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Sport Fußball
05/26/2020

Dortmund vs. Bayern: Die ganze Welt schaut zu

Das erste Sport-Highlight „nach“ Corona wird in mehr als 200 Ländern übertragen.

von Andreas Heidenreich

Man stelle sich einen Hund vor, der nach langer Zeit ohne Futter endlich wieder einen Knochen zugeworfen bekommt. So in etwa müssen sich Fußballfans gefühlt haben, als die Deutsche Bundesliga nach zweieinhalb Monaten Pause vor zehn Tagen den Spielbetrieb wieder aufgenommen hat. Am Dienstag gibt es den nächsten Knochen, nur diesmal ist auch eine ganze Menge Fleisch dran.

Es spielt Dortmund gegen Bayern. Der Zweite fordert den Ersten, und es kann durchaus eine Vorentscheidung um die Meisterschaft fallen. Gewinnen die Gäste aus München, fahren sie mit sieben Punkten Vorsprung wieder nach Hause. Die restlichen sechs Runden würden vermutlich zum Selbstläufer.

Dortmund gegen Bayern, das ist weltweit das erste große Sporthighlight nach der Corona-bedingten Pause. Wenn die Partie um 18.30 Uhr angepfiffen wird, werden nicht nur Deutsche vor den TV-Schirmen sitzen.

Feierabend

Die Partie ist in mehr als 200 FIFA-Mitgliedsländern live oder zeitversetzt zu sehen. Die frühe Beginnzeit eignet sich hierzulande für ein Feierabendbier, auch die Wirte kommen mit der Sperrstunde um 23 Uhr nicht in Bedrängnis. Selbst dann nicht, wenn man sich nach Schlusspfiff noch eine Stunde und 18 Minuten verplaudert.

Irgendeine Sportbar wird man jedenfalls brauchen, sofern man nicht Sky-Abonnent ist. Denn im Gegensatz zur Samstagskonferenz ist das Spitzenspiel nicht frei zu empfangen.

Die jüngsten beiden Spieltage haben Sky Rekorde beschert. Eine Woche nach dem – nach eigenen Angaben – reichweitenstärksten Bundesliga-Tag der Sendergeschichte schalteten mehr als drei Millionen Zuschauer am Samstagnachmittag ein.

Die frei empfangbare Konferenz sahen in Deutschland 1,65 Millionen Menschen. Den nur im Pay-TV ausgestrahlten 5:2-Sieg der Bayern gegen Eintracht Frankfurt 1,24 Millionen.

Torgarantie

Am Dienstag werden es mehr sein. Die sportlichen Vorzeichen sprechen für sich. Es empfängt die beste Heimmannschaft (33 Punkte), das beste Auswärtsteam (29). Und den Dortmundern wird durchaus zugetraut, den Bayern ein Haxl zu stellen – trotz 0:4 im ersten Duell im Herbst.

Von 30 möglichen Punkten im Frühjahr holte der BVB 27. Sechs Siege in Serie hat man vorzuweisen und auch nach der Corona-Pause trat man souverän auf, wie ein 4:0 im Derby gegen Schalke und ein 2:0 gegen Wolfsburg zeigen. 74 Tore in 27 Runden sind Dortmund nie zuvor gelungen.

Besser sind eben nur die Bayern. Mit aktuell 80 Treffern scheint der eigene Ligarekord aus der Saison 1971/’72 greifbar. Damals erzielten die Münchner 101 Tore. 40 davon gingen auf das Konto von Gerd Müller.