Ali bin Al Hussein, Prinz von Jordanien.

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Fußball
01/06/2015

FIFA-Vorsitz: Jordanier fordert Blatter heraus

Prinz Ali bin Al-Hussein tritt bei der FIFA-Präsidentschaftswahl gegen den Schweizer an.

Amtsinhaber Joseph Blatter bekommt bei der Präsidentschaftswahl des Fußball-Weltverbandes (FIFA) Ende Mai womöglich stärkere Konkurrenz als bisher erwartet. Der jordanische Verbandschef Prinz Ali bin Al-Hussein will gegen Blatter antreten. Das gab der FIFA-Vizepräsident in der Nacht auf Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt.

"Es war keine einfache Entscheidung", sagte Al-Hussein und berichtete von vielen Gesprächen innerhalb der skandalgebeutelten FIFA. "Die Message, die ich immer wieder hörte, war: Es ist Zeit für einen Wandel." Man müsse den Fokus wieder mehr auf den Sport legen.

Al-Hussein wurde seit längerem als möglicher Herausforderer gehandelt. Unklar ist aber, wie viele Mitgliedsverbände eine Kandidatur des 39-Jährigen gegen den mächtigen und bestens vernetzten Blatter unterstützen könnten. Selbst in seiner eigenen asiatischen Konföderation dürfte der Sohn des früheren jordanischen Königs Hussein keinen uneingeschränkten Rückhalt genießen.

Blatter führt die FIFA seit 1998. Dass der 78-jährige Schweizer eine fünfte Amtszeit anstrebt, wird vor allem in Europa kritisiert. Der Weltverband war in den vergangenen Jahren durch Korruptionsvorwürfe und die umstrittene Vergabe der WM 2018 an Russland sowie 2022 an Katar ins Zwielicht geraten.

Europa begrüßte dementsprechend die Kandidatur Al-Husseins. "Ich habe ihn bisher noch nicht näher kennengelernt, aber sehr viel Positives über ihn gehört", sagte Deutschlands Verbandschef Wolfgang Niersbach. "Er wird als starke Persönlichkeit beschrieben."

Neben Blatter hatte auch der als aussichtslos geltende frühere FIFA-Funktionär Jerome Champagne seine Absicht zur Kandidatur erklärt. Der Franzose betonte, dass es ihm dabei nicht um "persönliche Eitelkeit" gehe, sondern um einen demokratischen Prozess und die Zukunft des Spiels. Man müsse das Programm des Jordaniers abwarten, sagte Champagne in einer ersten Reaktion.

Auch der Ex-Präsident des chilenischen Fußball-Verbandes, Harold Mayne-Nicholls, hat sich zuletzt eine Bewerbung offengehalten. Weitere Kandidaturen müssen bis 29. Jänner eingereicht werden. Die Wahl findet am 29. Mai im Rahmen des FIFA-Kongresses in Zürich statt. Delegierte aus 209 nationalen Verbänden, darunter der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB), sind stimmberechtigt.

Wie viele Gegenkandidaten am Ende auch antreten werden, Blatter geht als Favorit ins Rennen. Trotz der jüngsten Skandale und der Kritik aus Europa darf sich der Schweizer nach 40 Jahren Funktionärstätigkeit der Unterstützung aus weiten Teilen der Welt sicher sein. Als er im vergangenen Juni beim Kongress in Sao Paulo seine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit offiziell gemacht hatte, erhielt Blatter von den Delegierten Afrikas und Asiens sogar "Standing Ovations".

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