Argentinien dreht die Partie gegen England und steht im Finale
Eine Szene aus Argentinien gegen England
Der Titelverteidiger bleibt auf Kurs. Argentinien drehte das hitzige Halbfinale gegen England und siegte verdient mit 2:1. Während die Südamerikaner am Sonntag im Finale auf Spanien treffen, ist für England der Traum vom zweiten WM-Titel, dem ersten seit 1966, geplatzt.
Die erste Hälfte war eine der intensivsten bei dieser Weltmeisterschaft. Schon bei den Hymnen kochten die Emotionen hoch, sie waren kaum zu hören. Den Fans der jeweils gegnerischen Mannschaft sei Dank. Nicht die feine englische Art, auch nicht die feine argentinische.
Es war ordentlich Druck am Kessel. Das erste Highlight war in der dritten Minute die erste Rudelbildung. Es sollte nicht die letzte bleiben. Die Intensität war unfassbar hoch, die Argentinier fielen zunächst hauptsächlich durch schmutzige Attacken auf. Der Schiedsrichter ließ es ihnen durchgehen, England-Coach Tuchel tobte.
Die Engländer hielten aber voll dagegen, die einzige Halbchance vor der Pause vergab Stones per Kopf (33.). Da klatschte auch Mick Jagger auf der Tribüne – seltsamerweise aber nicht im Stones-Shirt.
Gordon zur Führung
Nach Seitenwechsel vergab zunächst Alvarez eine Doppelchance, scheiterte an Pickford und schoss dann ins Außennetz (47.). Die Südamerikaner schienen das Heft in die Hand nehmen zu wollen, doch dann platzte Gordon der Knoten. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf er nach einer Rogers-Hereingabe zum 1:0 (55.). Es war das 14. Tor im laufenden Turnier für England – das erste, das ein Spieler erzielte, der zuletzt in der Premier League aktiv war.
Argentinien suchte die schnelle Antwort: Simeone stürmte in den Strafraum – wurde aber von Spence mit dem spektakulärsten Tackling der WM gestoppt. Englands linker Verteidiger wurde von seinen Kameraden gefeiert, als hätte er gerade das Siegtor geschossen.
So weit war es aber noch lange nicht, die Argentinier drückten die Engländer tief hinten rein. Pickford musste sich bei einem Gonzalez-Kopfball auszeichnen (69.), MacAllister traf die Stange (76.). Der Ausgleich lag in der Luft. Wo war eigentlich Messi? Der weltweit bekannteste Fußballer – die Menschen, die seinen Namen nicht kennen, kann man wohl an einer Hand abzählen – kurbelte immer wieder, schlug eine geniale Flanke nach der anderen. Doch der Ball wollte (noch) nicht ins Tor. Pickford hielt gegen Fernandez (85.). Aber dann: Messi bediente Fernandez – und diesmal traf er zum hochverdienten Ausgleich (85.). Der bis dahin sehr starke Pickford machte nicht die glücklichste Figur.
Argentinien trifft in der Nachspielzeit
Die Engländer waren am Boden, wollten sich jetzt nur noch in die Verlängerung retten. Das sollte nicht gelingen. MacAllister traf wieder nur die Stange, aber Joker Martinez machte per Kopf den 2:1-Sieg perfekt (92.). Messi hatte ihn bedient. Argentinien hat es wieder getan, die Partie wie im Achtelfinale gegen Ägypten gedreht.
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