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Sport Fußball
12/05/2011

Die Neuerungen des Interims-Teamchefs

Interims-Teamchef Ruttensteiner erklärt 40 Minuten, warum er wen einberufen hat. Ivanschitz darf wieder mitspielen, Roger Spry wieder für Fitness sorgen.

von Bernhard Hanisch

Vorneweg die technischen Details: Am Dienstag fand im Hotel Intercontinental die längste Kaderbekanntgabe eines österreichischen Teamchefs seit mehr als drei Jahren statt. Ende Mai 2008 war's, als Josef Hickersberger sein nicht "bestes, aber immerhin richtiges" Spielermaterial für die EURO namentlich der Öffentlichkeit präsentiert hatte.

Hickersbergers Nachfolger, Karel Brückner, bewegte sich zwischen aller Kürze und völliger Sprachlosigkeit, Dietmar Constantinis Mitteilungsbedürfnis beschränkte sich allzu oft auf unüberhörbaren Erklärungsnotstand und Patzigkeit als Reaktion auf die immer heftiger werdende Kritik. 13 handgestoppte Minuten - rekordverdächtig abrupt abgebrochen - war seine letzte Kaderbekanntgabe.

Ja kein schlechtes Wort!

Diesmal saß die personifizierte Interimslösung Willibald Ruttensteiner auf dem Teamchef-Sessel. 40 Minuten sollte es dauern. Um seine personellen Änderungen mitzuteilen, diese auch zu erklären und sich als durchaus eitler Vertreter seiner Zunft zu vermeintlich kritischen Medienberichten zu äußern.

Immer smart, bedächtig fachmännisch, immer danach trachtend, keine Angriffspunkte zu liefern. Und ja kein schlechtes Wort zu verlieren über den Vorgänger. "Ja, ich baue auf der Arbeit von Dietmar Constantini auf", meint Ruttensteiner im einleitenden Statement, um Augenblicke später die Bekanntgabe von grundlegenden Neuerungen im Team-Getriebe folgen zu lassen. Kein Fehler, aber in ihrer Widersprüchlichkeit doch eindeutig.

Auf der für die EM-Qualifikation unbedeutend gewordenen Ostreise nach Aserbaidschan und Kasachstan wird also der von Constantini verbannte Mainz-Legionär Andreas Ivanschitz ein Comeback feiern. "Weil er für mich zu den 23 besten österreichischen Fußballern gehört", sagt Ruttensteiner. Und man höre und staune: Selbst die irgendwann stattfindende Rückkehr von Martin Stranzl (Gladbach) ist plötzlich nicht mehr ausgeschlossen.

Ja keine Unwahrheiten!

Ruttensteiner hat also seine Hausaufgaben erledigt und dem Anforderungsprofil gemäß in den letzten Wochen viele Gespräche geführt. Mit Teamkandidaten und deren Klubtrainern. Und er will auch früher von ihm getätigte Aussagen nicht zur Unwahrheit werden lassen, überlässt die jungen Spieler Royer und Dibon U-21-Teamchef Andreas Herzog. Auch beschreitet er abschnittsweise den populistischen Weg Constantinis und verkündet die Einberufung des Admiraners Philipp Hosiner, am Sonntag Doppel-Torschütze gegen Salzburg.

Auch kommunikationsfördernde Maßnahmen werde es geben innerhalb der Mannschaft. "Es soll nicht mehr so sein, dass die Spieler nach den Mahlzeiten sofort auf das Zimmer gehen."

Sonst noch? Der von Constantini für überflüssig befundene Roger Spry, wird wieder als Fitness-Trainer im A-Team tätig sein. Ruttensteiner setzt tatsächlich bei vielen Punkten an, wo sein Vorgänger nie angefangen hat.

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