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Doping-Alarm bei Red Bull: Zwei Salzburger positiv getestet

Mohamed Camara und Sekou Koita lieferten eine positive Doping-Probe ab. Der Verein steht hinter ihnen.

12/22/2020, 10:52 AM

Die Bundesliga verabschiedete sich am Sonntag in die Winterpause, Tabellenf√ľhrer Salzburg kommt nach der abschlie√üenden Niederlage gegen den WAC aber nicht zur Ruhe. So wurde am Dienstag bekannt, dass es zwei positive Doping-F√§lle im Team gegeben hat.

Wie der Verein mitteilte waren Mohamed Camara und Sekou Koita im November rund zehn Tage beim Nationalteam in Mali, wo sie zwei L√§nderspiele gegen Namibia absolvierten. Am 22. November - wenige Tage nach ihrer R√ľckkehr nach Salzburg - wurden sie bei einer UEFA-Kontrolle getestet. Dabei ergab sich ein positives Ergebnis bei der A-Probe.

Unterst√ľtzung von Salzburg

Laut Salzburg wurden bei den beiden Spielern Spuren eines Wirkstoffs festgestellt, der in einem Medikament gegen H√∂henkrankheit zu finden ist. Dieses soll ihnen vom Betreuerteam des Nationalteams verabreicht worden sein. Diese Medikamente wirken jedenfalls harntreibend. Weshalb sie auch andere Dopingmittel maskieren k√∂nnen. Sie sind sowohl w√§hrend des Wettkampfes als auch in der Trainingsphase verboten. Der Name der festgestellten Substanz wurde bisher nicht genannt. Der Klub legte Wert darauf, dass der Test bei den restlichen acht Spielern ein negatives Ergebnis brachte.

Die Salzburger Verantwortlichen stehen jedenfalls hinter den beiden Spielern: "Gerade bei einem A-L√§nderspiel darf und muss erwartet werden, dass die medizinische Betreuung den internationalen Standards entspricht und √Ąrzte mit den geltenden Regeln vertraut sind", so Gesch√§ftsf√ľhrer Stephan Reiter.

Freispruch unwahrscheinlich

Camara und Koita werden vom Verein "jegliche Unterst√ľtzung zur Aufkl√§rung dieser Causa" erhalten, hei√üt es. Das Duo soll bis zur wahrscheinlichen Verfahrenser√∂ffnung durch die UEFA grunds√§tzlich einsatzberechtigt sein. Beide w√ľrden auf eine B-Probe verzichten und weilen wie der restliche Salzburger Kader bereits auf Weihnachtsurlaub.

"Auch wir wurden √ľber den Fall informiert, da die Spieler eine √∂sterreichische Lizenz haben", sagt David M√ľller von der NADA Austria. "Doch die n√§chsten Schritte setzt die UEFA, wo auch der Fall behandelt wird." Prinzipiell ist f√ľr √ľberf√ľhrte Doper eine Strafe von zwei oder vier Jahren vorgesehen. Die Anti-Doping-Bestimmungen besagen, dass ein Sportler selbst daf√ľr verantwortlich ist, was in seinem K√∂rper ist.

Allerdings k√∂nnten (und werden) die betroffenen Fu√üballer vor der Anti-Doping-Kommission der UEFA Milderungsgr√ľnde vorbringen. Sollten sie glaubhaft vorbringen, dass sie nicht vors√§tzlich gehandelt haben und sich auf ihre √Ąrzte verlassen haben, ist von einer Reduzierung der Sperre auszugehen. Ein kompletter Freispruch scheint allerdings unwahrscheinlich. Die Bundesliga jedenfalls gab bekannt, dass dies nicht in ihren Zust√§ndigkeitsbereich falle. An den Ergebnissen soll sich jedenfalls nichts √§ndern.

Bekanntgewordene Dopingf√§lle sind im √∂sterreichischen Fu√üball √§u√üerst selten. Prominenteste Causa der j√ľngeren Vergangenheit ist jene um den fr√ľheren Teamspieler Christian Mayrleb, der am 6. November 2006 im Rahmen einer unangemeldeten Trainingskontrolle der nationalen Anti-Doping-Kommission (√ĖADC) positiv auf das Blutdruckmittel CoDiovan getestet , aber schon am 18. November in erster Instanz vom Senat I der Bundesliga freigesprochen wurde. Kurz danach wurde etwa auch der Altach-Spieler Modou Jagne positiv auf Cannabis getestet.

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