Der Innsbrucker Patient: Siller und Co. müssen am Dienstag gegen die Admira gewinnen.

© APA/Robert Parigger

Fußball
03/25/2014

Der FC Wacker zwischen Gunsch und Wirklichkeit

Innsbruck steht mit eineinhalb Beinen in der zweiten Liga. Der Klubpräsident bleibt dennoch optimistisch.

von Christoph Geiler

Die Wahrheit ist nämlich die: Im Grunde ist dieser FC Wacker auf Erfolgskurs und geradezu vorbildlich unterwegs. Wenn es nach dem Credo von Präsident Josef Gunsch geht, dann läuft beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht alles nach Plan. Rote Laterne hin, unrosige Zukunft her.

"Wirtschaftlichkeit vor sportlichem Erfolg" – diese Devise hatte der Unternehmer beim Amtsantritt im Sommer ausgegeben, und nach 28 Runden kann festgehalten werden: Die Innsbrucker Spieler halten sich an die Vorgaben ihres Vorgesetzten. Erst drei Mal musste Gunsch eine Siegesprämie auszahlen, und zuletzt halfen die Kicker ihrem Boss sparen, indem sie in zehn Partien nur drei Zähler gesammelt haben. Immerhin darf sich Josef Gunsch auf die Fahnen heften: "Nach Jahren der wirtschaftlichen Instabilität ist erstmals die Trendwende gelungen."

Das ist genau das Dilemma, in dem Wacker steckt. Da wird der Krisenklub seit Langem wieder einmal eine Saison ohne Minus abschließen und die Lizenz im ersten Anlauf erhalten, und dann stehen die Innsbrucker dafür sportlich im Eck.

Endspiel

In den letzten Wochen wurde rund ums Tivolistadion schon mehrmals das Spiel der letzten Chance ausgerufen, gegen die Admira ist es nun wirklich so weit. Acht Runden sind noch zu spielen, neun Punkte trennen die Tiroler vom neunten Rang, nur ein Sieg gegen den entfernten Tabellennachbarn erlaubt weiter das Träumen vom Klassenerhalt. "Wir erwarten, dass Innsbruck ‚All in‘ gehen wird in diesem Spiel", sagt Admira-Coach Walter Knaller. "Gegen die Admira steht für uns der Ligaverbleib auf dem Spiel", weiß Innsbruck-Trainer Michael Streiter. "Wenn wir gewinnen, wird es noch einmal spannend."

Doch so recht an die Rettung glauben will in Tirol kaum noch wer. Zu desolat präsentierte sich das Team in den letzten Partien, zu sehr blicken einige Spieler bereits in die Zukunft. Längst zeigt der Klub Auflösungserscheinungen: Das Gros der Mitarbeiter der Geschäftsstelle ist auf Jobsuche, viele Spieler gehen im Sommer. "Die, die denken, dass wir es nicht mehr schaffen, haben hier nichts verloren", sagt Roman Wallner und spricht damit Michael Streiter aus der Seele. Der Trainer appellierte in einer halbstündigen Ansprache ein letztes Mal an den Charakter seines Teams. "Die Spieler haben eine Verpflichtung gegenüber ihrem Verein, der die Gehälter pünktlich ausbezahlt."

Und Präsident Gunsch? Der ist guter Dinge, dass der Verein unbeschadet aus einem Abstieg hervorgehen könnte. Noch vor einem Jahr hätte Wacker bei einem Abstieg das Aus gedroht. Heute ist Gunsch überzeugt: "Wacker wird das überleben."

Tabelle

10 Partien ohne Sieg

10 Partien in Folge sind die Innsbrucker nun bereits sieglos. Der letzte volle Erfolg datiert aus dem Dezember (5:3 gegen Grödig).

11 Punkte hat Wacker in dieser Saison im Tivolistadion geholt. Damit sind die Innsbrucker das mit Abstand schlechteste Heimteam der Liga.

3 Mal sind die Innsbrucker bislang aus der Bundesliga abgestiegen. Zwei Mal sportlich (1979, 2008), einmal musste der Traditionsklub nach einem Konkurs einen Neustart in der dritten Liga machen (2002).

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