Sport | Fußball
26.02.2015

Ein Duell auf Augenhöhe

Salzburg muss heute gegen Villarreal ein 1:2 aufholen – beide Vereine haben finanziell ähnliche Möglichkeiten.

Salzburg-Trainer Adi Hütter wusste es schon kurz nach dem Hinspiel in Villarreal: "Das wird eine Herausforderung", sagte der 45-Jährige. Ein 1:2 muss seine Mannschaft heute, Donnerstag, im Rückspiel in der Red-Bull-Arena gegen den Sechsten der Primera División aufholen (19 Uhr, live ORFeins, Sky) – in einem Duell zweier Klubs, die sich finanziell durchaus auf Augenhöhe befinden.

62 Millionen Euro stehen dem FC Villarreal in dieser Saison zur Verfügung. Das Budget wurde damit im Vergleich zur letzten Saison, als der Klub aus der 50.000 Einwohner zählenden Industriestadt nördlich von Valencia in die spanische Top-Liga zurückgekehrt ist, um rund 20 Prozent erhöht.

Millionenumsatz

Salzburg kann dank Klubbesitzer Red Bull einen ähnlich hohen finanziellen Aufwand betreiben. Für diese Saison gibt es noch keine offiziellen Zahlen. Aber 2013/’14 kam Österreichs Meister immerhin auf einen Umsatz von 63,33 Millionen Euro.

Auch die Gehaltsstruktur ist durchaus ähnlich. Die Villarreal-Spieler kommen laut spanischen Medien auf ein Durchschnittsgehalt von rund 900.000 Euro. Spitzenverdiener soll Victor Ruiz mit 2,7 Millionen Euro im Jahr sein. Der Innenverteidiger ist allerdings eine Leihgabe des FC Valencia. Von den Spielern, die Villarreal gehören, ist der verletzte Kapitän Bruno Soriano mit 2,5 Millionen Euro der Gehaltsprimus.

In Salzburg werden die Gehälter der Stars streng geheim gehalten. Aber Topverdiener konnten und können in erfolgreichen Saisonen durchaus auf Jahresbruttogehälter im Bereich der zwei Millionen kommen. Offiziell ist nur die Summe, die Red Bull Jahr für Jahr für alle Gehälter ausgibt: In der Saison 2013/’14 waren es 41,37 Millionen Euro – inklusive der Angestellten der Salzburger Fußball- und Eishockey-Akademie.

Millionenablösen

Auf dem Transfermarkt war Villarreal zuletzt spendabler, aber in finanziellen Bereichen, in denen sich auch Red Bull bewegt. Mit Stürmer Luciano Vietto (5,5 Mio. €) und Keeper Sergio Asenjo (5 Mio. €) im Sommer sowie Verteidiger Eric Bailly (5,7 Mio. €) im Winter kamen drei Spieler im Bereich von fünf Millionen Euro Ablöse. Etwas mehr, rund sechs Millionen Euro, soll Red Bull im Sommer für Massimo Bruno an Anderlecht überwiesen haben.

Insgesamt hat Villarreal diese Saison 18,7 Millionen für Neuzugänge ausgegeben, Salzburg hingegen nur 7,3 Millionen. Die Bilanz wird allerdings geschönt, weil sowohl Bruno als auch Marcel Sabitzer, der um zwei Millionen Euro Ablöse von Rapid gekauft wurde, offiziell vom deutschen Red-Bull-Klub Leipzig verpflichtet wurden.

Hütter: „Wir müssen ein gezieltes Risiko eingehen“

Überraschen, wie es Sportchef Ralf Rangnick gehofft hatte, konnte Salzburg im Hinspiel Gegner Villarreal nicht. Im Gegenteil: „Wir haben noch nie gegen eine Mannschaft gespielt, die so gut auf uns eingestellt war“, meinte Stefan Ilsanker nach der 1:2-Niederlage im Sechzehntelfinal-Hinspiel.

Ohne den gesperrten Mittelfeldspieler muss Salzburg heute, Donnerstag, in der Red-Bull-Arena den Rückstand aufholen. Adi Hütter, der das Hinspiel in allen Bereichen seziert hat, glaubt, dass Kleinigkeiten entscheiden werden. „Wir müssen ein gezieltes Risiko eingehen“, sagt der Salzburger Trainer.

Viele Gegentore

In Salzburg wurden diese Saison vier der fünf Europacup-Heimspiele gewonnen. Aber nur beim 2:0 gegen Karabach Agdam blieb Red Bull ohne Gegentor. Trotzdem wird Salzburg an der offensiven Grundausrichtung nichts ändern. „Wir haben unseren Spielstil und wollen daran festhalten. Sonst verunsichern wir uns nur“, sagt Verteidiger Christian Schwegler.

Da neben Ilsanker wohl auch Christoph Leitgeb wegen seiner Knieschmerzen ausfallen wird, werden wie beim 2:2 in Ried am Wochenende wohl Ramalho und Naby Keita die Mittelfeldzentrale bilden. Anstelle von Ramalho wird wohl der erst 18-jährige Duje Caleta-Car wieder in der Innenverteidigung aufgeboten werden.

Der talentierte Kroate wirkte in Ried alles andere als sattelfest und wurde auch vorzeitig vom Feld genommen. Auf Aufstellungsdiskussionen wollte sich Hütter aber dennoch nicht einlassen. „Jeder Spieler, der bei uns im Kader steht, hat die Qualität, auch zu spielen“, sagte der Vorarlberger.