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Sport Fußball
10/21/2020

Trainer, Titel, Legenden: Rapid und LASK gegen Londons Topklubs

Die Europacup-Gegner von Rapid und LASK, Arsenal und Tottenham, im Vergleich. Wer hat mehr Titel? Was macht die Rivalität aus? Wie ticken die Trainer?

von Andreas Heidenreich, Alexander Huber

Corona trübt die Vorfreude auf zwei Highlights an allen Ecken und Enden: Bei Rapid musste ein positiv getesteter Spieler (ohne Symptome) in Quarantäne, der LASK tritt als erstes österreichisches Team in einem der beeindruckendsten Stadien der Welt an – ohne Fans. Über die Donnerstag-Gegner Arsenal (ab 18.55 Uhr bei Rapid) und Tottenham (ab 21 Uhr gegen den LASK) gibt es dennoch viel mehr zu erzählen als die gemeinsame Herkunft der Traditionsvereine aus London:

  • Welcher Verein ist der erfolgreichere?

Der 1886 gegründete Arsenal Football Club hat zwischen 1931 und 2004 13 Meistertitel gewonnen. 14 Pokalgewinne im FA-Cup sind Rekord, der Finalsieg in diesem Sommer sicherte die Europa-League-Teilnahme. International wurde der Europacup der Pokalsieger 1994 gewonnen. Tottenham indes war nur zwei Mal Meister, damals noch in der „First Division“ 1951 und 1961. Den UEFA-Cup gewann man zwei Mal, den FA-Cup acht Mal.

  • Tottenham-Trainer José Mourinho ist weltberühmt. Wofür steht der erst 38-jährige Mikel Arteta?

Der Spanier ist ein Schüler von Pep Guardiola. Nach drei Jahren als Co-Trainer von ManCity beim Hohepriester des Ballbesitzfußballs kam 2019 der Anruf aus London. José Mourinho ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. Der Sportwissenschafter aus Setúbal gewann (ohne Supercups) 25 Titel. Er wurde vier Mal Europacupsieger und gewann zehn nationale Meisterschaften in vier Ländern. Dass man ihm nachsagt, er wäre ein defensiv denkender Trainer, wischte er nach dem 6:1 gegen ManUnited süffisant vom Tisch: „Mit einem offensiven Trainer hätten wir zehn, elf oder zwölf Tore geschossen.“

  • Wie steht es um die Rivalität der Vereine?

Sie gilt als eine der größten in England. Die Stadien der beiden Klubs in den Stadtteilen Holloway und Tottenham liegen nur sieben Kilometer auseinander. Das erste Derby gab es 1887. Verschärft wurde die Rivalität durch den Abstieg von Tottenham kurz nach dem ersten Weltkrieg. Arsenal rückte nach, obwohl man sportlich nicht qualifiziert war. Die einen sprechen von einem Berechnungsfehler, andere von Manipulation.

  • In welchen Stadien sind die Klubs beheimatet?

Arsenals Emirates Stadium bietet Platz für 60.260 Fans und war nach dem Umzug aus dem legendären Highbury bei der Eröffnung 2006 Englands erste moderne Arena. Dem Beispiel folgten viele, auch der Lokalrivale. Das Tottenham Hotspur Stadium mit 62.062 Plätzen wurde um eine Milliarde Pfund teilweise auf dem Grund des alten Stadions, der White Hart Lane, errichtet und 2019 eröffnet. Es verfügt über zwei ausfahrbare Spielfelder: Einen Hybridrasen für Fußball, sowie einen Kunstrasen für Football-Gastspiele der NFL.

  • Wer sind die größten Klub-Legenden?

Bei Arsenal fällt der internationale Touch auf: Der Franzose Arsene Wenger ist auf der Trainerbank die Nr.1 mit 1.009 Spielen zwischen 1996 und 2018. Die meisten Partien spielte der Ire David O’Leary zwischen 1975 und 1993 (722), die meisten Tore schoss Thierry Henry.

Der Weltmeister aus Frankreich, der die erfolgreichste Ära von 1999 bis 2007 prägte, kam 2012 noch einmal zurück. Insgesamt wurden 228 Tore des Stürmers bejubelt Ins 4-4-2 passte Henry so gut, dass der heute 43-Jährige  nie weniger als 17 Saisontore erzielte. Geehrt wurde der aktuelle Coach von Montreal mit einer lebensgroßen Statue vor dem Stadion.

Osvaldo Ardiles kam 1978 als 25-jähriger Weltmeister zu den Spurs. Bald wurde er zum Publikumsliebling in der englischen First Division. Argentinien begann am 2. April 1982 mit militärischem Einsatz gegen Großbritannien die Falklandinseln im Südatlantik für sich zu beanspruchen. Am Tag darauf besiegten die Spurs Leicester im FA Cup und Ardiles war plötzlich Buhmann der Fans.

Einen Tag später kehrte er nach Buenos Aires zurück, um acht Monate dort zu bleiben. Danach spielte er bis 1988 bei Tottenham. In der Saison 1994/’95 feierte Ardiles ein Comeback als Trainer. Ein gewisser Jürgen Klinsmann wurde als Stürmerstar geholt, doch für den Argentinier war Tottenham bald endgültig Geschichte

  • Wie bereiten sich Rapid und LASK vor?

Die Wiener vermuten, dass gegenüber dem 0:1 bei Manchester City ein stark verändertes Arsenal-Team anreisen wird. „Das Gefährliche ist, dass die Spieler, mit denen wir rechnen, kaum schlechter sind als die Top-Elf und alles tun werden, um ihre Chance zu nutzen. Da darf keiner ein ‚B-Team‘ erwarten“, sagt Rapid-Trainer Didi Kühbauer, der zuletzt Yusuf Demir (erkrankt) vorgeben musste.

Beim LASK rechnet man ebenso mit viel Rochade beim Gegner und bangt selbst um den Einsatz von James Holland, der im Cup gegen Wörgl am Samstag überknöchelt ist. Tottenham wurde am Sonntag beim 3:3 gegen West Ham vor Ort von Ex-Co-Trainer Andreas Wieland beobachtet.

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