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Sport Fußball
12/07/2019

Für Liverpool eingeschossen: Salzburg feiert Kantersieg

Klare Sache: Salzburg gewann gegen WSG Tirol locker mit 5:1, zeigte aber auch Schwächen.

von Stephan Blumenschein

Die Pflicht hat Salzburg in der Bundesliga mit einem klaren 5:1-Heimsieg gegen Nachzügler WSG Tirol erfüllt, nun folgt am Dienstag also die Kür mit dem letzten Gruppenspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool. Um gegen Englands Tabellenführer die Sensation schaffen und mit einem Sieg ins Achtelfinale der Königsklasse einziehen zu können, wird Österreichs Serienmeister eine Offensivleistung wie am Samstag brauchen. Allerdings wird man sich in der Defensive nicht solche Schwächen wie gegen Wattens vor der Pause erlauben dürfen.

Zwei Spiel in Folge hatten die Salzburger in der Bundesliga mit dem 2:2 gegen St. Pölten und dem 1:1 bei der Admira zuletzt nicht gewonnen. Schon das kommt selten vor. Dass der Serienmeister aber drei Spiele in Serie nicht gewinnt, kommt noch seltener vor. Was zuletzt im Dezember 2017 mit drei Unentschieden passierte, wiederholte sich in diesem Jahr nicht.

16. Saisontor für Haaland

Der Aufsteiger aus Tirol versuchte zwar, die Mauertaktik der beiden niederösterreichischen Vereine nicht nur zu kopieren, sondern sogar zu toppen – statt acht begannen neun Defensivspieler. Gelungen ist das freilich nicht, weil die Gäste einfach Fehler machten, die man gegen die Salzburger Offensivmacht schlichtweg nicht machen darf.

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Schon nach neun Minuten stand es 2:0: Patson Daka konnte genauso unbehelligt einschießen (3.) wie Sturmpartner Erling Haaland kurz danach (9.). Der immer wieder angeschlagene Norweger, der zum ersten Mal nach einem Monat wieder in der Startelf gestanden war, erzielte sein 16. Saisontor in der Bundesliga.

Aber danach schlich sich beim Tabellenführer wieder jener Schlendrian ein, der schon im letzten Heimspiel gegen den SKN einen Sieg verhindert hatte. Vor zwei Wochen hatte der Serienmeister ja eine 2:0-Führung leichtfertig verspielt.

Ehrentreffer für WSG Tirol

Immer wieder kam die WSG gefährlich in den Salzburger Strafraum. Zwar gab es nicht die ganz großen Chancen, aber durchaus Möglichkeiten, die ein Gegner mit Qualität in dieser Hülle und Fülle wohl genutzt hätte.

Erst der dritte Treffer der Salzburger brach den offensiven Widerstand der Gäste: Masaya Okugawa wurde vom Wattener Florian Rieder ideal eingesetzt, der Japaner traf auch schon zum sechsten Mal in dieser Bundesliga-Saison - 3:0 (33.).

Nach dem Wechsel war es dann nur noch ein Schaulaufen drei Tage vor dem Spiel des Jahres. Wäre Haaland nur halbwegs in der Form aus dem Frühherbst, wäre es wohl ein Rekordsieg geworden. So fielen durch Minamino (56.) und Ulmer (82.) nur noch zwei Tore. Aber Salzburg fing sich auch wieder einen Treffer: Hager erzielte das 1:5 (85.).

  • Stimmen zum Spiel:

 Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Das war heute sehr ordentlich, die Mentalität hat gestimmt. Es war sehr professionell, weil der Fokus wirklich auf diesem Spiel lag. Das Gegentor ist ärgerlich, aber es war auch ein sehr guter Standard." Zu Liverpool: "Wir sind begeistert aber ruhig. Die Energie und Konzentration sind optimal. Wir können nicht überraschen, sie verstehen unseren Fußball. Aber wenn wir unsere beste Leistung abrufen, haben wir gute Chancen. Wir müssen mit all unserem Selbstvertrauen spielen."

Thomas Silberberger (WSG-Trainer): "Wir machen es den Gegnern aktuell zu leicht. Wenn man nach 9 Minuten hier 0:2 hinten liegt, dann ist man bedient. Aber trotzdem ärgern mich die Gegentore. Die waren zu billig und zum Teil slapstickmäßig. Drei Tore haben wir ihnen geschenkt. Das war an Naivität nicht zu überbieten. Aber Salzburg hat hochverdient gewonnen. Wir wissen, wo wir hingehören: Wenn man bedenkt, dass Red Bull Wöber aus Sevilla holt und wir Svoboda aus Stadlau. Gegen Mattersburg können wir uns freischwimmen, um ruhig in die Winterpause zu gehen. Es wird ein Fight auf Biegen und Brechen."