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Sport Fußball
02/13/2021

Last-Minute-Sieg für Salzburg, Rapid patzt in Altach

Die Salzburger drehen die Partie bei WSG Tirol und gewinnen 4:2. Die Wiener spielen trotz Unterzahl nur 0:0 beim Nachzügler.

Titelverteidiger Red Bull Salzburg hat seine Tabellenführung in der Bundesliga am Samstag ausgebaut. Die Salzburger landeten nach zweimaligem Rückstand einen 4:2-Zittersieg bei der WSG Tirol und liegen nun drei Punkte vor dem ersten Verfolger Rapid. Die Hütteldorfer kamen beim bisherigen Schlusslicht Altach nicht über ein torloses Remis hinaus. Nächsten Sonntag kommt es in Salzburg zum direkten Duell der beiden Titelrivalen.

Wie den Salzburgern, die am Donnerstag im Sechzehntelfinal-Hinspiel auf Villarreal treffen, gelang auch dem WAC die Generalprobe für die Europa League. Die Kärntner, die als Außenseiter ins Duell mit Tottenham gehen, besiegten die Admira mit 2:1 und schlossen im Rennen um die Meistergruppe der Top sechs nach Punkten zur fünftplatzierten WSG auf. Altach gab die Rote Laterne des Tabellenschlusslichts aufgrund der besseren Tordifferenz an die Admira ab.

Rapid holte in Altach nur einen Punkt

Erstmals seit Corona war Rapid am Samstag in Altach zu Gast. Für die weite Reise wählte man die teurere, dafür aber sichere Variante: Hinflug am Freitag und Rückflug gleich nach Match von Altenrhein, abgesichert mit aktuellen PCR-Tests und nur einem Punkt im Gepäck.

Die Hütteldorfer hatten es nicht leicht im Ländle gegen einen Gegner, der sich in einer 4-3-3-Formation wie erwartet vor allem aufs Verteidigen konzentrierte und dabei von Beginn an recht hart und nicht immer nach den Regeln agierte. Bumberger sprang nach acht Minuten der Ball an die Hand, ein Elferpfiff von Schiedsrichter Schüttengruber blieb aus.

Ein Kraftakt von Ercan Kara, der sich über die rechte Seite durchtankte, führte zur ersten Chance der Gäste. Petrovic übernahm die Hereingabe nicht gut genug (15.).

Ausschluss

Nach 23 Minuten verbarrikadierten die Gastgeber das eigene Tor noch mehr. Warum? Weil sie nur noch zu zehnt waren. Schreiner flog nach zwei gelben Karten vom Platz. Statt Gelb-Rot hätte es auch glatt Rot geben können, nachdem der Altacher den auf dem Boden liegenden Rapidler Stojkovic wild getreten hatte.

Rapid näherte sich an, Knasmüllner prüfte Kobras aus spitzem Winkel (33.) und durfte in der Halbzeit Platz machen für einen technisch noch besseren Spieler: Yusuf Demir kam ins Spiel und sollte die Altacher durcheinanderwirbeln, die nun beinahe den Mannschaftsbus vor dem Tor parkten. Die Mannschaft von Alex Pastoor formierte sich die meiste Zeit in einem 6-3-0, also mit sechs Verteidigern und ohne Stürmer und konnte so nur wenige gute Chancen der Rapidler zulassen.

Nach einer Stunde scheiterte Demir nach Kara-Zuspiel. Fünf Minuten später durfte Taxi Fountas erstmals nach seiner Vier-Spiele-Sperre wieder mitwirken und machte sich umgehend bemerkbar. Der Grieche setzte Schick am rechten Flügel perfekt ein, der scharfe Stanglpass landete bei Grahovac, dessen Schuss Haudum von der Torlinie kratzte – die beste Chance im Spiel (66.).

Und weil sich schließlich auch noch Kobras bei einem Kara-Kopfball auszeichnen konnte und Demir beim Nachschuss Mitspieler Greiml traf, blieb es torlos.

Nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Serie ließen die Hütteldorfer erstmals wieder Punkte liegen.

Unglückliche Tiroler ermöglichten Salzburg den Sieg

„Gegen Salzburg ist es per se Lawinenwarnstufe 5“, hatte WSG-Tirol-Trainer Silberberger vor der Partie gemeint. Eine Salzburger Lawine gab es aber nur in den ersten zwei, drei Minuten. Seine Elf bekam das Spiel schnell unter Kontrolle, auch, weil die Tiroler viele Zweikämpfe gewannen und fast alle zweiten Bälle hatten.

Früh fiel auch die WSG-Führung. Routinier Koch traf nach einem kurz abgewehrten Eckball den Ball perfekt, aber auch, weil ihn die Salzburger Sucic und Adeyemi ungehindert aus rund 25 Metern schießen ließen (10.).

Der Leader wankte auf dem Tivoli-Krautacker nach dem 0:1 wie ein schwer getroffener Boxer. Besonders Baden-Frederiksen kam mehrmals dem 2:0 nahe. Salzburg hatte Glück, dass man nicht höher in Rückstand geriet. Dann bekamen die Gäste Hilfe von WSG-Keeper Oswald, der unmotiviert aus seinem Tor kam und Daka das 1:1 ermöglichte (31.).

Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel. Die Tiroler, bei denen sich Routinier Dedic kurz vor dem Ausgleich verletzt hatte, fanden erst nach dem Wechsel wieder ins Spiel. Denn wer in Hälfte 2 einen Sturmlauf Salzburgs erwartet hatte, wurde getäuscht. Im Gegenteil: Die Tiroler waren nach zehn Anlaufminuten wieder gefährlicher – besonders durch Baden-Frederiksen.

Der Däne war auch für die neuerliche Führung verantwortlich. Zunächst ließ er sich von Ramalho im Strafraum zu Boden reißen, dann verwertete er den verhängten Elfer (78.). Aber das 2:1 hielt nur ein paar Sekunden. Berisha staubte aus kurzer Distanz ab (79.). Und die Salzburger drehten die Partie noch komplett – unter gütiger Mithilfe der Tiroler: Zunächst legte Suarez Daka auf, der in Minute 89 zum 3:2 traf. Kurz danach unterlief Behounek ein schwerer Fehler. Koita stellte den 4:2-Endstand her.

Ein Traumstart reichte der Admira nicht zum Happy End

Die Partie begann mit einem Paukenschlag, ausgeführt von den Gästen aus der Südstadt. Nach einer Flanke von Kerschbaum nahm Wooten den Ball volley und traf ins linke Kreuzeck (3.). Ein Traumtor als Auftakt nach Maß. Der WAC zeigte sich beeindruckt und benötigte einige Minuten, um den Faden im eigenen Spiel aufzunehmen.

Henriksson, ein Neuer in der Kärntner Verteidigung, sorgte im Angriff für das erste Highlight der Wolfsberger mit dem Ausgleich zum 1:1 (17.). Sprangler flankte auf den Kopf des Schweden, der dem zögernden Goalie Leitner keine Chance ließ. Der Treffer hatte einen kleinen Schönheitsfehler. Weil sich Henriksson bei Mitspieler Röcher beim Kopfball aufstützte, hätte das Tor streng nach der Regelauslegung nicht zählen dürfen.

Der WAC drehte letztlich die Partie gegen eine nicht ungefährliche Admira. Zunächst vergab Routinier Liendl einen Elfmeter, doch Torjäger Joveljic sorgte mit seinem achten Saisontor für den 2:1-Sieg. Admiras Wooten hatte den Ausgleich auf dem Fuß und vergab.

17. Runde

WSG Tirol - Salzburg 2:4 (1:1)

Tore:
1:0 (10.) Koch
1:1 (31.) Daka
2:1 (78.) Baden Frederiksen (Elfmeter)
2:2 (79.) Berisha
2:3 (89.) Daka
2:4 (90.) Koita

WSG: Oswald - Koch, Behounek, Gugganig, Schnegg - Rogelj (85. J. Gölles), Petsos, Celic, Rieder (72. Naschberger) - Dedic (27. Anselm), Baden Frederiksen (85. Soares)

Salzburg: Stankovic - Kristensen, Ramalho, Vallci, Ulmer - Junuzovic (92. Affengruber) - Mwepu (69. Aaronson), Berisha, Sucic (58. Camara) - Daka, Adeyemi (58. Koita)

Gelbe Karten: Rieder, Celic bzw. Camara

Altach - Rapid 0:0 (0:0)

Altach: Kobras - Oum Gouet, Bumberger, Netzer (26. Anderson), Karic - Casar, Haudum, Fischer - Meilinger (46. Maderner), Schreiner - Obasi (67. Bukta)

Rapid: Strebinger - Stojkovic, Greiml, Barac, Ullmann - Petrovic, Grahovac (80. Alar) - Schick, Knasmüllner (46. Demir), Ritzmaier (65. Fountas) - Kara

Gelb-Rot: Schreiner (23./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Obasi, Casar bzw. Barac

WAC - Admira 2:1 (1:1)

Tore:
0:1 ( 3.) Wooten
1:1 (17.) Henriksson
2:1 (76.) Joveljic

WAC: Kofler - Baumgartner, Henriksson, Lochoshvili - Novak, Taferner (83. Stratznig), Sprangler, Scherzer - Vizinger (69. Liendl), Joveljic, Röcher (63. Dieng)

Admira: Leitner - Malicsek, Datkovic, Bauer, Ostrzolek - Auer, Aiwu (82. Breunig) - Atanga, Kerschbaum, Starkl (62. Kronberger) - Wooten

Gelbe Karten: Joveljic, Taferner, Röcher bzw. Kerschbaum

Tabelle:

1.

Salzburg

17

13

1

3

54:18

36

40

*

2.

Rapid

17

11

4

2

35:20

15

37

*

3.

Sturm 

16

9

4

3

28:13

15

31

 

4.

LASK 

16

9

3

4

33:17

16

30

 

5.

WSG Tirol

16

7

3

6

29:26

3

24

 

6.

WAC

17

7

3

7

26:29

-3

24

 

7.

Austria 

16

4

6

6

20:23

-3

18

 

8.

St. Pölten

16

4

4

8

27:32

-5

16

 

9.

Hartberg

15

3

6

6

15:28

-13

15

 

10.

Ried

16

4

2

10

18:34

-16

14

 

11.

Altach

17

3

3

11

15:36

-21

12

 

12.

Admira

17

3

3

11

18:42

-24

12

 

*   = in der Meistergruppe (Plätze 1-6)

 

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