte, die Spieler müssten schon wissen, was sie tun.

Man darf Arnautovic durchaus unterstellen, zu wissen, welche Folgen solch ein Foto nach sich zieht. Für ihn dürfte aber die Möglichkeit, mit seinem „Bruder“ Dzeko eine gemeinsame dritte Halbzeit zu begehen über den Konsequenzen stehen. Ganz davon abgesehen, dass sein Verein West Ham United viel eher Anstoß finden wird an dem Foto als der ÖFB, zumal Arnautovic am Wochenende wieder für die Londoner, Tabellenletzte in der Premier League nach einem kapitalen Fehlstart in die Saison, einlaufen wird.

Digitale Generation

Keine Konsequenzen

Diese Kicker-Generation ist mit Sicherheit nicht die erste, die nach getaner Arbeit gerne Party macht und dabei penibel auf den Elektrolyt-Haushalt achtet. Der Unterschied zu früheren Nachtschwärmern sind die Social Media, die jeden Schritt der Akteure dokumentieren und zeitnah in die weite Welt hinaus liefern. Am ehesten kann man Arnautovic somit vorwerfen, das Foto überhaupt zugelassen zu haben. Konsequenzen innerhalb des ÖFB wird es für den England-Legionär wohl keine geben, abgesehen von einem ernsten Gespräch mit Franco Foda.

Arnautovic war in den vergangenen zwei Jahren mit Abstand der konstanteste und beste Teamspieler, er zeigte in Zenica gegen Bosnien aber eine bestenfalls durchschnittliche Leistung. Immerhin zeigte er sich extrem bemüht und wollte den Pfiffen der bosnischen Fans mit guter Leistung trotzen, was ihm allerdings misslang.

Während die bosnischen Fans dem Goldtorschützen und Nationalhelden Dzeko die nächtliche Feier nachsehen werden, belastet Arnautovic die schiefe Optik nach der Auftakt-Niederlage in die Nations League.

Hätten die Österreicher doch während der Partie so flüssig gespielt...