Guido Burgstaller wird wie erwartet ins Team zurückkehren.

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Nationalteam
03/14/2017

ÖFB-Kader: Zwei neue Gesichter und ein Rückkehrer

Teamchef Koller setzt gegen Moldawien und Finnland auf Rookies Daniel Bachmann und Stefan Lainer. Guido Burgstaller kehrt zurück.

Guido Burgstaller ist zurück in der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Teamchef Marcel Koller hat den zuletzt treffsicheren Stürmer von Schalke 04 nach einem Jahr wieder in seinen Kader berufen. Dazu stehen Torhüter Daniel Bachmann von Stoke City und Rechtsverteidiger Stefan Lainer von Meister Red Bull Salzburg erstmals im 23-köpfigen Aufgebot.

Die Österreicher treffen am 24. März in der WM-Qualifikation in Wien auf Moldawien. Vier Tage später folgt in Innsbruck ein Test gegen Finnland. Koller hat vor, in dem Lehrgang auch an der defensiven Dreierkette zu arbeiten. "Das ist nicht erst seit heute ein Thema", bestätigte der Schweizer bei der Kaderbekanntgabe in Wien.

Mit Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Sebastian Prödl, Kevin Wimmer und Michael Madl befinden sich fünf gelernte Innenverteidiger im Kader. David Alaba könnte in dem neuen System als linker Außenspieler ein Thema werden. "Ich wusste schon immer, dass er auch links hinten spielen kann. Das zeigt er bei Bayern jede Woche", sagte Koller über seinen Topstar. "Ich habe nie versucht zu verneinen, dass das eine Option ist." Bisher sei Alaba aber im Mittelfeld wichtiger gewesen.

Burgstallers breite Brust

In der Offensive erhielt Burgstaller den Platz von Lukas Hinterseer. Der 27-Jährige hat bei Schalke seit seinem Winter-Transfer vom 1. FC Nürnberg bereits sechs Pflichtspieltore erzielt. "Wir hoffen, dass er mit einer ganz dicken Brust kommt. Die kann er auch haben", betonte Koller. Man sollte Burgstaller gar ein blaues Leiberl überziehen. "Damit er glaubt, dass er bei Schalke ist und die Dinger dann alle reinballert."

Im ÖFB-Team hat Burgstaller in neun Einsätzen bisher noch nicht getroffen. Zuletzt stand der Kärntner im März 2016 im Aufgebot. In Deutschland habe er sich weiterentwickelt, meinte Koller. "Es war schon bei Rapid auffällig, dass er viel läuft. Ein bisschen hat ihm aber noch die Ruhe vor dem Tor gefehlt." Die hat Burgstaller mittlerweile. "Schalke ist nicht irgendwie ein kleiner Verein", erinnerte Koller. "Da ist auch sehr viel Druck dahinter."

Der Teamchef kann es sich vorstellen, Burgstaller und ÖFB-Goalgetter Marc Janko gegen die Moldawier gemeinsam an vorderster Front zu bringen. "Sicher überlegen wir, mit ein, zwei oder drei Stürmern zu spielen", sagte Koller. Für eine Entscheidung sei es aber zu früh, zumal Janko wegen Oberschenkelproblemen zuletzt nicht gespielt hat. Der Basel-Legionär, bisher die Speerspitze im ÖFB-Team, soll aber rechtzeitig fit werden.

Einser-Frage offen

Noch keine Entscheidung hat Koller auch in der Einser-Frage getroffen. Bachmann, bisher neben dem österreichischen U21-Team nur in der Reserve von Stoke im Einsatz, nahm als dritter Torhüter den Platz von Ramazan Özcan ein, der seine Nationalteam-Karriere am Montag beendet hat. Gegen Moldawien werden Altachs Andreas Lukse oder Eintracht-Frankfurt-Ersatzmann Heinz Lindner das Tor hüten.

Lukse, der im November im Test gegen die Slowakei (0:0) debütiert hatte, pausierte zuletzt drei Wochen wegen muskulärer Probleme. "Wir müssen schauen, wie er zu uns kommt", sagte Koller. Lindner sei schon länger beim Team. "Er kennt unsere Ideen und hat auch in Deutschland gezeigt, dass er mit einem Kaltstart reingehen kann." Im Jänner sprang der 26-Jährige in Frankfurt in zwei Ligaspielen ein. Koller: "Er ist älter und erfahrener geworden."

Bachmann fehlt diese Erfahrung auf höchstem Niveau. "Wir wollten einen jungen Torhüter dazunehmen, der zwar noch nicht in der ersten Mannschaft spielt, aber zweifelsohne Talent hat", sagte Koller über den 22-Jährigen. Der Wiener erhielt unter anderem den Vorzug gegenüber Marco Knaller (29), der beim deutschen Zweitligisten Sandhausen zuletzt gute Kritiken erhalten hat. Koller denkt an die Zukunft. "Wir haben uns für die jüngere Variante entschieden." Mit Mattersburgs Markus Kuster steht ein 23-Jähriger erstmals auf der Abrufliste.

