Schwer beschäftigt: Dragovic (hinten) bekam es mit Bayern-Star Robert Lewandowski zu tun.

© APA/AFP/JOE KLAMAR

Sport | Fußball
03/22/2019

Einzelkritik für ÖFB-Kicker: Guter Durchschnitt reicht nicht

Bei den Österreichern versagte niemand, aber nur Hinteregger war gegen die offensivstarken Polen überragend.

Österreich verlor ein Spiel, in dem man lange Zeit mindestens ebenbürtig war und das man durchaus positiv oder zumindest mit einem Remis hätte beenden können. Letztlich fehlten entscheidende Kleinigkeiten.

Heinz Lindner: Der Torhüter legte seinen ersten Arbeitsnachweis bei einem Kopfball von Glik vor, in der 27. Minute streckte er sich bei einem Schuss von Grosicki sehenswert und mit Erfolg. Beim 0:1 wehrte er den Ball zu wenig energisch und zu zentral ab. KURIER-Note: 3

Aleksandar Dragovic: Wurde nach zwei Minuten bei Lewandowski mit einem Foul vorstellig, ein Duell, das ihn das ganze Spiel lang beschäftigte. Die Einwechslung von AC-Milan-Stürmer Piatek erschwerte seinen Arbeitsabend. Dennoch leistete sich der Leverkusener sich keinen groben Fehler. KURIER-Note: 3

Martin Hinteregger: Auch als Abwehrchef im Zentrum lange Zeit der Fels in der Brandung, souverän und unaufgeregt in der Luft wie zu ebener Erd’. Mit seinen Kollegen hatte er alles unter Kontrolle, ehe die Phase kam, in der Polen das Spiel für sich entschied. Beim Tor konnte Hinteregger auf der Linie nicht mehr retten. KURIER-Note: 1

Maximilian Wöber: Kaum nachnominiert, schon stand er in der Startelf. Wirkte zunächst nicht ganz so sattelfest wie seine Nebenleute. Hinten solide, nach vorne kaum wirkungsvoll. KURIER-Note: 3

Stefan Lainer: Der Salzburger zeigte in seinem Schaffen keine Müdigkeit, er lief wie aufgezogen, seine gewohnte Offensivkraft vermochte er allerdings nicht auszuspielen, auch weil ihn die Polen auf seiner Flanke brav beschäftigten. KURIER-Note: 3

Julian Baumgartlinger: Der Kapitän rackerte für sein Team und deckte die Räume im Zentrum auch für Grillitsch ab.Ohne Brillanz, aber auch ohne Lapsus. KURIER-Note: 3

Florian Grillitsch: Trat mit viel Selbstvertrauen auf, hellwach im Kopf, elegant mit den Beinen am Ball bei Aktionen nach vorne oder gelungenen Wechselpässen. Nach einer starken ersten Hälfte fiel er jedoch zurück. KURIER-Note: 3

David Alaba: Begrüßte vor dem Spiel seinen Bayern-Kumpel Lewandowski besonders herzlich. Danach ruhte die Freundschaft, weil er über die linke Seite wieseln musste. In der Offensive stets um Flanken bemüht, wenngleich nicht alle ankamen. Der Anspruch an ihn ist dermaßen hoch, dass er ihm nur mit Top-Aktionen gerecht wird. Beinahe wäre es ihm im Finish mit einem Weitschuss gelungen, den Goalie Szczesny mit Klasse entschärfte. KURIER-Note: 3

Marko Arnautovic:  In Ermangelung an Stürmern mimte er die Solo-Spitze, mühte sich redlich, rieb sich mitunter auf. Wusste sich aber in einigen Aktionen mit seiner außergewöhnlichen Technik zu helfen und zeigte eine große Lauf- und Energieleistung, allein, es fehlte ihm die große Möglichkeit im Strafraum. Bei einem Schuss und einem Freistoß fehlten nur Zentimeter. KURIER-Note: 2

Valentino Lazaro: Legte los wie die Feuerwehr, flink, mit profunder Technik in den Kombinationen, suchte die Nähe zu Arnautovic und Sabitzer. Verlor dann ein wenig die Bindung und somit an Wirkung, fand aber wieder den roten Faden. Auffällig. KURIER-Note: 2

Marcel Sabitzer: Er konnte seine gute Form beim Klub ins Team transformieren, wirkte wendig und spielstark und wurde nach acht Minuten mit einem Schuss torgefährlich. KURIER-Note: 3

Marc Janko: Kam als Joker und vergab die beste Möglichkeit auf den Ausgleich mit dem Kopf. KURIER-Note: 3 (Karim Onisiwo Ersetzte im Finish Grillitsch).