Ausblick auf das Allianz Stadion - im Juli steigt das Eröffnungsspiel von Rapid

© APA/HELMUT FOHRINGER

Fußball-Bundesliga
02/09/2016

Die Wiener Stadion-Rochade von Rapid und Austria

Rapid kehrt nach Hütteldorf zurück und übergibt den Prater der Austria, die bis 2018 bleibt

von Alexander Huber, Alexander Strecha

Nur noch fünf Monate bis zur Eröffnung. Der Neubau in Hütteldorf sieht tatsächlich schon wie ein Stadion aus, lediglich eine kleine Lücke in der Nordtribüne weist darauf hin, dass noch schweres Gerät ein- und auch ausfahren muss. "In drei bis vier Wochen sind die Arbeiten im Innenfeld fertig, dann wird die Tribüne geschlossen", kündigt STRABAG-Bauleiter Roman Hornischer an.

Rapid liegt weiter im Zeitplan, obwohl dieser laut Hornischer "sehr ambitioniert" ist. Schon Ende Juni wird das Allianz-Stadion von den Bauherren an den Verein übergeben. Der milde Winter in Wien ist dabei äußerst hilfreich, um Mitte Juli vor 28.400 Fans tatsächlich das Eröffnungsspiel bestreiten zu können. "Wir haben auch keinen Winter eingeplant", sagt Hornischer, der jetzt verraten kann, dass es keinen Zeitpuffer gegeben hat: "Ich möchte gar nicht daran denken, was ein richtig strenger Winter bedeutet hätte."

Hitze im Rapid-Dorf

Für die künftigen Winter wird den Fans eingeheizt. Im Rapid-Dorf für bis zu 10.000 Besucher (unter der Fantribüne im Süden) werden Heizstrahler und Infrarotlampen installiert.

Das einzige größere Problem wird es auf dem Weg zum Stadion geben: Da die U4 ausgerechnet heuer generalsaniert werden muss, fällt die U-Bahn als liebste Anreisemöglichkeit der Fans nach Hütteldorf diesen Sommer weg. An der Lösung wird gearbeitet, die Wiener Linien werden mit Rapid zeitgerecht Alternativen anbieten.

Countdown läuft

Die Austria hat noch mindestens neun Heimspiele, dann muss in eine neue Heimat umgezogen werden. Neben acht Liga-Partien kommt heute im Cup-Viertelfinale der LASK nach Favoriten. Im Sommer wird das Happel-Stadion zum Ausweichquartier, weil die Generali-Arena in den kommenden zwei Jahren ausgebaut wird. Gelingt gegen die Linzer heute ein Sieg, dann ist ein zusätzliches Heimspiel in der "alten" Generali-Arena möglich.

Der temporäre Umzug in den Prater hat für die Austria folgende Vor- und Nachteile:

+ Anreise Die U2 fährt bis vor die Haustüre. Ein Zustand, der in Favoriten noch ein violetter Wunschtraum ist und erst 2018 Realität wird, wenn die U1 auch am Verteilerkreis haltmacht. "Die öffentliche Anbindung verbessert sich mit dem Umzug für den Fan", betont auch AG-Vorstand Markus Kraetschmer.

+ Neue Fans "Wir erwarten einen höheren Zuschauerschnitt", sagt Kraetschmer vor der Übersiedlung. Einem Studienergebnis zufolge hat die Austria viele Fans in der Marchfelder Region, die aber oft die mühsame Anreise zur Generali-Arena nicht antreten. Das könnte sich ändern, weil der Weg in den Prater ein schnellerer und direkterer ist. "Dieses Potenzial müssen wir mobilisieren und auch über die Zeit hinaus an den Verein binden."

+ Intakte Infrastruktur Was den Spielbetrieb betrifft, ist im Prater alles vorhanden, inklusive Rasenheizung. Davon profitierte auch schon Rapid.

+ VIP-Gäste Der Sektor B, Rang 1, wird der Tummelplatz für die VIP-Gäste. Während die Austria in der Generali-Arena nur Platz für 700 Leute hat, bietet der VIP-Klub im Happel-Stadion 1000 Menschen Raum. Kraetschmer hofft freilich, schon jetzt Neukunden für die künftige Arena in Favoriten anlocken zu können.

- Wenig Stimmung "Natürlich machen 8000 Fans in einem 12.000er-Stadion mehr Stimmung als 10.000 in einer 48.000er-Arena", weiß Kraetschmer um die akustische Problematik. In der Liga wird die Austria die kleinste Variante wählen und einige Sektoren zwecks einer besseren Optik abdecken. Manche Spiele mit geisterhafter Stimmung wird man dennoch kaum verhindern können.

- Mehrkosten In Favoriten wird gebaut, im Prater ist man nur zur Miete – das ergibt doppelte Kosten, denen man aber auch kalkulierte Mehreinnahmen gegenüberstellen kann.

- Nur zu Besuch Die Austria-Fans werden sich wohl nie richtig heimisch fühlen im Wissen, 2018 ohnehin wieder ins alte Zuhause umzuziehen. Ähnlich wie bei den Rapidlern ist somit eine Identifikation mit dem Standort schwer.

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