Sport | Fußball
24.11.2018

Des Gegners "Angst" ist St. Pöltens größte Hürde

Wacker ist in St. Pölten auf Wiedergutmachung aus. Die Wölfe hoffen auf den ersten Ligasieg der Post-Kühbauer-Ära.

Der SKN St. Pölten hat nach einem punktemäßig mauen Oktober wieder Siege eingeplant. "Die Lust, in der Meisterrunde zu spielen, ist groß", sagte Trainer Ranko Popovic vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Wacker Innsbruck am Sonntag (14.30 Uhr). Mit der zuletzt gezeigten Leidenschaft soll der erste Bundesligasieg unter Popovic gelingen - wäre da nicht die Konfrontation mit dem eigenen Erfolgsrezept.

Noch wartet der Nachfolger von Dietmar Kühbauer auf den ersten vollen Ligaerfolg. "Punktmäßig bin ich nicht zufrieden. Spielerisch habe ich aber Fortschritte gesehen", sagte Popovic vor seinem fünften Anlauf. "Die Leute im Verein haben das 2:2 gegen den LASK als die beste Leistung seit Jahren bewertet."

Da habe er auch die für ihn so wichtige Leidenschaft gesehen. "Mir ist wichtig, dass die Identifizierung mit dem Trikot spürbar ist. Seit ich da bin, ist der SKN St. Pölten meine Familie." Es sei auch seine Aufgabe, die emotionale Bindung zum Verein zu stärken, frei nach dem Club-Moto "We are One". Hinzu kommen soll auch noch eine unbedingte Siegermentalität. "In ein Spiel zu gehen, um es nicht zu verlieren, oder in ein Spiel zu gehen und es gewinnen zu wollen, ist mental ein großer Unterschied. Da will ich hin."

"Manche haben mehr Angst vor uns"

Auf dem LASK-Spiel oder dem 0:0 auswärts gegen Sturm zuletzt gelte es aufzubauen. Die Ausgangslage vor dem Duell mit Wacker ist freilich eine andere, die Räume dürften wieder dichter werden. Die Niederösterreicher sehen sich mit dem eigenen Erfolgsrezept konfrontiert. "Manche Gegner spielen jetzt anders gegen uns, haben mehr Angst vor uns. Sie kommen und stellen sich manchmal selbst hinten rein", weiß Popovic.

Der frühe Erfolgslauf macht es den Niederösterreichern nun nicht gerade leichter. "Mit dem Ball nicht zu sterben ist die eine Sache. Aber mit dem Ball zu wissen, was zu tun ist, ist etwas anderes." Mit Robert Ljubicic kommt ein dafür wichtiger Spieler retour. "Mit ihm haben wir einige Möglichkeiten mehr, was die Kreativität angeht." Dominik Hofbauer steht hingegen angeschlagen nicht zur Verfügung. Auf Verteidiger Daniel Drescher wurde am Freitag die Option bis Juni 2020 gezogen.

Die Gäste aus Tirol sind seit fünf Spielen ungeschlagen, verloren aber das erste Saisonduell 0:2. "Grundsätzlich mag ich den Ausdruck 'Rechnung begleichen' nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass die Leistung ähnlich gut ist wie im Heimspiel, allerdings mit anderem Ergebnis", sagte Trainer Karl Daxbacher. Der 65-Jährige erwartet bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte eine knappe Partie. "Ich schätze sie nicht stärker ein als uns, sie spielen dasselbe System wie wir. Es könnte so ablaufen wie gegen Altach (1:0, Anm.), ein Tor kann entscheiden."