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Sport Fußball
11/05/2020

Europa League: LASK siegt in Unterzahl, WAC erstmals geschlagen

Die Oberösterreicher holten in Antwerpen den zweiten Sieg in Folge und könnten auf dem grünen Tisch sogar ein 3:0 holen.

Was Trainerstar Jose Mourinho und Tottenham Hotspur nicht gelungen ist, schaffte der LASK. Die Linzer siegten bei Royal Antwerpen mit 1:0 und beendeten eine Serie von 24 ungeschlagenen Heimspielen der Belgier.

ROYAL ANTWERPEN - LASK 0:1 (0:0)
Tor:
0:1 (54.) Eggestein.
Gelb-rote Karte: Holland (68.).
Gelbe Karten: Gerkens, Verstraete, Ampomah bzw. Ranftl.
Antwerpen: Butez - Seck, Hongla, De Laet - Gerkens, Haroun (88. Boya), Verstraete (65. Ampomah), Juklerod (75. Benavente) - Miyoshi (63. Buta), Mbokani, Refaelov (86. Lukaku).
LASK: Schlager - Wiesinger, Trauner, Filipovic - Ranftl, Holland, Michorl, Renner - Gruber (65. Goiginger), Raguz (40. Eggestein), Balic.

Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Anschlages von Wien am Montagabend nahmen die Linzer das Heft mit Spielbeginn in die Hand und das eigene Spiel dem Gegner aufgedrückt. Aber auf das Wichtigste wurde vergessen: das Herausspielen von Chancen.

Ein Schuss vom Ex-Mattersburger Gruber, der allerdings mitten auf das Tor von Antwerpen-Keeper Butez ging, schon in der vierten Minute blieb die magere Ausbeute für viel Aufwand.

Royal Antwerp vs LASK Linz

Schwere Raguz-Verletzung

Die Belgier konnten in keiner Phase zeigen, warum sie vergangene Woche den Premier-League-Spitzenklub 1:0 bezwungen hatten. Allerdings musste Trainer Leko auch mit einem doch ersatzgeschwächten Kader antreten. Von jener Startelf, die gegen die Spurs begonnen hatte, fehlte jedoch nur Abwehrchef Gelin.

Für einen Linzer endete das Spiel vorzeitig. Stürmer Raguz verletzte sich – wohl schwer – am Knie und musste noch in der ersten Hälfte ausgetauscht werden. Für ihn kam Werder-Leihgabe Johannes Eggestein auf das Feld.

Royal Antwerp vs LASK Linz

Und der Last-Minute-Neuzugang sollte sich eindrucksvoll bei den Belgiern vorstellen. Der deutsche U-21-Teamspieler brachte den LASK in Führung. Nach einer Gruber-Flanke nahm er sich den Ball mit der Brust herrlich herunter und ließ Butez keine Chance –1:0 (54.).

Wer nun einen Sturmlauf der Belgier erwartet hatte, sah sich getäuscht, obwohl Leko neue Offensivkräfte einwechselte. Dann machten es sich die Linzer aber selbst schwer. Routinier Holland wurde nach einem unnötigen Foul am Israeli Rafaelov in der gegnerischen Hälfte (zu Recht) ausgeschlossen (67.).

Europa League - Group J - Royal Antwerp v LASK Linz

Antwerpen war nun spielbestimmend. Aber der LASK verteidigte und clever, in die gefährliche Zone kamen die Belgier nur einmal. Mbokani vergab in der Nachspielzeit.

Legt der LASK Protest ein?

Nach dem Spiel wurde bemerkt, dass Antwerpen in vier Unterbrechungen (ohne Halbzeit) gewechselt hat. Erlaubt sind aber nur drei (plus Halbzeit). Dem Schiedsrichterteam hätte das auffallen müssen. Wenn der LASK Einspruch gegen die Wertung einlegt, sind die Chancen auf ein 3:0 groß. Das wäre vor allem dann interessant, wenn es im direkten Duell mit Antwerpen um den Aufstieg ginge.

Erste Niederlage für den WAC

Die gute Nachricht vorweg: Auch nach dem dritten Spieltag ist der Wolfsberger AC in Gruppe K voll im Aufstiegsrennen. Dennoch mussten die Außenseiter am Donnerstag erstmals die Europa-League-Bühne als Verlierer verlassen. Beim 0:1 in Zagreb gegen Dinamo können die Kärntner aber verpassten Punkten nachtrauern.

DINAMO ZAGREB - WAC 1:0 (0:0)
Tor:
1:0 (76.) Atiemwen.
Gelb-rote Karte: Taferner (45.).
Gelbe Karten: Leovac, Franjic, Majer bzw. D. Baumgartner, Jochum (Co-Trainer), Dieng, Pavelic, Hodzic.
Dinamo: Zagorac - Moharrami (74. Atiemwen), Lauritsen, D. Peric (15. Leovac), Gvardiol - Majer, Franjic, Ademi, Jakic (46. Kastrati) - Gavranovic (92. Burton), Orsic.
WAC: Kofler - Novak, D. Baumgartner, Lochoshvili, Pavelic (81. Hodzic) - Taferner, Stratznig, Peretz (81. Schmerböck), Wernitznig - Dieng (54. Vizinger), Joveljic (46. S. Peric).

Von einer gewohnten Spielvorbereitung konnte bei beiden Teams keine Rede sein. Das Coronavirus dünnte da wie dort die Kader aus. Den Kärntnern fehlten sieben Feldspieler, darunter die Routiniers Liendl, Rnic und Leitgeb, die Gastgeber mussten gar neun Personen aus dem unmittelbaren Umfeld vorgeben, darunter auch den Cheftrainer und seinen ersten Assistenten.

Doch den Wolfsbergern konnte die Aufgabe scheinbar nicht schwer genug sein, sie dezimierten sich kurz vor dem Pausenpfiff selbst: Der übermotivierte Flügelspieler Taferner sah Gelb-Rot.

Dinamo Zagreb vs Wolfsberger AC

Kapitän Liendl fehlte

Bis zu diesem Zeitpunkt mühten sich beide Mannschaften. Dem WAC fehlte ein ordnender Fuß, der üblicherweise im linken Schuh von Kapitän Liendl steckt. Noch in Rotterdam beim 4:1 gegen Feyenoord hatte der Mittelfeldspieler der Partie seinen Stempel aufgedrückt.

Kaum Ansehnlicheres brachten jedoch auch die gastgebenden Kroaten zustande. Wenig verwunderlich, da sie selbst in Bestbesetzung in den ersten beiden Gruppenspielen nicht einmal zum Torjubel ansetzen konnten (immerhin bekamen sie auch keinen Gegentreffer).

Daher durfte man in der zweiten Hälfte auch nicht zwingend mit einem bedienungslosen Sturmlauf von Dinamo in Überzahl rechnen. Den Gastgebern fehlten dafür Ideen und Tempo.

Das schien auch der Co-Co-Trainer der Zagreber erkannt zu haben, er wechselte in Minute 74 den schnellen und wendigen Atiemwen ein. Zwei Minuten später stand es 1:0. Mit einer schnellen Drehung und einem flachen Schuss hatte er die Wolfsberger Defensive vor unlösbare Probleme gestellt. Mehr hatten beide Teams nicht mehr zu bieten.

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