Lob für Lainers Einstellung

Dort ist auch Florian Klein zu finden, der nach fünf Jahren als Fixgröße in Kollers Aufgebot von Lainer überholt worden ist. "Er hat eine sehr schwierige Phase in Stuttgart. Wenn jemand nicht regelmäßig spielt, fehlt auch der Spielrhythmus", meinte Koller. Die Salzburg-Akteure Lainer oder Valentino Lazaro würden diesen mitbringen. Für ihren Klubkollegen Stefan Stangl ist ebenfalls kein Platz mehr im Aufgebot.

An Lainer schätzt Koller vor allem dessen Einstellung. "Er ist ein Spieler, der sehr viel Mentalität mitbringt." Der 24-Jährige war schon als Ried-Spieler im Blickfeld. "In Salzburg (seit Sommer 2015/Anm.) hat er weitere Schritte nach vorne gemacht und auch viel Verantwortung übernommen." Zuletzt verschoss Lainer in der Liga gegen die Admira (1:1) einen Elfmeter. Koller: "Schade für ihn. Aber er ist auch einer, der torgefährlich ist."

Lainer stach auf seiner Position auch den Schweizer Moritz Bauer aus, der als Pass-Österreicher in Diensten von Rubin Kasan erstmals auf der Abrufliste steht. Der Sohn eines Österreichers werde weiter beobachtet, sagte Koller. Persönlich habe er noch nicht mit ihm gesprochen. "Leidenschaft und Verbissenheit" hätten aber ebenso für Lainer gesprochen wie sein guter Spielrhythmus.

23 Mann für Moldawien und Finnland

Tor: Daniel Bachmann (Stoke City/0 Länderspiele), Heinz Lindner (Eintracht Frankfurt/8), Andreas Lukse (SCR Altach/1)

Abwehr: Aleksandar Dragovic (Bayer Leverkusen/54/1 Tor), Martin Hinteregger (FC Augsburg/22/1), Stefan Lainer (Red Bull Salzburg/0), Valentino Lazaro (Red Bull Salzburg/5/0), Michael Madl (Fulham/1/0), Sebastian Prödl (Watford/60/4), Markus Suttner (FC Ingolstadt/18/0), Kevin Wimmer (Tottenham Hotspur/8/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/54/11), Marko Arnautovic (Stoke City/60/13), Julian Baumgartlinger (Bayer Leverkusen/53/1), Martin Harnik (Hannover/63/14), Stefan Ilsanker (RB Leipzig/21/0), Zlatko Junuzovic (Werder Bremen/52/7), Marcel Sabitzer (RB Leipzig/25/4), Louis Schaub (Rapid Wien/2/0), Alessandro Schöpf (Schalke 04/11/2)

Angriff: Guido Burgstaller (Schalke 04/9/0), Michael Gregoritsch (Hamburger SV/1/0), Marc Janko (FC Basel/61/28)

Auf Abruf: Markus Kuster (SV Mattersburg/0) - Moritz Bauer (Rubin Kasan/0), Florian Klein (VfB Stuttgart/45/0), Philipp Lienhart (Real Madrid/0), Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg/3/0) - Florian Grillitsch (Werder Bremen/0), Stefan Hierländer (Sturm Graz/0), Jakob Jantscher (Caykur Rizespor/23/1), Konrad Laimer (Red Bull Salzburg/0) - Deni Alar (Sturm Graz/0), Lukas Hinterseer (FC Ingolstadt/12/0)

Neues U21-Team mit Real-Legionär Lienhart ins Trainingslager

Das österreichische Fußball-U21-Team startet kommende Woche mit einem Trainingslager in Spanien in die Vorbereitungen auf die kommende EM-Qualifikation. Teamchef Werner Gregoritsch muss eine neue Mannschaft formieren.

Bekannteste Spieler in seinem ersten Kader der Jahrgänge 1996 und 1997 sind Real-Madrid-Verteidiger Philipp Lienhart und Salzburg-Mittelfeldspieler Konrad Laimer.

Der ÖFB-Nachwuchs bestreitet in Murcia zwei Testspiele gegen Australien (24. März) und die Niederlande (27. März). Die Qualifikation für die U21-EM 2019 beginnt im Juni. Gegner der Österreicher in Gruppe 7 sind Serbien, Russland, Mazedonien, Armenien und Gibraltar.

Kader:

Tor: Paul Gartler (Rapid Wien), Osman Hadzikic (Austria Wien), Alexander Schlager (Floridsdorfer AC)

Verteidigung: Dominik Baumgartner (Wacker Innsbruck), Petar Gluhakovic (Austria Wien), David Gugganig (WSG Wattens), Manuel Haas (Kapfenberger SV), Sandro Ingolitsch (FC Liefering), Stefan Jonovic (Austria Wien), Michael Lercher (Wacker Innsbruck), Philipp Lienhart (Real Madrid), Stefan Posch (1899 Hoffenheim)

Mittelfeld: Mathias Honsak (SV Ried), Sascha Horvath (Sturm Graz), Marco Krainz (Austria Lustenau), Konrad Laimer (Red Bull Salzburg), Philipp Malicsek (Rapid Wien), Simon Pirkl (Wacker Innsbrick), Dominik Prokop (Austria Wien), Xaver Schlager (Red Bull Salzburg), Rami Tekir (FC Liefering)

Sturm: Adrian Grbic (Floridsdorfer AC), Marko Kvasina (Austria Wien)

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