Monaco's Prince Albert (L) and Dmitri Rybolovlev of Russia, President of AS Monaco Football Club, attend an event to mark the end of the 2012/2013 season in Monaco, May 31, 2013. REUTERS/Olivier Anrigo (MONACO - Tags: SPORT SOCCER ROYALS)

© Reuters/OLIVIER ANRIGO

Teurer Spaß
08/16/2013

Das neue Schlaraffenland im Fürstentum

Ein Oligarch lässt für AS Monaco den Rubel rollen, für Paris SG dreht ein Scheich den Geldhahn auf.

von Christoph Geiler

Schuld ist Frau Rybolowlew. Sie ganz alleine. Gäbe es sie nicht, dann wäre AS Monaco vermutlich immer noch ein zweitklassiger Fußballverein mit einem ausgeprägten Graue-Maus-Image. Und nicht jener Glamourklub, der ohne finanzielle Limits versucht, im Konzert der Großen mitzuspielen. Nur damit Frau Rybolowlew in der teuren Scheidungsschlacht nicht zu gut und millionenschwer aussteigt, entdeckte ihr Gatte Dmitri die Liebe zum Fußball: Aus purem Kalkül und Geschäftssinn lässt Dmitri Rybolowlew seither in Monaco den Rubel und die Kugel rollen. 190 Millionen Euro investierte der russische Multimilliardär, der seine 9,5 Milliarden Privatvermögen in der Düngemittelindustrie angehäuft hat, in diesem Sommer, allein Stürmer Radamel Falcao kostete 60 Millionen Euro Ablöse. Sogar Superstar Cristiano Ronaldo wollte der Oligarch von Madrid nach Monaco lotsen.

Dmitri Rybolowlew ist allerdings nicht der einzige Vereinspräsident, der in der französischen Ligue 1 ungeniert mit Geld um sich wirft: Bei Meister Paris Saint-Germain scheint das Geld ebenfalls abgeschafft, seit Nasser Al-Khelaifi mit seiner Qatar Sport Investment (QSI) das Sagen hat. 360 Millionen Euro ließ sich der Scheich seit 2011 sein Spielzeug bereits kosten, in diesem Sommer ließen die Pariser für Goalgetter Edinson Cavani (Napoli) 64 Millionen Euro springen.

Geld aus Indonesien

Von solchen Summen ist man im italienischen Fußball weit weg. Das einstige Lire-Paradies ist längst Geschichte, die alten Mailänder Klubmagnaten sind entweder amtsmüde (Massimo Moratti/Inter) oder haben andere Sorgen als den Calcio (Silvio Berlusconi/AC Milan). Inter-Boss Moratti ist auf der Suche nach einem neuen Geldgeber in Indonesien fündig geworden. Erick Thohir, Multimilliardär aus Jakarta, soll in den nächsten Wochen die Mehrheit beim Traditionsverein übernehmen. Der Indonesier besitzt bereits einen Fußballklub in den USA (D.C. United) sowie Anteile am NBA-Team Phildelphia 76ers.

Nicht immer sind die ausländischen Geldquellen auch ein Segen: Als Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani aus Katar den FC Malaga kaufte, jubelten die Fans über die neuen Stars und den Einzug in die Champions League.

Mittlerweile hat der spendable Scheich seine Liebe zum Fußball verloren und der FC Malaga musste seine Stars verkaufen. Mehr noch: Wegen Verstößen gegen das finanzielle Fairplay schloss die UEFA den Klub sogar aus dem Europacup aus.

England und Monaco sind die Big Spender

Transferausgaben der Ligen

England (Premier League): 458,5 Millionen Euro

Italien (Serie A): 331,2 Millionen Euro

Frankreich (Ligue 1): 321,8 Millionen

Spanien (Primera División): 256,7 Millionen Euro

Deutschland (1. Bundesliga): 238,7 Millionen Euro

Transferausgaben der Klubs

AS Monaco (Frankreich): 146,2 Millionen Euro

Manchester City (England): 111,0 Millionen Euro

Paris SG (Frankreich): 110,9 Millionen Euro

SSC Napoli (Italien): 79,5 Millionen Euro

Real Madrid (Spanien): 72,5 Millionen Euro

Quelle: www.transfermarkt.at

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