Bekanntes Flugobjekt: Die Anhänger von Galatasaray warfen am Dienstag auch eine bengalische Fackel auf die Dortmund-Fans.

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Fußball
11/05/2014

Randale und Rekorde in der Champions League

Nach Ausschreitungen beim Spiel zwischen Dortmund und Galatasaray wird unter anderem wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Nach Ausschreitungen beim Spiel zwischen Dortmund und Galatasaray ermittelt die Justiz wegen schwerer Straftaten. Wie Staatsanwältin Sandra Mücke erklärte, werde nach der Partie in der vierten Runde der Champions-League-Gruppenphase unter anderem dem Vorwurf des versuchten Totschlags nachgegangen. Die Ermittlungen umfassen auch Landfriedensbruch und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Anhänger der Türken hatten vor, während und nach der Begegnung am Dienstagabend Pyrotechnik abgebrannt und zwei Spielunterbrechungen provoziert. Dabei wurden zwei Beamte verletzt. Zudem waren Leuchtkörper aus dem Gäste-Block in Bereiche mit Dortmunder Zuschauern geworfen worden. Ferner wurden Sitze inklusive Verankerungen auf andere Fans geschleudert.

Nach dem Spiel nahm die Polizei die Personalien aller Fans im Gästeblock auf, 21 Galatasaray-Anhänger wurden festgenommen. 700 Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die Festgenommenen und die Mehrzahl der 700 festgesetzten Anhänger hätten ihren Wohnsitz in Deutschland, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Dortmund mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach Ausschreitungen vor dem Spiel und im Stadion angeordnet, den Block der Istanbul-Anhänger, aus dem Ausschreitungen kamen, im Stadion festzusetzen.

Nahe des Stadions verhinderten die Beamten anschließend einen geplanten Angriff von Dortmunder Anhängern auf die Galatasaray-Fankurve.

Großer Tag

Einer hatte dennoch Spaß: Jürgen Klopp. Beseelt vom 4:1 nutzte der Dortmunder Coach die Gunst der Stunde und verordnete seinen Spielern gute Laune: „Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich freuen sollen. Wir hatten genug Scheißmomente zuletzt.“ Über den tristen Ligaalltag verlor Klopp kaum ein Wort: Er ersparte dem Team einen Ausblick auf die Partie gegen Gladbach. „Jeder weiß, was am Sonntag ist. Aber du musst auch genießen, wie sich ein Sieg anfühlt, um ihn vielleicht noch ein bisschen mehr haben zu wollen.“

Erneut taugte die Champions League als Mutmacher: Treffer von Reus (39.), Sokratis (56.), Immobile (74.) und Semih (85./Eigentor) stärkten den Glauben an die eigene Stärke. Schneller denn je zog der Revierklub ins Achtelfinale ein, nie zuvor startete ein Team besser in den Bewerb. Mit der Bilanz von zwölf Punkten und 13:1 Toren überbot der BVB den Rekord von Juventus Turin. „Jetzt müssen wir den Beweis antreten, dass wir nach einem guten Champions-League-Spiel auch in der Bundesliga punkten können“, sagte Sebastian Kehl. Dieser Effekt blieb bisher aus: In den Partien nach den Siegen auf internationaler Bühne über Arsenal (2:0), Anderlecht (3:0) und in Istanbul (4:0) setzte es Niederlagen gegen Mainz (0:2), Hamburg (0:1) und Hannover (0:1).

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Casillas überholte Xavi: 144 Spiele

Real Madrid blieb nach dem 3:0-Sieg an der Anfield Road gegen Liverpool am Dienstag erneut ohne Gegentreffer und feierte mit dem 1:0 den zwölften Pflichtspielsieg in Folge. Dieser bedeutet bereits den Aufstieg ins Achtelfinale. Die Champions League hat nun bis zum Jahresende keine Priorität mehr. „Wir haben die Hausaufgaben gemacht und können uns auf die Liga, den Cup und die Klub-WM fokussieren“, sagte Real-Kapitän Iker Casillas. Der Goalie stellte mit seinem 144. Einsatz in der Eliteliga einen neuen Rekord auf, zog an Barcas Xavi (143) vorbei.

Neben Real und Dortmund hätte am Dienstag auch Arsenal vorzeitig den Aufstieg fixieren können, die Londoner gaben diese Chance aber leichtfertig aus der Hand. Trotz 3:0-Führung nach 58 Minuten reichte es gegen Anderlecht nur zu einem 3:3. „Wir haben schlecht verteidigt. Bin ich verärgert oder enttäuscht? Beides“, sagte Arsenal-Coach Arsene Wenger. Der Fünf-Punkte-Polster auf die drittplatzierten Belgier ist aber nach wie vor beruhigend.

Zum Sündebock gemacht wurde Lukas Podolski, weil er bei der Flanke vor dem 3:3 nicht ordentlich verteidigt haben soll. Der Daily Telegraph nannte Podolski ein „Paradebeispiel für unzureichende Abwehrarbeit“ und schrieb: „Er war nur acht Minuten auf dem Platz, aber sein Versuch, Najar am Flanken zu hindern, war einfach schwach“. Der Deutsche entgegnete: „Pro Spiel werden 500 Flanken geschlagen. Wenn eine zum Tor führt, wird darüber diskutiert.“

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