Gianluigi Buffon zeigte in Lyon eine bärenstarke Leistung.

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Champions League
10/19/2016

"Buffon war sensationell"

Die Glanzleistung der Tormann-Legende in Lyon ließ auch den Trainer der Heimmannschaft nicht kalt.

Dieser Mann ist wie Wein: Je älter desto besser. Goalie-Routinier Gianluigi Buffon stellte beim Champions-League-Auftritt von Juventus Turin in Lyon seine Klasse unter Beweis und strafte alle Kritiker Lügen. Beim 1:0-Erfolg bei Olympique hielt der wegen einiger Patzer unter Beschuss geratene Keeper nicht nur einen Elfmeter von Alexandre Lacazette (35.), sondern machte auch weitere Topchancen zunichte. So konnte die Alte Dame trotz Unterzahl ab der 54. Minute nach Gelb-Rot für Mario Lemina dank eines Cuadrado-Treffers (76.) als Sieger den Platz verlassen.

"In solchen Spielen entscheiden Details, wir hatten auch Glück. Ich bin einfach nur froh, dass ich meiner Mannschaft helfen konnte", sagte der 38-jährige Buffon und nahm im Sender Mediaset Stellung zur kürzlichen Kritik. "Ich habe schon oft gesagt, dass ich sehr selbstkritisch bin. Das soll nicht arrogant klingen, aber auf die Wörter von anderen Leuten, die die Situation ausnutzen, um respektlos und unfair zu sein, bin ich nicht angewiesen". Lyon-Trainer Maxime Gonalons jedenfalls kannte den Grund für die Niederlage: "Buffon war sensationell."

In dieser Gruppe H scheinen sich mit Italiens Serienmeister und Europa-League-Seriensieger FC Sevilla die Favoriten durchzusetzen. Sevilla behielt bei Dinamo Zagreb mit 1:0 die Oberhand und hat in zwei Wochen genauso wie Juve vor eigenem Publikum schon den ersten "Aufstiegs-Matchball".

Schmidt sieht den Willen

In der Gruppe E ist alles offen, AS Monaco (5), Tottenham (4), Bayer Leverkusen (3) und ZSKA Moskau (2) haben noch gute Chancen. Während Ramazan Özcan und Aleksandar Dragovic bei Leverkusens 0:0 gegen Tottenham wieder nicht zum Zug kamen, durfte sich Julian Baumgartlinger in der zweiten Hälfte beweisen.

"Wir hätten alle drei Spiele gewinnen können. Für uns steigt mit jedem Spiel die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen der zwei vorderen Plätze erreichen, weil ich den Willen der Mannschaft sehe", ist Leverkusen-Trainer Roger Schmidt weiter optimistisch. Für Kevin Wimmer war bei Tottenham wieder kein Platz auf der Ersatzbank.

Leicester in CL besser als in der Liga

Gegen Leicester City ist in der Champions League kein Kraut gewachsen. Englands Meister setzte sich gegen den FC Kopenhagen 1:0 durch und gewann damit auch das dritte Gruppe-G-Spiel zu Null. Der Aufstieg scheint nur noch Formsache zu sein. Nach einer bisher enttäuschenden Saison in der Premier League scheint der Europacup eine willkommene Abwechslung für Leicester zu sein. Mit neun Punkten haben sie da mehr Punkte geholt als in den bisherigen acht Ligaspielen, in denen nur acht Zähler gesammelt werden konnten und mit Rang 13 der Abstiegskampf näher ist als der Kampf um die Europacupplätze.

"Es war eine gute Vorstellung, nicht zu vergleichen mit jener im letzten Ligaspiel (Anm.: 0:3 bei Chelsea). Das ist aber normal, wenn man das erste Mal in der Champions League dabei ist", sagte Coach Claudio Ranieri. Leicester war gegen die Dänen wie in der Meistersaison üblich sehr kompakt, ließ kaum Chancen zu und setzte sich dank eines Treffers des Algeriers Riyad Mahrez (40.) durch. Kopenhagens erste Niederlage nach 23 ungeschlagenen Pflichtspielen war perfekt. "Es war ein sehr hartes Spiel, ich bin sehr glücklich über den Sieg", twitterte Ex-ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs.

Ändern sollen sich nun die Auftritte in der Meisterschaft. Die Doppelbelastung sei aus Ranieris Sicht mental ein Problem. "So kann es nicht weitergehen, wir müssen in der Premier League konzentrierter sein. Es ist nur eine psychologische Sache, weil in der Champions League zeigen wir unsere Qualitäten".

Assistgeber Ronaldo

Titelverteidiger Real Madrid fertigte das punktlose Schlusslicht Legia Warschau 5:1 ab. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung", sagte Real-Coach Zinedine Zidane. Superstar Cristiano Ronaldo trat diesmal nur als Assistgeber in Erscheinung, bereitete zwei Tore vor. "Ronaldo hat phänomenal gespielt, viele gute Pässe gespielt", lobte Zidane den Portugiesen. Ein besonderer Abend war es für Gareth Bale, der erstmals seit Dezember 2014 im Europacup traf.

Zu unschönen Szenen kam es vor der Partie außerhalb des Estadio Santiago Bernabeu. Bei Auseinandersetzungen wurden fünf Fans und zwei Polizisten leicht verletzt. Real kann als Gruppe-F-Zweiter genauso wie der punktgleiche Leader Borussia Dortmund, der bei Sporting Lissabon 2:1 siegte, schon in der nächsten Runde in den "Rückspielen" mit einem Sieg das Achtelfinalticket lösen.

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